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Kiel Die Schöpferin der Pittiplatsch-Welt kommt aus Kiel
Kiel Die Schöpferin der Pittiplatsch-Welt kommt aus Kiel
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08:00 22.09.2019
Von Kristiane Backheuer
Die neue Pittiplatsch-Welt: Susan Dunker-Struckmeier aus Kiel hat das Bühnenbild für die aktuellen Folgen von Pittiplatsch entworfen. Die Sandmännchen-Folgen mit dem braunen Kobold werden ab November zu sehen sein. Quelle: Dunker-Struckmeier
Kiel

Eine Meisterin ihres Faches: Susan Dunker-Struckmeier hat das Szenenbild für die einstige Kultserie der ehemaligen DDR entworfen. Dazu hat sie die märchenwaldhafte Pitti-Welt von damals mit viel Fantasie und Kreativität erweitert.

So saust der Kobold Pittiplatsch nun auf einer knallroten Rutsche durch einen knorrigen Baum in seine gemütliche Wohnhöhle; die quietschgelbe Ente Schnatterinchen lebt in einem windschiefen Bootshaus aus Treibholz und mit Bullaugen-Fenster, und der braune Schlappohrhund Moppi hat eine coole Fass-Hundehütte mit Grasdach bekommen.

Susan Dunker-Struckmeier hat nach dem Abitur eine Ausbildung zur Bankkauffrau gemacht und danach Architektur studiert. Später leiß sie sich zur Bühnenbildnerin ausbilden. Foto: hfr

Über eine Million große und kleine Menschen haben täglich Deutschlands älteste Kindersendung geschaut. Da war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis es neue Abenteuer von Pitti & Co. gibt.

Das Sandmännchen wird im November 60

Passend zum 60. Geburtstag des Sandmännchens am 22. November hat sich der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) nun zusammen mit MDR und NDR an die Arbeit gemacht. Und zum Glück lag gerade eine bunte Set-Mappe von Susan Dunker-Struckmeier auf dem Tisch. Im Nu war sie sich mit der Produktionsfirma „Trikk 17“ handelseinig. Die studierte Architektin und gelernte Szenenbildnerin aus Kiel ist beim Fernsehen keine Unbekannte. 15 Jahre lang hat sie unter anderem für den WDR die Serie „Käpt’n Blaubär“ mitgestaltet, seit zehn Jahren bringt sie ihre Kreativität auch bei der Sesamstraße für den NDR ein. So sorgt sie bei den deutschen Sesamstraßen-Figuren „Wolle und Pferd“ für die perfekte Kulisse, genauso wie für die Henson-Stars Ernie und Bert, Krümelmonster, Grobi und Elmo.

Eine Kielerin hat die neue Pittiplatsch-Welt erfunden.

Ein schnuckeliges Gartenhaus für Dieter Hallervorden

Für den Schauspieler Dieter Hallervorden zauberte sie für den Sesamstraßen-Film „Die Zeitmaschine“ ein schnuckeliges Gartenhaus und für Dietmar Bär in „Alarm im Zirkus“ einen nostalgischen Zirkuswagen. „Ich lebe und liebe meinen Beruf“, sagt die gebürtige Flensburgerin. Dabei sah ihr Weg nach dem Abitur noch ganz anders aus. Nach der Ausbildung zur Bankkauffrau studierte sie erst einmal Architektur. „Doch von der Zeichnung bis zur endgültigen Umsetzung war es immer ein langer Weg“, sagt die 53-jährige zweifache Mutter.

Mit "Käpt'n Blaubär" in der Ausbildung

So entschied sie sich, ein Volontariat beim WDR zu beginnen, um sich im Bühnenbild ausbilden zu lassen. Das große Team und der schnelle Erfolg gefielen ihr. So blieb sie. „Käpt’n Blaubär“ und die vielen anderen Figuren wurden daraufhin ihre ständigen Begleiter. Susan Dunker-Struckmeier zeigt einige Fotos von ihren Arbeiten. Zwei Musicals, die Blaubär-Erfinder Walter Moers unter anderem für den WDR geschrieben hat, hat die Kielerin umgesetzt.

"Drei Bärchen und der Blödwolf"

So entwarf sie für die Filme „Drei Bärchen und der Blödwolf“ und „Abenteuer im Pizzawald“ eine verfallene düstere Villa für den Seebären, ein schummeriges „Hard-Rock-Café“ mit Leuchtschriftzug für die drei plietschen Enkel-Bären. Die Fotos vom Set sind beeindruckend und sehen unglaublich aufwendig aus. „Ich bin immer nur so stark wie das Team“, sagt sie lachend. Sie liebt die inspirierenden Konferenzen mit Regie und Redaktion und die Baubesprechungen mit den Tischlern, Malern, Schlossern und Dekorateuren. „Beim Dreh mit Puppen muss man anders denken“, sagt sie. Der Blaubär wurde beispielsweise von drei Personen gespielt. „Da muss unter den Kulissen genug Platz für die Spieler sein.“

Auch bei Pittiplatsch musste sie die Spieler geschickt verstecken. „Die liebenswerten Puppen werden jedoch nur von einer Person pro Figur gespielt“, sagt die Freiberuflerin. Susan Dunker-Struckmeier liebt es, sich in die verschiedenen Charaktere hineinzuversetzen. „Nachdem ich das Drehbuch studiert und mit der Regie und Redaktion Details besprochen habe, fertige ich Präsentationszeichnungen meiner Entwürfe an." Später folgen dann genaue Bauzeichnungen mit Details, in denen Materialien, Farben und Größen beschrieben werden. Ja, sie sei schon sehr detailverliebt, sagt sie mit einem Lächeln. Bei Pitti hat sie vor allem aufgepasst, dass die alten Fans nicht verschreckt werden. „Das war so eine beliebte Figur, da hab’ ich großen Respekt.“

Pittiplatsch: "Ach, du meine Nase!"

Pittiplatsch würde jetzt bestimmt antworten: „Ach du meine Nase!“ Und beim Blick auf sein neues Zuhause die kleinen Ärmchen vor Freude in die Höhe reißen. Das schönste Haus aller Zeiten! „Kannste glauben!“ 

Die Anfänge von Pittiplatsch

Geschaffen wurden Pittiplatsch und Schnatterinchen von der Künstlerin und Bildhauerin Emma-Maria Lange (1921-2016). Den ersten Abendgruß-Auftritt in der DDR-Kindersendung „Unser Sandmännchen“ hatte Pittiplatsch am 17. Juni 1962. Schnell wurde der kleine Kobold zum Renner im DDR-Fernsehen. Das beliebte Trio – Pittiplatsch, Schnatterinchen und Moppi – hat Generationen von Kindern in über 500 gemeinsamen Abendgrußgeschichten ins Bett begleitet. Als der Sendebetrieb des DFF 1991 eingestellt wurde, verschwanden auch Pittiplatsch und seine Freunde von der Bildfläche. 

Zum 60. Geburtstags des Sandmännchens wurden gerade von den Hamburger Animationsspezialisten von „Trikk 17“ im Auftrag des rbb Fernsehens 13 neue Folgen produziert. Dazu wurden neue Handpuppen gebaut, die den Originalen möglichst ähnlich sehen, aber technisch moderner sind. Unter anderem ist nun auch der Mund von Pittiplatsch beweglich, zudem sind die Figuren kuscheliger. Die neuen knapp vier Minuten langen Folgen starten am Dienstag, 26. November, 18.50 Uhr. Gezeigt werden sie wöchentlich im Ki.KA, im rbb Fernsehen und im MDR-Fernsehen in der Sendung „Unser Sandmännchen“.

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