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Kiel Leckerer Besuch im Walterwerk
Kiel Leckerer Besuch im Walterwerk
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19:19 07.11.2019
Von Karina Dreyer
Auszubildender Paul Krätschmann erklärte den Schülern in der Maschinenhalle, wie die Industriewaffeln befördert und ineinander gestapelt werden. Quelle: Karina Dreyer
Kiel

Der bundesweite „Tag der Technik“ wurde 2004 unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ins Leben gerufen und hat sich seither in den Bundesländern fest etabliert. So beteiligt sich seit zehn Jahren der schleswig-holsteinische Bezirksverein alljährlich daran, Schülern die Technik und Naturwissenschaften in rund 20 Firmen und Museen nahezubringen. Darunter gehörten in Kiel das Industriemuseum, die Technische Fakultät, aber auch Firmen wie Vossloh, die Stadtwerke, die Druckerei der Kieler Nachrichten und viele andere mehr. In Neumünster beteiligten sich die Nutech, eine Gesellschaft für Lasertechnik, ebenso Firmen in Melsdorf und Nortorf.

Frühzeitige Orientierung zur Technik

Die Neunklässler des Gymnasiums Elmschenhagen waren schon 2018 in einem Wasserkraftwerk dabei. „Nun wollten sie wieder mitmachen und entschieden sich für das Walterwerk“, sagte Mathe- und Physiklehrerin Diana Ponick. „Der Nachwuchs und die technischen Ausbildungsmöglichkeiten sind uns eine Herzensangelegenheit“, sagte Norbert Kunz vom Bezirksverein des VDI. Und deshalb wolle man mit dem „Tag der Technik“ vor allem die jüngeren Schüler motivieren, sich frühzeitig zu orientieren. „Je mehr man gehört und gesehen hat, umso besser kann man sich für einen Berufsweg entscheiden“, sagte er.

Über das Interesse am Walterwerk freute sich Geschäftsführer Andreas Eule. „Wir haben als Jugendliche noch Mofas frisiert, heute lieben sie es zu programmieren, das hat sich alles mehr in den IT-Sektor verschoben“, sagte er. Er möchte dem Nachwuchs vermitteln, dass „es nicht wichtig ist, was man ist, sondern was man arbeitet, denn damit soll man sich 40 oder 50 Jahre lang identifizieren“. Viele würden sich heute nach Karrierechancen entscheiden oder für Berufe, die gerade in der Clique eine gutes Image hätten.

Technik erfordert Köpfchen und Kreativität

„Und besonders wichtig ist, dass man Englisch sprechen kann. Denn die deutsche Technik ist so gut, dass die ganze Welt sie haben will“, sagte er. So wie das Walterwerk als Weltmarktführer für Waffelbackanlagen mit 300 Kunden in 80 Ländern. Industriewaffeln, Eisdielenwaffeln, Waffelschalen und Chips: In Projensdorf arbeiten 100 Mitarbeiter aus allen möglichen Bereichen, vom Maschinenbauer, Elektrotechniker bis zu Biologen und Betriebswirten, um das Optimum für eine Waffelbackanlage zu finden. „Das kann man nur im Team, deshalb ist die Gruppenarbeit in der Schule so wichtig. Das ist kein Spielkram, sondern Notwendigkeit“, sagte Eule. Er würde sich auch über mehr Frauen freuen, momentan sind es gerade mal 20 Prozent. „Technik hat heute nichts mehr mit Muskeln zu tun, sondern mit Köpfchen und Kreativität.“

Besonders klasse fanden die Schüler, dass sie in die Maschinenhalle schauen konnten, wo auch testweise Waffeln gebacken werden. „Über Maschinen reden wir nur in der Schule, aber sehen nicht, wie sie arbeiten. Ich wusste nicht, dass Maschinen so lang sein können“, sagte Josephine Jentzen. Julian Ruh beeindruckte, wie alles Hand in Hand geht und „sich Teamwork auch auf die Maschinen übertragen lässt“. Und Sarah Abramowski erstaunte, „welch große Folgen klitzekleine Fehler haben können“. Sara Ali erinnern die Maschinen an Science Fiction, „aber vor allem liebe ich diese leckeren Waffeln“.

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