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Kiel Engpass auch ohne Diesel-Fahrverbot
Kiel Engpass auch ohne Diesel-Fahrverbot
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18:00 24.04.2019
Von Michael Kluth
Vom kommenden Jahr an werden Theodor-Heuss-Ring und Alte Lübecker Chaussee zu Nadelöhren - auch ohne Diesel-Fahrverbot. Zwischen Barkauer Kreuz (unten rechts) und Waldwiesenkreisel (oben links) stehen Baumaßnahmen an, in der Alten Lübecker muss die Fahrbahn tiefergelegt werden. Quelle: Ulf Dahl
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Das ist genau der Abschnitt, auf dem wegen erhöhter Stickoxid-Werte ein gerichtliches Diesel-Fahrverbot droht. Die Folgen der Fahrspursperrungen: Der Schadstoffausstoß wird bei weniger Verkehrsmenge absehbar sinken; andererseits wird sich viel Verkehr in die Innenstadt verlagern.

Sanierungen sind unausweichlich

Grund für die Teilsperrungen sind unaufschiebbare Sanierungsmaßnahmen. Das sind die Baumaßnahmen im Einzelnen: Im kommenden Jahr steht der letzte Sanierungsabschnitt der Hochstraße am Barkauer Kreuz, des sogenannten Überfliegers, an. Zudem müssen die Stützwände unterhalb des Waldwiesenkreisels saniert werden. Deshalb wird von April bis September 2020 die rechte Fahrspur des Theodor-Heuss-Rings in Fahrtrichtung Eckernförde (Westen) auf der vollen Länge zwischen Barkauer Kreuz und Waldwiesenkreisel gesperrt. Außerdem wird die Alte Lübecker Chaussee stadtauswärts im Übergang zur Neuen Hamburger Straße (B 404) einspurig verengt.

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Im darauffolgenden Jahr werden die Stützwände auf der anderen Seite der Stadtautobahn unter dem Waldwiesenkreisel saniert. Dazu wird dort von April bis September 2021 in Fahrtrichtung Plön (Osten) die rechte Fahrspur des Theodor-Heuss-Rings gesperrt.

Alte Lübecker muss "tiefergelegt" werden

Darüber hinaus werden 2021 und 2022 die beiden Bahnbrücken über der Alten Lübecker Chaussee erneuert. Das wird noch kaum Folgen für den Straßenverkehr dort haben – aber im Jahr darauf muss dann die Straße tiefergelegt werden, um die mittlerweile erforderliche Durchfahrthöhe von 4,50 Meter unter den Bahnbrücken zu erzielen. Derzeit beträgt sie 3,90 Meter. Die Bahnbrücken können nicht einfach erhöht werden, weil die Bahnlinie wenig weiter die Hamburger Chaussee unterquert und der Höhenunterschied nicht zu groß werden darf. Also muss die Straße tiefer verlaufen, zunächst die Versorgungsleitungen und Entwässerungsschächte darunter. „Diese Baumaßnahmen werden abschnittsweise unter Vollsperrung erfolgen müssen“, teilt die Stadt mit, „sodass zumindest 2023 kein Durchgangsverkehr die Alte Lübecker Chaussee wird nutzen können“.

IHK fordert: Arbeiten so kurz wie möglich

Die örtliche Wirtschaft ist über die Aussichten nicht amüsiert. „Jeder Eingriff in die Verkehrsführung kann die ohnehin angespannte Verkehrssituation nur weiter verschlimmern“, sagt Martin Kruse, Leiter der Standortpolitik bei der Industrie- und Handelskammer zu Kiel. „Aus Sicht der IHK ist es wichtig, zentrale Verkehrsinfrastrukturen zu erhalten.“ Kruse sieht ein: „Für die Aufrechterhaltung sind gelegentliche Sanierungsmaßnahmen unerlässlich.“ Aber bitte in Maßen, meint er: „Die IHK fordert, dass Maßnahmen an neuralgischen Verkehrspunkten so kurz wie möglich gestaltet werden, um die zusätzliche Behinderung des Verkehrs zu minimieren.“

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