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Kiel Zweierpasch rappten mit Kieler Schülern
Kiel Zweierpasch rappten mit Kieler Schülern
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12:00 22.02.2019
Von Karina Dreyer
Das Hip-Hop-Duo "Zweierpasch" mit den Zwillingsbrüdern Till (rechts) und Felix Neumann beim Rap-Workshop mit Schülern des Thor-Heyerdahl-Gymnasiums. Kreativ im Sprechgesang (von links): Asia, Aurelia, Sahar, Dilan und Merle. Quelle: Karina Dreyer
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Kiel-Mettenhof

Sie sehen sich als Band und Bildungsinitiative in einem: Politologe und Sozialpädagoge Felix Neumann arbeitet in Straßburg als Bildungsreferent, sein Bruder Till als Journalist in Freiburg. Schon an der Uni befassten sie sich mit der Bedeutung der Hip-Hop-Kultur aus sprachwissenschaftlicher sowie demokratiebildender Sicht. Seit 2006 leiten sie in Europa und Afrika auch Rap-Workshops in Schulen und Kulturzentren, vermitteln Fremdsprachen sowie politische und kulturelle Bildung. 2012 gründeten die Brüder ihre deutsch-französisch-sprachige Band Zweierpasch.

Botschafter der französischen und deutschen Sprache

„Wir möchten Sprache mit der Magie der Musik vermitteln und die Begeisterung an urbaner Musik wecken“, beschreibt Felix Neumann. Ihre Musik ist auch in Französisch-Schulbüchern als Unterrichtsmaterial verfügbar. Mit Texten und Videoclips werden Vokabeln, Grammatik und Aussprache vermittelt. Erst Ende 2018 erhielten die Brüder den deutsch-französischen Adenauer-de Gaulle-Preis für ihr Engagement als „Botschafter der französischen und deutschen Sprache“. In ihren Liedern geht es um historische, aber auch um aktuelle politische Themen wie Energiewende, Anti-Rassismus und eine bunte Gesellschaft. „Der Rap ist sehr textlastig und eignet sich in Workshops besser als Popmusik, für die man mehr Gesang braucht“, so Felix Neumann. Über diese Musikart könnte man auch Schüler erreichen, die  politisch nicht so interessiert sind.

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Für die Workshops haben sie einen zweisprachigen Rap geschrieben. In „Typisch – typique“ werden Stereotypen von Deutschen und Franzosen thematisiert und im Refrain die Frage gestellt, ob solche Klischees einen wahren Kern haben: „Klischee oder wahr? Cliché ou réel? Irgendwas ist immer dran, pas de fumée sans feu.“

Die Schüler waren gleich Feuer und Flamme

Catherine Rönnau, Leiterin des Centre Culturel Français de Kiel, entdeckte das Duo bei einem Festival, schrieb viele Schulen im Lande an und machte auf das Bildungsangebot der Brüder aufmerksam, für das ihr Institut den Großteil der Kosten übernahm. Eine Rückmeldung bekam sie nur vom Thor-Heyerdahl-Gymnasium. Französischlehrerin Swantje Grell ergriff gleich die Möglichkeit für eine gemischte Gruppe aus den Oberstufen. „Das war toll, dass sie gleich von Anfang an mitgemacht haben und sich drauf eingelassen haben“, lobte sie. Als die Zehntklässlerin Asia vor vier Jahren anfing, in der Schule Französisch zu lernen, begann auch ihr Interesse an der französischen Rap-Musik. „Mein Wortschatz wurde dadurch viel größer, und meine Aussprache ist besser geworden“, beschreibt sie.

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