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Kiel Marine will keine Alleingänge
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22:19 04.03.2020
Von Frank Behling
Die Namen Tirpitzmole und Scheermole sollen abgeschafft werden. Diese Namen aus der Kaiserzeit passen nicht mehr in die Traditionsrichtlinie der Bundeswehr. Quelle: Frank Behling
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Kiel/Rostock

In der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Linken-Fraktion vom 29. Januar ist die Aussage zur Umbenennnung von Tirpitzmole und Scheermole klar. „Nach der Genehmigung sowie Beschaffung entsprechender Namensschilder und Hinweistafeln soll die Umbenennung voraussichtlich ab Mitte 2020 erfolgen“, heißt es.

Erste Gespräche im März

Nun hat das Marinekommando die von der Bundesregierung herausgegebenen Angaben noch einmal klargestellt. „Wir sind erst ganz am Anfang des Prozesses“, sagte Kapitän zur See Johannes Dumrese, Sprecher des Inspekteurs und des Marinekommandos. Die von den Stützpunktkommandos Kiel und Wilhelmshaven ausgearbeiteten Namenslisten haben bislang nur Vorschlagscharakter für die Diskussion im Marinekommando. Die erste Gesprächsrunde beim Inspekteur soll noch im März im Marinekommando in Rostock beginnen.

Liste sollte geheim bleiben

Dass die Liste bereits im Vorweg der Gespräche bekannt wurde, war nicht geplant. In dieser Liste stehen als neue Namen für den Kieler Stützpunkt Brandtauchermole (Tirpitzmole), Fletchermole (Scheermole), Lützowbrücke (Weddigenbrücke), Schillmole (Saltzwedelbrücke). Der Tirpitzhafen soll demnach zum Oskar-Kusch-Hafen werden.

Sollte sich bei den in diesem Monat beginnenden Beratungen im Marinekommando der Bedarf für neue Namen herausstellen, werde es auch eine Einbindung der Menschen vor Ort geben. „Der Inspekteur will auf jeden Fall auch die Kommunen mit in den Prozess einbinden“, so Dumrese. Zustimmung kommt dazu vom Deutschen Marinebund aus Laboe. „Statt einfach neue Namen zu wählen, halten wir es für sinnvoller, sich mit den Persönlichkeiten der Geschichte kritisch auseinanderzusetzen und darüber zu diskutieren. So wirkt man der heute oft beklagten Geschichtsvergessenheit entgegen“, sagt Heinz Maurus, Präsident des Deutschen Marinebundes (DMB). Ein Votum pro oder contra der Namen will der DMB aber nicht geben.

Lesen Sie auch:Marine lehnt schnelle Umbenennung ab

Was den ersten Gesprächsansatz angeht, ist auch der Bundestagsabgeordnete Jan Korte (Linke) noch mit Marine und Marinebund auf einer Linie: „Mit einem einfachen Austausch von Namens- oder Straßenschildern ist es jedenfalls nicht getan. Eine breite und offene gesellschaftliche Debatte über die antidemokratischen Traditionslinien, von denen die Marine offenkundig nicht lassen will, ist überfällig und dringend geboten“, sagt Korte. Gerade mit Blick auf jüngste Diskussionen zu rechten Vernetzungen sieht er Korrekturbedarf. „Wer den Geist der Truppe verändern will, muss sich auch den dunklen Seiten der Vergangenheit stellen und endlich ausmisten“, so Korte weiter.

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Auch in anderen Nato-Staaten ist es üblich, Liegenschaften und Schiffe nach kriegserfahrenen Admirälen zu benennen. Die Dänen beispielsweise benannten ihre drei Fregatten nach Admirälen mit Kampf- und Kolonialerfahrung. Ähnlich sieht es bei Niederländern, Franzosen, Spaniern und Portugiesen aus.

Im Ausland sind Tirpitz und Scheer außerdem durchaus Namen mit hoher Bekanntheit. In England ist besonders Scheer durch seine Entscheidungen als Befehlshaber der deutschen Flotte in der Skagerrakschlacht bekannt und respektiert.

Einen Kommentar zum Thema finden Sie hier.

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