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Kiel Baby im Drogenrausch getötet
Kiel Baby im Drogenrausch getötet
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15:35 11.02.2019
Im Prozess um den gewaltsamen Tod eines vier Wochen alten Mädchens hat die Staatsanwältin eine lange Haftstrafe für den 19-jährigen Vater des Kindes gefordert. Quelle: Uwe Paesler/Archivbild
Kiel

Im Prozess um den gewaltsamen Tod eines vier Wochen alten Mädchens hat die Staatsanwältin eine lange Jugendstrafe für den 19-jährigen Vater des Kindes gefordert.

Elf Jahre und die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik beantragte Anklägerin Melanie von Massow am Montag vor dem Kieler Landgericht - für eine Tat, die nicht nur die Angehörigen, sondern auch erfahrene Einsatzkräfte an den Rand des Erträglichen brachte.

Öffentlichkeit ist vom Prozess ausgeschlossen

„Mord sowie schwerer sexueller Missbrauch eines Kindes in Tateinheit mit sexuellem Missbrauch einer Schutzbefohlenen, Vergewaltigung und Beischlaf unter Verwandten“, fasste die Anklägerin das Tatgeschehen nach Angaben eines Gerichtssprechers juristisch zusammen.

Um die Persönlichkeitsrechte des Angeklagten und aller Betroffenen zu schützen, ist die Öffentlichkeit während der Plädoyers ausgeschlossen - ebenso wie schon während der Beweisaufnahme.

Missbraucht und mit Schlägen getötet

Der 19-Jährige verging sich der Anklage zufolge im April 2018 in einer Kieler Dachwohnung brutal an seiner kleinen Tochter und tötete sie anschließend mit wuchtigen Schlägen gegen den Kopf. Er stand dabei unter Alkohol und bewusstseinsverändernden Drogen. Das Kind starb an einem schweren Schädel-Hirn-Trauma.

Die im selben Haus lebende Mutter des Angeklagten und die damals 18-jährige Mutter des kleinen Mädchens konnten den Tod des Babys laut Anklage nicht verhindern.

Als der 19-Jährige nackt und im Drogenrausch nach Hause gekommen sei, habe er seine Lebensgefährtin angeherrscht, das Dachzimmer sofort zu verlassen und die kleine Tochter zurückzulassen. Von ihr um Hilfe gebeten, konnte auch die Mutter des Angeklagten ihren Sohn nicht mehr stoppen. Auch sie musste anschließend psychologisch betreut werden.

Frust und Wut über Lebenssituation

Als Motive des Verbrechens nannte die Staatsanwältin Frust und Wut des Angeklagten über seine Lebenssituation und eine mangelnde Lebensperspektive. Zudem soll er sich daran gestört haben, dass sich seine Lebensgefährtin nach der Geburt fast nur noch um die Tochter gekümmert habe.

Die Nebenklage schloss sich der Staatsanwältin an, wie der Gerichtssprecher mitteilte. Allerdings beantragte sie eine höhere Jugendstrafe von zwölfeinhalb Jahren. Die Verteidigung soll am Freitag plädieren. Das Urteil wird voraussichtlich am 25. Februar verkündet. Dann ist die Öffentlichkeit wieder zugelassen.

Mehr lesen:

Tötung sollte Missbrauch verdecken

Von RND/dpa

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