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Kiel Mutmaßlicher Raser vor Gericht
Kiel Mutmaßlicher Raser vor Gericht
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09:39 04.05.2017
Von Thomas Geyer
Ein 46-jähriger Autofahrer aus Kiel soll im Dezember 2015 auf dem Skandinaviendamm einen Fahrradfahrer erfasst und getötet haben. Jetzt steht er wegen fahrlässiger Tötung vor dem Kieler Amtsgericht.
Kiel

Nach dem Vorwurf der Staatsanwaltschaft hatte der Angeklagte seinen Golf kurz vor der Kollision gegen 17 Uhr nach einem Ampelstart auf ein Tempo von 88 bis 99 km/h beschleunigt. Ein hinter dem Golf auf der vierspurigen Straße fahrender Zeuge sah „einen dunklen Gegenstand durch die Luft fliegen“ und glaubte an einen Weihnachtsbaum oder Teppich.

Wenig später seien auch schon zwei Polizeibeamte eingetroffen und hätten versucht, das Opfer wiederzubeleben – ohne Erfolg. Der getötete Familienvater stammte aus Kasachstan, er hinterlässt Frau und zwei Kinder. Der in seiner Heimat ausgebildete Ingenieur, dessen Abschluss in Deutschland nicht anerkannt wurde, soll zur Zeit des Aufpralls mit mindestens 1,3 Promille alkoholisiert gewesen sein.

Der Autofahrer sei nach der Kollision zunächst weitergefahren, so der Zeuge. Nach Aussage einer anderen Beobachterin (38) kam der Unfallfahrer ein Stück weiter zum Stehen. Von einem bekannten Unfallschwerpunkt hatte zuvor ein anderer Zeuge berichtet. Er stand an der Ampel hinter dem Golf des Angeklagten, der nach dem Start schnell 40 bis 50 Meter Abstand gewonnen habe. An der Fahrweise sei ihm jedoch nichts weiter aufgefallen.

Der Angeklagte selbst gab in der Verhandlung an, den Radfahrer, der wahrscheinlich die Fahrbahn überqueren wollte, nicht gesehen zu haben. Den Vorwurf, zu schnell unterwegs gewesen zu sein, bestreitet er: Wegen eines Motordefekts habe sein Golf gar nicht so stark beschleunigen können. Auch zu dieser Frage will die Richterin bei der Fortsetzung des Prozesses einen Kfz-Sachverständigen hören.

Wie schnell war ich? Gespannt blickte CDU-Spitzenkandidat Daniel Günther am Mittwoch auf die Anzeigetafel: Voller Elan waren er und 88 weitere Höhenjäger beim 3. Hochhauslauf der Christian-Albrechts-Universität am Mittwochabend auf dem Weg ins 14. Stockwerk an den Start gegangen – zu Fuß, nicht im Fahrstuhl.

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