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Kiel Touristen bescheren Kiel Rekord
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07:00 26.02.2014
Von Martina Drexler
Kiel Marketing und die Ostseeregion Schrevenborn/Gemeinde Heikendorf wollen auch in diesem Jahr an den Erfolg der Segelfähre auf der Kieler Förde anknüpfen. Quelle: Pregla
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Kiel

Schleswig-Holstein verbuchte 2013 ein Plus von drei Prozent. „Ohne die Städte hätte das Land kaum Wachstum verzeichnen können“, ist Uwe Wanger, Geschäftsführer von Kiel Marketing, überzeugt. Sie profitieren demnach vom Trend zu Kurzreisen und möglichst preisgünstiger Unterbringung. So legten in Kiel vor allem die Privatunterkünfte unter zehn Betten und die Zwei- bis Drei-Sterne-Hotels deutlich zu, während die Vier-Sterne-Häuser nur eine leicht bessere Auslastung registrierten.

 Besonders auffällig: Kiel wird bei ausländischen Gästen immer beliebter. Deren Anteil weise mit 134202 Übernachtungen einen sensationellen Zuwachs von 20,6 Prozent gegenüber 2012 auf, freute sich Wanger. Die stärkste Nation bleibt demnach Dänemark, gefolgt von Norwegen und Schweden. Doch auch die Schweizer und Niederländer entdecken immer mehr den Reiz der „Welthauptstadt des Segelns, der einzigen Großstadt am Meer mit einem Kreuzfahrthafen in der City, der Shopping Queen der Region und Kulturhauptstadt des echten Nordens“. Mit solchen Charakterisierungen, besonderen Veranstaltungen und dem Hinweis auf die einmalige Lage Kiels wirbt Kiel Marketing nach eigenen Angaben nachhaltig um noch mehr Besucher.

 „Es ist die Summe aller kleinen Schritte, die wir gehen“, begründet Wanger den Erfolgskurs. Dazu zählt er unter anderem die seit 2013 neuen Stadtrundfahrten „30 Highlights in 90 Minuten“, GPS-gesteuert in acht Sprachen, die Sorglos-Reisen, die Tagesgäste unter Einbindung des Öffentlichen Personennahverkehrs und kulinarischer Angebote zu bisher sechs und künftig 13 Ausflugszielen bringen sowie den Einsatz der ersten Segelfähre mit dem Museumsschiff „Albin Köbis“. Der Zuwachs bestärkt Wanger in seiner Forderung, dass Kiel bis 2022 etwa 1200 zusätzliche Hotelbetten und ein 1000 Plätze umfassendes Kongresszentrum braucht. Maritime Konferenz, Global Economic Symposium oder der Virologen-Kongress mit mehr als 1000 Teilnehmern: 2013 war ein Rekordjahr für Kiel als Kongressstadt.

 2014 will Kiel Marketing die Stadt unter der Marke Kiel Sailing City noch bekannter machen. Heute lädt der Verein zum ersten touristischen Branchentreff in den Kieler Yachtclub ein; im Mai soll es die erste Gastgebermesse geben. Auch die Idee, Gäste mit einem blauen Band auf dem Weg vom Hauptbahnhof durch die Innenstadt bis zum Ostseekai auf Attraktionen hinzuweisen, soll umgesetzt werden.

 Wenn es zudem gelinge, die Attraktivität der Innenstadt zu erhöhen, glaubt Wanger an weitere Höhenflüge der Tourismusbranche, die sich auch in den neuesten Zahlen des NIT (Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa) über deren Bedeutung als Wirtschaftsfaktor widerspiegeln. Danach entfaltet die Branche eine Beschäftigungswirkung von 15900 Stellen und kommt auf einen Bruttoumsatz von fast 900 Millionen Euro – 9,6 Prozent des Volkseinkommens in Kiel. Die Steuerwirkung beziffert NIT auf 19,5 Millionen Euro. Zum Vergleich: 2007 wurde der Bruttoumsatz mit 690 Millionen Euro angegeben, die Zahl der Stellen lag bei 14400.