Traditionssegler Zuversicht sucht Sponsoren für die Sanierung des Rumpfes
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Kiel Sorgen um die Zukunft der "Zuversicht"
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Traditionssegler Zuversicht sucht Sponsoren für die Sanierung des Rumpfes

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12:35 12.01.2021
Von Frank Behling
Der Kieler Segler "Zuversicht" ist in Not. Der Verein braucht 1,7 Millionen Euro für eine Reparatur.
Der Kieler Segler "Zuversicht" ist in Not. Der Verein braucht 1,7 Millionen Euro für eine Reparatur. Quelle: Frank Behling
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Für den 1905 in Dänemark gebauten Marstal-Schoner "Zuversicht" kam zum Ausfall der Fahrten auch noch eine Havarie hinzu. Im August gab der Dieselmotor seinen Geist auf.

Die Hafenfähre „Schwentine“ zog die „Zuversicht“ schließlich zurück in den Germaniahafen, wo der Segler dann im September auch noch einen Wassereinbruch erlitt. Die Feuerwehr konnte das Schiff aber retten.

„Wir haben das Schiff dann in die Rathje-Werft gebracht und den Rumpf besichtigen lassen. Das Ergebnis war ein Tiefschlag“, so Sonja Endres vom Verein Jugendsegeln. Der Besichtiger der Berufsgenossenschaft Verkehr fand bei der Untersuchung der ersten 15 Meter des Rumpfes einige altersbedingte Schwachstellen.

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Die Spanten sind das Problem

Insbesondere die sogenannten Spanten müssen zum Teil ausgetauscht werden. Die hölzernen Träger sind das Gerippe, das dem Rumpf die Stabilität und Widerstandskraft gibt. Deshalb ist man auch beim Verein Jugendsegeln fest entschlossen, diese Arbeiten unbedingt in Angriff zu nehmen.

Der beauftragte Gutachter nahm den Rumpf unter die Lupe und machte eine Kostenaufstellung für die Werftzeit. „Heraus kam eine Schätzung der Reparaturkosten von etwa 1,7 Millionen Euro“, so Endres.

Da der Verein bereits für die Reparatur des MAN-Diesels und die Abdichtung eines Lecks seine Rücklagen aufgebraucht hat, ist man jetzt auf der Suche nach Spendern und Sponsoren. „Da wir 2020 kaum fahren konnten, haben wir natürlich auch keine Einnahmen erzielt“, so Endres.

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Der erste Weg war die Einrichtung einer Spendenaktion auf der Crowdfunding-Plattform „betterplace.org“. Dort sind immerhin bereits 29 Spenden mit mehr als 5000 Euro eingegangen.

„Damit können wir zwar erste Schritte machen, es wird aber nicht für die große Reparatur reichen“, sagt Endres. Deshalb ist der Verein jetzt auf der Suche nach weiteren Unterstützern.

„Wir haben auch die Politik angeschrieben und hoffen auf Unterstützung“, berichtet Endres. Der Kieler SPD-Bundestagsabgeordnete Mathias Stein (SPD), der unweit vom Liegeplatz sein Büro hat, wurde auch schon angesprochen. Gleichzeitig will Endres nach öffentlichen Fördermitteln Ausschau halten.

Eine gute Nachricht gibt es aber: Das Leck im Rumpf ist abgedichtet, und die „Zuversicht“ konnte bei der Rathje-Werft wieder ins Wasser gelassen werden. Richtig segeln kann sie aber erst dann, wenn der Rumpf überholt ist.

Seit 20 Jahren Teil der Kieler Traditionsschiffsflotte

Der 1995 gegründete Verein Jugendsegeln hat die „Zuversicht“ vor 20 Jahren gekauft. Seitdem ist das Schiff Teil der Kieler Traditionsschiffsflotte.

Vom Liegeplatz am Germaniahafen aus hat der 30 Meter lange Schoner seitdem eine Vielzahl von Reisen in die westliche Ostsee unternommen und an fast jeder Windjammerparade teilgenommen.

Schwerpunkte der Vereinsarbeit sind die maritime Traditionspflege, Erlebnispädagogik und ökologische Jugendbildung. Seit 2011 kooperiert der Verein auch mit dem Bildungsprojekt „Klimasail“. Darüber hinaus dient das Schiff auch der Kontaktpflege mit dänischen Nachbarn, wo die „Zuversicht“ bis etwa 1980 beheimatet war.

Jorid Behn 12.01.2021
Michael Kluth 12.01.2021
Niklas Wieczorek 12.01.2021