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Kiel Fünf Mitfahrbänke eingeweiht
Kiel Fünf Mitfahrbänke eingeweiht
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07:07 24.10.2019
Von Annette Göder
Probesitzen zur Einweihung: Christel Wollgien (Anlaufstelle Nachbarschaft Elmschenhagen Süd und Kroog), Kathrin Weighardt (Awo-Fachbereichsleitung Bürgerschaftliches Engagement), Marco Outzen (Ortsbeiratsvorsitzender Wellsee/Kronsburg/Kroog) sowie Fahrgast Franz Leiher (von links) freuen sich über die neue Mitfahrbank am Bebelplatz in Elmschenhagen. Quelle: Annette Göder
Kiel

In ländlichen Gebieten gibt es das Prinzip schon länger, das so aussieht: Frau Müller möchte von A nach B und setzt sich auf die Mitfahrbank. Sie klappt die Schilder um und wählt so ihr Ziel. Frau Meier fährt auf ihrem Weg nach B an der Bank vorbei und nimmt Frau Müller kostenlos mit.

Am Andreas-Hofer-Platz, am Friedhof Elmschenhagen, am Bebelplatz, an der Kreuzung Rönner Weg/Zeppelinring sowie in der Segeberger Landstraße gegenüber der Apotheke wurden nun Mitfahrbänke aufgestellt. In der Liselotte-Herrmann-Straße soll bald ein sechster Standort hinzukommen. Gewählt wurden Orte, an denen die Busse seltener fahren. Ziele auf den Schildern sind jeweils die Orte der Mitfahrbänke.

Frage des Versicherungsschutzes keine Hürde

Die Vorteile liegen auf der Hand: Menschen ohne Auto werden mobiler, die Aktion schont das Klima, und möglicherweise wird der Kontakt in der Nachbarschaft gefördert. „Die Mitfahrbänke sollen eine Ergänzung zum öffentlichen Personennahverkehr sein“, teilte der Leiter des Kieler Tiefbauamtes Peter Bender mit.

Dabei sei die Frage des Versicherungsschutzes keine Hürde, denn die private Kfz-Haftpflichtversicherung schließe die gelegentliche Mitnahme von fremden Personen mit ein. Die Bänke sind recht schlicht gehalten. Neben ihnen stehen Masten aus Metall, die oben in einem Wimpel mit dem Aufdruck „mitfahren“ auslaufen und in deren Mitte Schilder mit den Zielen zum Umklappen angebracht sind.

Von der Idee zur Umsetzung vergingen zwei Jahre

Der Gedanke, Stadtbezirke auf diese Weise zu vernetzten, entwickelte sich schon vor zwei Jahren in Elmschenhagen. Kathrin Weighardt von der Awo erinnerte sich an die „Geburtsstunde“ der Idee: „Zu einer unserer Sprechstunden kam ein älterer Herr, der sich mehr Bänke wünschte. Und danach klagte eine Besucherin, dass der Bus nicht am Wochenende fahre.“ Beide Anliegen wurden verbunden.

Der Ortsbeirat Elmschenhagen beantragte für dieses Vorhaben dann Geld aus dem Fonds „Gemeinsam Kiel gestalten“, der von der Ratsversammlung ins Leben gerufen worden ist. Auch der Ortsbeirat Wellsee/Kronsburg/Rönne begeisterte sich für dieses Projekt und beantragte aus dem Topf Fördergelder für entsprechende Bänke in seinem Bezirk.

Mitfahrbänke gehören zum Mobilitätskonzept der Stadt Kiel

„Die Stadt hat daraufhin vorgeschlagen, das Projekt in das städtische Mobilitätskonzept einzubinden“, erzählte der Vorsitzende des Ortsbeirats Wellsee/Kronsburg/Rönne Marco Outzen. Es folgten vielfältige Gespräche und Planungen. „Das war der Grund, warum die Umsetzung der Idee so lange gedauert hat“, erläuterte Christel Wollgien von der Anlaufstelle Nachbarschaft Elmschenhagen/Kroog, die sich freute, dass das Projekt nun startet. „Es ist sinnvoll, Teil eines größeren Konzepts zu sein“, sagte Outzen.

So hat die Stadt die Bänke und die Schilder bezahlt und das Aufstellen übernommen. Das Geld aus dem Förderprogramm können die Ortsbeiräte und die Anlaufstellen Nachbarschaft nun für Flyer, weitere Werbung und bedruckte Baumwolltaschen nutzen. „Diese sind ein zusätzliches Signal für das Interesse an einer Mitfahrgelegenheit“, sagte Outzen. Er habe schon Anfragen von anderen Ortsbeiräten erhalten, die sich für das Pilotprojekt interessierten.

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