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Kiel Traumschiff „Berlin“ auf Stippvisite
Kiel Traumschiff „Berlin“ auf Stippvisite
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07:55 16.07.2013
Von Frank Behling
Die 1979/80 bei HDW gebaute „Berlin“ kehrt als „FTI Berlin“ am Mittwoch um 9 Uhr nach Kiel zurück. Quelle: FB
Kiel

Das Schiff fährt jetzt unter der Flagge des deutschen Reiseveranstalters FTI aus München. In Kiel kommen neue Gäste an Bord, die Kurs auf Spitzbergen nehmen. Gleichzeitig endet für rund 400 Passagiere eine 14-tägige Ostseerundreise. „Wir freuen uns darauf, mit dem Schiff wieder nach Kiel zu kommen“, sagt Falk-Hartwig Rost, Direktor bei FTI Cruises.

Mit diesem Törn kommt das Schiff auch zu seinen Wurzeln zurück: Die Geschichte der „FTI Berlin“ begann an der Förde. Am 4. September 1979 wurde das Schiff dort unter der Baunummer 163 im Baudock auf Kiel gelegt. Es war der erste moderne Kreuzfahrtneubau der Werft. Auftraggeber war damals der Reeder Peter Deilmann aus Neustadt in Ostholstein. Im Juni 1980 lieferte HDW das Schiff an den Reeder ab. 1986 wurde die „Berlin“ dann von den Produzenten der Fernsehserie „Das Traumschiff“ entdeckt. Die Arbeit war so erfolgreich, dass die Fernsehteams über Jahre an Bord blieben. Die „Berlin“ war nach der „Astor“ und der „Vistafjord“ das dritte Schiff, das so in die Fernsehgeschichte einging. Von 1986 bis 1999 wurden an Bord 21 Folgen der Fernsehserie gedreht. Seit 1999 ist die ebenfalls für Deilmann bei HDW gebaute „Deutschland“ in dieser Rolle zu sehen.

Nach dem Tod des Reeders verkauften die beiden Deilmann-Töchter das Schiff 2004 an eine britische Reederei. Die „Berlin“ fuhr danach als „Orange Melody“ für russische Passagiere und als „Spirit of Adventure“ für britische Urlauber. 2011 kehrte das Schiff wieder nach Deutschland zurück und kam unter dem Namen „FTI Berlin“ als erstes Schiff in die neue Kreuzfahrtsparte des Münchener Veranstalters FTI. „Am Anfang hatten wir schon viele Passagiere, die das Schiff noch aus Deilmann-Zeiten kannten, doch das ist langsam vorbei“, sagt Rost. Der Kauf des Schiffes sei ein Glücksfall gewesen. „Es gibt im deutschen Markt eine starke Nachfrage nach kleineren Schiffen. Passagiere, die bei uns buchen, mögen die familiäre Atmosphäre und die Überschaubarkeit des Schiffes“, sagt Rost.

Die 139 Meter lange „FTI Berlin“ hat Platz für maximal 420 Passagiere und eine 180 Mitglieder starke Besatzung. Angetrieben wird das in Malta registrierte Schiff von zwei aus Kiel stammenden MaK-Motoren. Während der Liegezeit am Ostseekai bekommt Kapitän Oleg Panchenko auch Besuch von einer Delegation des Hafens und der Agentur Sartori & Berger. Dabei wird ihm der Zinnteller des Hafens sowie eine Plakette des Maklers überreicht. Das Schiff war zwar als „Berlin“ bereits mehr als 20 Mal in Kiel, hat aber nie diese Auszeichnung bekommen, da es in Kiel gebaut wurde. Theoretisch hätte der Teller bei der Kiellegung 1979 bereits im Baudock überreicht werden müssen. „Das Schiff wird auch in den kommenden Jahren wieder regelmäßig in Kiel zu Gast sein“, sagt Falk-Hartwig Rost. Am Mittwoch wird das Schiff von 9 bis 19 Uhr am Ostseekai zu sehen sein.