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Kiel Trotz Sehschwäche zur eigenen Praxis
Kiel Trotz Sehschwäche zur eigenen Praxis
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15:15 12.11.2019
Von Martin Geist
Eine Frage des Gefühls: Andrea Christiansen bei der Arbeit in ihrer neuen Massagepraxis. Quelle: Martin Geist
Kiel

„Natürlich gab es gerade am Anfang echt schwierige Phasen“, erinnert sich Andrea Christiansen an die Zeit, als es losging mit ihrem Augenproblem. Auf der anderen Seite war sie jedoch entschlossen, sich von dieser Beeinträchtigung nicht den Lebensmut nehmen zu lassen: „Ich bin genauso wie die anderen zur Disco gegangen und hatte meinen Spaß.“ Überhaupt gab es für die Kielerin nie einen Grund, sich vom ganz normalen Leben fernhalten zu lassen. Ihr Freundes- und Bekanntenkreis besteht zum allergrößten Teil aus Sehenden, nach der Schule absolvierte sie eine Ausbildung zur Bürokraft und fand einen Arbeitsplatz als Justizangestellte beim Landgericht.

Sie kündigte ihren sicheren Job

„Das war absolut in Ordnung, aber irgendwie fehlte mir trotzdem etwas“, beschreibt sie ihre Gefühle. Schon 2007 hatte sich die Norddeutsche in Hessen in ayurvedischer Massage ausbilden lassen, aber schon der inzwischen sechs und elf Jahre alten Kinder wegen kam sie zunächst nur dazu, diese Kenntnisse nebenbei anzuwenden. Jetzt ist das anders. Andrea Christiansen hat ihren Job am Gericht gekündigt und sich ihre eigene Massagepraxis im Physiotherapie- und Gesundheitszentrum Kühne in der Straße Wulfsbrook eingerichtet. Gedämpftes Licht, der Duft von Kerzen und Ölen, Musik zum Entspannen, all das prägt den kleinen Raum, in dem die Massagen nach den vor ungefähr 5000 Jahren in Indien entstandenen Prinzipien der Heilkunst Ayurveda vorgenommen werden. „Wir schauen ganzheitlich auf den Menschen und beziehen nach Möglichkeit alle Sinne ein“, beschreibt sie das, was Ayurveda ausmacht. Die Sehkraft spielt beim Massieren dagegen gewiss keine Rolle. „Man schließt sowieso ganz oft die Augen, weil es halt stark aufs Gefühl ankommt“, weiß Andrea Christiansen.

Start mit Schwierigkeiten

Durchaus ihre Schwierigkeiten hatte die Existenzgründern allerdings anfangs mit Themen wie Buchhaltung, Steuern und Versicherung. „Da war ich total unsicher“, gibt sie zu und preist sich glücklich, dass sie zur Gründungsberatung vom Frauennetzwerk zur Arbeitssituation gefunden hat. Dort lernte sie, dass diese Themen zwar tatsächlich nicht unterschätzt werden dürfen, aber eben auch keine unüberwindlichen Hürden darstellen.

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