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Kiel Greta Burmeister operiert im Sudan
Kiel Greta Burmeister operiert im Sudan
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13:00 17.07.2019
Von Steffen Müller
Apotheken gibt es in den Nuba-Bergen nicht. Die Medikamente werden im Krankenhaus im Dorf Lwere ausgegeben, das die Hilfsorganisation Cap Anamur 1997 errichten ließ und betreibt. Quelle: Jürgen Escher
Kiel

Als Chirurgin und Notfallmedizinerin war die 31-jährige Greta Burmeister fünf Jahre lang am Kieler Universitätsklinikum beschäftigt und musste in der Zeit viel Bürokratiearbeiten erledigen, Aufgaben, die für jeden Arzt anfallen und dazu führen, dass den Patienten nur wenig Zeit geschenkt werden kann und Behandlungen zu kurz kommen. Doch darum geht es Burmeister in ihrem Job. "Ich wollte zurück an die Basis der Medizin", erklärt die Kielerin ihren Entschluss, sechs Monate im Sudan Entwicklungsarbeit zu leisten.

Bereits nach ihrem Praktischen Jahr im Studium verschlug es die Ärztin nach Afrika, für sechs Wochen arbeitete sie in einem Krankenhaus in Sambia. Da ihre Karriere damals aber noch ganz am Anfang war, konnte Burmeister nicht so intensiv helfen, wie sie es gerne getan hätte. Mittlerweile, mit mehreren Jahren Berufserfahrung, ist das anders. Zwar ist ihre chirurgische Ausbildung noch nicht abgeschlossen, doch verfügt sie – auch dank einer Zusatzausbildung zur Notärztin – über ein breites medizinisches Wissen. Und das ist im Sudan gefragt.

Auskommen mit dem, was da ist

Denn in dem Krankenhaus im kleinen Ort Lwere in den Nuba-Bergen, das 1997 von Cap Anamur errichtet wurde, war Burmeister die einzige studierte Ärztin. Sie musste Kinder zur Welt bringen, Wunden versorgen, Knochenbrüche und Infektionen behandeln. "Man muss ein echter Allrounder sein", sagt die 31-Jährige – und das unter ungewohnten Arbeitsbedingungen. Denn im Gegensatz zum UKSH verfügt die Klinik in Lwere nur über eine rudimentäre Ausstattung. Während in Deutschland durch Elektrokoagulation Blutungen bei Operationen schnell gestillt werden können, musste sich Burmeister im Sudan mit Klemmen behelfen, um überhaupt zu sehen, was sie operiert. Auch fehlten Geräte, um Patienten während einer Vollnarkose zu beatmen. Stattdessen bekamen die Patienten eine Spinalanästhesie, waren während der Operation also wach.

Trinkwasser aus Brunnen, Strom aus dem Generator

Doch nicht nur die Krankenhausausstattung unterscheidet sich vom Leben in Deutschland. In den Nuba-Bergen im Süden des Landes herrschen einfache Lebensumstände, Trinkwasser gibt es nur aus einem Brunnen, der Strom stammt von einem Generator oder einer Solaranlage, die Cap Anamur auf dem Krankenhaus-Dach installierte. Gelebt wird in kleinen Steinhütten mit Wellblech- oder Strohdächern, Fenster gibt es nur selten, das gilt auch für das Krankenhaus. Als Toilette diente eine Latrine, und eine Dusche bestand darin, sich einen Bottich Wasser über den Körper zu schütten.

Konflikte im Sudan

Die politische Situation im Sudan ist angespannt. Seit Jahrzehnten gibt es in dem ostafrikanischen Land kriegerische Auseinandersetzungen zwischen der Regierung und Rebellen, die 2011 in eine Abspaltung des Südsudans gipfelten. Erst vergangene Woche kam es zu einem Putschversuch gegen den Militärrat. Die Situation in den Nuba-Bergen ist aus einem weiteren Grund prekär. Die Region will sich dem Südsudan anschließen, die Militärregierung verhindert dieses Vorhaben aber und unterdrückt die Bevölkerung. In den Höhlen der Berge suchen daher viele Bürger Schutz, aus Angst vor Angriffen wird der genaue Standort des Cap-Anamur-Krankenhauses nicht verraten.

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