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Kiel Lungenheilkunde: UKSH plant Lehrstuhl
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08:09 09.01.2020
Von Michael Kluth
Das UKSH will Versorgung, Forschung und Lehre in der Pneumologie vorantreiben – unter anderem mit einer ordentlichen Professur. Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Nach dem spektakulären Wechsel von sechs Lungenspezialisten unter Führung von Prof. Burkhard Bewig vom UKSH zum Städtischen Krankenhaus Kiel (SKK) will das UKSH jetzt Krankenversorgung, Forschung und Lehre in der Pneumologie vorantreiben. Dazu könnte es nach der außerordentlichen Professur des abgewanderten Praktikers Bewig eine ordentliche Professur mit diesem Lehrstuhl für einen Spitzenforscher geben.

Kieler Spitzenmedizin in voller Breite

Entsprechende Überlegungen bestätigt der Dekan der Medizinischen Fakultät an der Christian-Albrechts-Universität, Prof. Ulrich Stephani, auf Nachfrage. „Wir haben die Ausschreibung einer ordentlichen Professur in den Gremien der Fakultät ermöglicht“, berichtet Prof. Stephani. „Momentan entscheiden wir in Abstimmung mit dem Vorstand über die besten Strukturen einer neu aufgestellten Pneumologie, um auch hier die Spitzenmedizin des UKSH in voller Breite anbieten zu können.“

Fünf der sechs freien Stellen sind schon neu besetzt

Das UKSH hat die frei gewordenen klinischen Stellen von Prof. Bewig und fünf weiteren Lungenfachärzten am UKSH bis auf eine Stelle schon wieder besetzt. Und dabei will das UKSH es im Idealfall nicht belassen.

„Mit der klinischen Routineversorgung allein ist es nicht getan“, argumentiert der Direktor der UKSH-Klinik für Innere Medizin I, Prof. Stefan Schreiber. Ein Uniklinikum müsse auch höchste Ansprüche an Forschung und Lehre erfüllen.

"Kiel muss akademisch mehr tun"

Zum Exzellenzcluster der Universität in der Entzündungsforschung gehöre die Lungenheilkunde zwingend dazu, so Prof. Schreiber. Er ist sicher: „Wir müssen in der Lungenheilkunde in Kiel akademisch mehr tun. Dazu gehört auch die unmittelbare Umsetzung neuester Erkenntnisse in individuelle Diagnostik und Therapie.“

Der Direktor gratulierte seinem bisherigen Stellvertreter Bewig dazu, dass er am Städtischen Krankenhaus nun eine neue, eigenständige Klinik für Lungenheilkunde leite. „Er hat es geschafft, Chefarzt zu werden – Glückwunsch“, so Prof. Schreiber. Er schätze den „klasse Kollegen“ sehr. Die Interaktion mit Prof. Bewig sei über Jahre durch gegenseitiges Vertrauen und hohe Kompetenz geprägt.

Nun müsse das UKSH „die Chance zur Gestaltung“ nutzen, um den Bereich Lungenheilkunde neu zu ordnen, regt der leidenschaftliche Mediziner an. Die Bekämpfung von Lungenerkrankungen werde immer wichtiger.

Den Patienten alles anbieten, was es gibt

Als Beispiel nennt Prof. Schreiber die Lungenfibrose. Das ist die Vernarbung und Verhärtung des Organs. „Da gibt es ganz neue Medikamente und Methoden“, weiß der forschungsstarke Praktiker. „Bei solchen unheilbaren Erkrankungen müssen wir den Patienten alles anbieten, was es gibt.“

Ob das UKSH dafür seinerseits eine eigenständige Lungenklinik aufbaut, lässt Prof. Schreiber offen: „Nicht notwendigerweise“, sagt er. Ein anderer Weg sei eine ordentliche Professur zusätzlich zur auf die Lunge spezialisierten klinischen Infrastruktur. An anderen Unikliniken sei das längst Standard.

Keine unnötige Konkurrenz zum Städtischen Krankenhaus

Zwar warnt Prof. Schreiber wie zuvor schon UKSH-Sprecher Oliver Grieve vor einer Doppelstruktur in Kiel, will aber ausdrücklich „keine Konkurrenz mit dem Städtischen Krankenhaus herbeireden“. Beide Häuser müssten sich schlicht medizinisch „sauber definieren“, dann gebe es auch keine unnötige Konkurrenz.

Ein städtisches Klinikum sei für die Grundversorgung von Patienten „unglaublich wichtig“, so Prof. Schreiber, aber „wir müssen viel mehr. Wir müssen Spitze sein.“

Kiel strebt einen Nordverbund der Lungenkliniken an

Die ordentliche Professur für Lungenheilkunde soll nach ersten Überlegungen zwar an der Kieler Christian-Albrechts-Universität eingerichtet werden und ihren Sitz auch in Kiel haben, aber in einen Nordverbund mit der Lungenklinik Großhansdorf bei Hamburg, der Klinik am Forschungszentrum Borstel im Kreis Segeberg und der Medizinischen Klinik III am UKSH in Lübeck integriert werden.

Auch der hochdekorierte Direktor der Lungenklinik Großhansdorf, Prof. Klaus Rabe, arbeitet auf einer ordentlichen Professur der CAU – allerdings eben in Großhansdorf. Trotzdem werde Prof. Rabe bei der Neuordnung in Kiel „eine wichtige Rolle spielen“, heißt es aus der CAU.

Einen Kommentar zum Klinik-Coup finden Sie hier

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