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Kiel Bunker soll Bürogebäude werden
Kiel Bunker soll Bürogebäude werden
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11:00 10.05.2019
Von Martin Geist
So soll der Bunker am Gaardener Ring einmal aussehen. Im aufgestockten Bereich sollen Büros und Dachterrassen geschaffen werden. Quelle: Büro Schnittger Architekten+Partner
Kiel

Ende 2016 hatte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) den Bunker am Gaardener Ring als letzten in Kiel verkauft. Zugegriffen hatte damals Peer Rüdel, dessen Firma Walter CMP ihren Sitz an der Alten Weide hat und mit 90 Beschäftigten einen Versandhandel für Ärztebedarf betreibt. „Wir brauchen Platz“, nennt Rüdel den schlichten Grund für sein Bunker-Investment. Überzeugt hat ihn die zentrale Lage der ungewöhnlichen Immobilie, ein Ansporn für ihn war aber auch das Bestreben, daraus gestalterisch etwas Ansprechendes zu machen. „Ich habe Freude an Architektur“, sagt der Unternehmer, der seine Pläne am Mittwochabend gemeinsam mit Immanuel Mihm vom Kieler Büro Schnittger Architekten und Partner im Ortsbeirat Gaarden vorstellte.

Mihm bestätigte, dass ein solches Gebäude tatsächlich so manche Herausforderung in sich birgt. Die dicken Außenwände werden noch einmal vom vier Meter starken Dach getoppt, im Innern des dreigeschossigen Bauwerks ist das mittlere Geschoss noch nicht einmal zwei Meter hoch und wäre damit höchstens zu Lagerzwecken nutzbar.

Für den Umbau muss der Bunker entkernt werden

Weil die Walter CMP aber Büroräume braucht, wird das Gebäude umfassend entkernt. Auch das Zwischengeschoss entfällt, sodass der Bunker laut Architekt Mihm künftig zwei Geschosse mit „hohen, hellen Räumen“ aufweisen wird. Das dazu nötige Licht kommt von großen Fensterflächen, die auch nicht gerade mal eben so geschaffen werden können. Gebraucht wird dafür eine Spezialfirma, die den Beton mit Diamantsägen herausschneidet.

Während die Fassade des Bunkers nicht auf schick getrimmt werden, sondern weiterhin von dessen kriegerischen Ursprüngen künden soll, geht es auf dem Dach extravaganter her. Dort wird mit einem Staffelgeschoss aufgestockt, das weitere Büroflächen und dazu großzügige Dachterrassen bietet. Die Fassade dieses neuen Teils dürfte aus Kupfer oder Bronze und in jedem Fall aus einem Material bestehen, das etwas hermacht.

Begeisterung über Bunkerpläne

„Hell begeistert“ war nach den Worten von CMP-Chef Rüdel der Beirat für Stadtgestaltung von den Plänen. Und ebenfalls sehr wohlwollend äußert sich der Ortsbeirat Gaarden. Gerade an dieser Stelle, die den Anfang von Gaarden markiert, „kann ein solcher Bau nur positiv sein“, meint Vorsitzender Bruno Levtzow (SPD).

Was den Zeitplan betrifft, will sich Peer Rüdel, nach dessen Angaben wahrscheinlich auch einige Büroflächen zur Vermietung entstehen werden, noch nicht genau festlegen. Umgehend will der Unternehmer ins Genehmigungsverfahren einsteigen, wagt jedoch ebenso wie der Architekt keine Prognose, wie lange das dauern könnte. Einziehen sollen seine Mitarbeiter „in den nächsten fünf Jahren“, gibt sich Rüdel vorsichtig.

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