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Kiel Schüler sammeln Kippen in der Innenstadt
Kiel Schüler sammeln Kippen in der Innenstadt
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18:04 05.03.2020
Selina Kloth (12, links) und Indra Hingst (12) von der Toni-Jensen-Gemeinschaftsschule Kiel sammeln Zigarettenkippen in der Holstenstraße in Kiel. Quelle: Frank Peter
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Kiel

"Raucher schaden nicht nur sich selbst, sondern auch der Umwelt. In den Kippen ist Celluloseacetat, also Kunststoff, drin. Im Prinzip ist es das gleiche Problem wie bei Plastiktüten, plus noch Schadstoffe dazu", berichtet Ina Walenda, Landesgeschäftsführerin des Vereins. "Die Kippen enthalten 4000 chemische Substanzen, die werden vom Regen ausgewaschen und gelangen in die Kläranlagen, wo sie nicht abgebaut werden. Dann gelangen sie zurück ins Grundwasser und die Gewässer, wo die Fische sie aufnehmen", erklärt sie. "Wir sind nicht hier, um Raucher zu bekehren, sondern um darauf aufmerksam zu machen."

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Die zwölfjährigen Schülerinnen Selina Kloth und Indra Hingst kennen die Folgen, die die Zigarettenstummel in der Natur verursachen. "Das Wegwerfen ist Umweltverschmutzung und nicht gut für die Welt", meint Selina. Gar nicht gut sei es, dass Menschen ihre Kippen einfach auf dem Boden liegen lassen, ergänzt Indra. Zusammen mit ihren Mitschülern sammelt sie zwei Stunden lang die Reste zwischen den Pflastersteinen auf, verteilt Broschüren an Passanten und hält Aschenbecher für Raucher bereit.

"Kippenkonferenz" am Freitag im Wissenschaftspark

Die Sammel-Aktion hat der Verein bereits in vielen Städten in Schleswig-Holstein veranstaltet. Die Kieler Innenstadt war die letzte Station der Tour. Am Freitag laden die Initiatoren zu einer Konferenz im Wissenschaftszentrum Kiel ein. Dort wollen sie sowohl Kommunalpolitiker als auch normale Bürger ansprechen. "Die Kommunen sind für die Entsorgung zuständig, wir wollen diskutieren, welche Maßnahmen die geeignetsten sind, um das Problem anzugehen“, so Walenda. "Kippen gehören in den Restmüll, das ist die einfachste Lösung", erklärt sie.

Zigarettenkippen gelangen auch ins Meer

Unterwegs seien Taschenaschenbecher nützlich. Für den Sommer plant der Verein, weitere Hinweisschilder am Strand über die richtige Entsorgung aufzustellen, denn Kippen würden dort häufig gefunden. "Die Möwen verwechseln es mit Nahrung. Wenn die Kippen ins Meer gelangen, werden sie immer weiter zersetzt, bis sie zu Mikroplastik werden." Die Aktion in den Städten stößt auf positive Resonanz: "Das Interesse der Passanten ist da und das Verständnis ist groß. Ich habe die Hoffnung, dass sich etwas ändert."

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Veranstaltung "Unsere Umwelt ist kein Aschenbecher", Freitag, 6. März, von 14 bis 17 Uhr im Wissenschaftspark Kiel, Fraunhoferstraße 13. Unter anderem mit Umweltminister Jan Philipp Albrecht und Toxikologe Prof. Edmund Maser. Der Eintritt ist frei.

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