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Kiel Ein Fall für die Soko Madagaskar
Kiel Ein Fall für die Soko Madagaskar
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18:00 14.06.2019
Von Gunnar Müller
Foto: Proben der "Tatwaffe" betrachtet Dr. Eckart Bedbur, Leiter des Geologischen und Mineralogischen Museums, unter dem Mikroskop.
Detektiv-Arbeit bei der Ausstellungsbesichtigung: Proben der "Tatwaffe" betrachtet Dr. Eckart Bedbur, Leiter des Geologischen und Mineralogischen Museums, unter dem Mikroskop. Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

„Professorin Kathrin Berg (57) wurde am Abend des 8. April leblos im Geologischen und Mineralogischen Museum entdeckt. Die angesehene Lagerstättengeologin und Spezialistin für Seltene Erden der Universität Kiel hatte zu einem Empfang geladen.“ Mit diesem fiktiven Bericht in den „Förde Nachrichten“ beginnt die Spurensuche im real-existierenden Museum der Christian-Albrechts-Universität (CAU) zu Kiel.

Besucher werden zu Ermittlern

Die Handlung erinnert ein bisschen an Agatha Christies Kriminalroman „Mord im Orient-Express“: Ein Fahrgast wird ermordet, alle anderen haben mehr oder weniger gute Tatmotive. Dann ermittelt Privatdetektiv Hercule Poirot. In Kiel schlüpfen jedoch Ausstellungsbesucher selbst in die Rolle des Sonder-Ermittlers. Bereits bevor man den „Tatort", das Museum, betritt, werden einzelne Protagonisten, die möglicherweise etwas mit dem Tod der Professorin zu tun haben, vorgestellt: unter anderem der Liebhaber, der Geologe, die Umweltaktivistin oder die Vertreterin aus Madagaskar.

Streit um Seltene Erden

Warum aber Afrika? Von dort kehrte Kathrin Berg von einer Expedition zurück, bei der sie auf große Vorkommen Seltener Erden gestoßen war und die sie mit revolutionärer Technik gewinnen wollte. „Seltene Erden treten weltweit gesehen relativ häufig auf“, erklärt Dr. Eckart Bedbur vom Museum. Allerdings: Nicht jede Seltene Erde werde – derzeit jedenfalls – eingesetzt. Wichtig sind sie dennoch, etwa für Smartphones und Tablets. Zwischen dem an Vorkommen reichen China und den USA kam es erst vor Kurzem zu einem Streit darüber.

Wissenswertes über Seltene Erden nebenbei

Neben eigenen „Mordermittlungen“ lernen Besucher so scheinbar nebenbei vieles über Seltene Erden, Bergbau und die Konflikte um diese wertvollen Rohstoffe. „Wir haben uns die ,Soko Madagaskar’ von der Terra-Mineralis-Ausstellung der Bergakademie Freiberg ausleihen dürfen“, erklärt der Wissenschaftler. Und so sind – der Hinweis sei vorab erlaubt – einige akustische Hinweise mit einem leichten sächsischen Akzent versehen.

Planungen begannen im vergangenen Jahr

Bereits im vergangenen Herbst fuhren Eckart Bedbur und seine beiden studentischen Helfer Jasmin Hiller und Dorian Harder zur Ausstellung. Gemeinsam überlegten sie, wie sie die Ausstellung auf die Kieler Räume übertragen können. „Wir sind ein spezialisiertes Museum und dann an einer Uni – das weckt manchmal Berührungsängste“, so Bedbur. Daher die neue Herangehensweise, Wissen spielerisch und altersgerecht zu vermitteln. „Nur lesen muss man können, um den Fall zu lösen“, erklärt der Geologe: Spuren und kleine versteckte Notizen.

Ab Sonntag, 16. Juni, bis Ende Januar 2020 können Besucher selbst als „Soko Madagaskar“ dem „Verbrechen“ im Geologischen und Mineralogischen Museum, Ludewig-Meyn-Straße 12, auf die Spur gehen.

Öffnungszeiten

Die Ausstellung hat montags bis donnerstags zwischen 8.30 und 16 Uhr sowie Freitag in der Zeit von 8.30 bis 14 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist kostenfrei. Gruppen können unter Telefon 0431/8802693 und per E-Mail an ebedbur@gpi.uni-kiel.de einen anderen Termin vereinbaren.

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