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Kiel Präsidentenwahl wird zum Zeitspiel
Kiel Präsidentenwahl wird zum Zeitspiel
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10:59 18.12.2019
Von Niklas Wieczorek
Das Interesse von Biologe Frank Kempken (links) und dem amtierenden Präsidenten Lutz Kipp am Führungsposten der CAU Kiel ist bekannt. Quelle: Frank Peter | Montage: Lina Schlapkohl
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Kiel

"Die Findungskommission arbeitet intensiv", sagt Physiologie-Professor Bleich, der dem Senat vorsitzt. Der Senat mit 22 wahlberechtigten Mitgliedern kürt den Präsidenten der Uni Kiel mit einfacher Mehrheit. "Wir rechnen mit der CAU-Präsidentschaftswahl Anfang 2020", so Bleich weiter. Endgültig stehe der Termin aber noch nicht. Auf der Internetseite der Uni Kiel sind derzeit zwei mögliche Sitzungen zur Wahl für den 11. und den 18. März terminiert. "Zunächst hochschulöffentliche Vorstellung der Kandidierenden, anschließend nichtöffentliche Aussprache und Wahl", heißt es dort.

Die Findungskommission arbeitet daran

Wie verläuft der Weg dorthin? Herrin des Verfahrens ist die genannte Findungskommission: Die muss laut Hochschulgesetz aus drei Mitgliedern des Hochschulrates sowie fünf des Erweiterten Senats bestehen, jeweils mindestens eine Frau. Den Vorsitz führt eine Vertreterin des Senats, im konkreten Fall Geografie-Professorin Natascha Oppelt. Die Kommission sichtet die Bewerbungen, lässt sich die Kandidaten vorstellen – und nach Absegnung durch die Gleichstellungsbeauftragten legt die Kommission einen Wahlvorschlag mit mindestens zwei Kandidaten vor, dem mindestens sechs Mitglieder zustimmen müssen.

Bekannt ist das Interesse an einer Kandidatur des Amtsinhabers, Physik-Professor Lutz Kipp, sowie von Biologie-Professor Frank Kempken. Selbst Kipp und Kempken sind nach Informationen unserer Zeitung noch nicht offiziell nominiert, beide wollen sich zum laufenden Verfahren nicht äußern. Kipp hatte im Februar bei einer vorgezogenen Neuwahl nicht ausreichend Stimmen erhalten und war zuletzt wegen der gescheiterten Exzellenz-Initiative und Geldforderungen ans Land in die Kritik geraten.

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Dem Vernehmen nach gibt es vier weitere männliche Interessenten – außerdem soll die Kommission eine Personalagentur mit der Suche nach weiteren Kandidaten, wohl auch weibliche, beauftragt haben. Ist das der Grund für die Verzögerung? Üblicherweise geht die Wahl ein halbes Jahr vor Ende der aktuellen Amtszeit über die Bühne – in Kipps Fall endet sie Ende Mai.

Das Hochschulgesetz besagt, die Wahl solle rechtzeitig erfolgen. Was genau das bedeutet, ist aber unklar. Erschwerend kommt hinzu, dass der Wahlgewinner bis Juni zusätzlich Vizepräsidenten bestimmen muss, um das Präsidium zu komplettieren – auch die Amtszeiten der aktuellen Vizepräsidentinnen Ilka Parchmann (Professorin der Chemie-Fachdidaktik), Anja Pistor-Hatam (Professorin der Islamwissenschaften) und Karin Schwarz (Professorin der Agrar- und Ernährungswissenschaften) enden Ende Mai.

Könnte es eine Zwangsverwaltung geben?

Da sogar schon gerüchteweise der Juni als Wahldatum auf dem Campus kursierte, machen sich Befürchtungen breit, dass die Uni Kiel ihre Spitze zu spät bestimmen könnte. Was wäre die Folge? Zuletzt gab es das Problem in diesem Jahr an der Uni Göttingen: Nach einem als zu undurchsichtig monierten und unzureichend dokumentierten Verfahren trat der letztlich gewählte Präsident sein Amt nicht an. Es übernahm ein Interimspräsident.

Dabei mischte sich der Wissenschaftsminister ein und forderte die Uni auf, "die Reihen zu schließen". Inoffiziell soll er gar gedroht haben, einen Staatskommissar einzusetzen. Schleswig-Holsteins Wissenschaftsministerin Karin Prien (CDU) ist ebenfalls nicht begeistert, dass sich das Verfahren zieht: "Ich hoffe darauf, dass bald Klarheit herrscht und wir uns angesichts der großen Herausforderungen für die CAU nun bald gemeinsam mit dem neuen Präsidium der Zukunft der Universität widmen können."

Ob für sie eine Zwangsverwaltung denkbar wäre? Das Hochschulgesetz sehe keine genaue Regelung vor, so das Ministerium – weitere rechtliche Möglichkeiten würden derzeit geprüft. Aber: "Die Autonomie der Hochschulen ist ein hohes Gut", so die Ministerin, "es gibt geregelte Verfahren, und wir stehen mit der Universität dazu im Kontakt."

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