Uni Kiel: Stress mit neuer Prüfungsordnung an der CAU
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Kiel Neue Prüfungsordnung: Studenten droht die Verlängerung
Kiel Neue Prüfungsordnung: Studenten droht die Verlängerung
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11:13 18.02.2020
Von Niklas Wieczorek
Die Umstellung einer Prüfungsordnung sorgt bei etlichen Studenten der Uni Kiel für Kopfzerbrechen. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa (Symbolfoto)/Ulf Dahl
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Kiel

Die Uni Kiel räumt mögliche Kommunikationsdefizite ein – und prüft, ob sie Hilfe anbieten kann.

Die Informationen über den Wechsel haben viele Studenten nicht rechtzeitig erreicht. Der betroffene Martin (Name von der Redaktion geändert) klagt: „Ich habe nach diesem Wintersemester alle Kurse abgeschlossen. Mir fehlt nur die Masterarbeit zum Abschluss.“ Der Wechsel in die neue Prüfungsordnung habe nun zur Folge, „dass ich noch mindestens ein Semester länger studieren muss als geplant, da das nach der neuen Ordnung notwendige Modul nur im Wintersemester angeboten wird“.

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Das Entsetzen ist groß, und es hagelt Vorwürfe: „Das kommt einem natürlich schon etwas ungerecht vor“, sagt Martin. Selbst wenn der Wechsel früher klar gewesen wäre, seien die Konsequenzen nicht rechtzeitig deutlich gemacht worden. „Ich bin enttäuscht über das Fehlen der Transparenz seitens der Uni. Hätte man mir das vorher, meinetwegen auch vor einem Semester, klargemacht, hätte ich anders geplant.“

Uni Kiel verweist auf „angemessene Übergangsfrist“

Der Christian-Albrechts-Universität ist die Problematik bekannt: „Der Wechsel der Prüfungsordnung erfolgte, weil im Zuge der vom Landtag beschlossenen gesetzlichen Neuregelung der Lehrkräftebildung in Schleswig-Holstein ein Praxissemester eingeführt wurde“, sagt Sprecher Boris Pawlowski. Dabei seien auch Studienverlauf und -anforderungen neu geregelt worden. Um jene, die nach der alten Bestimmung begonnen hatten, in die neue Struktur zu überführen, habe es eine „angemessene Übergangsfrist“ für den Studienabschluss gegeben – nämlich die Regelstudienzeit plus zwei Semester. Das sei keine Willkür, sondern geltendes Recht.

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Der offene Brief erhebt dagegen schwerwiegende Vorwürfe: Der Zwangswechsel würde erbrachte Leistungen entwerten, erhöhe den Arbeitsaufwand, stelle eine große Ungerechtigkeit dar. Und: „Nicht einmal an allen beteiligten Stellen ist der bevorstehende Wechsel transparent dargelegt“, so die Formulierung, „all seine Konsequenzen wurden offensichtlich mangelhaft kommuniziert; den Betroffenen selbst wurde nie auf offiziellem Wege die verabschiedete Ablauffrist ihrer geltenden Prüfungsordnung mitgeteilt“.

Der Brief hat auch den Allgemeinen Studierendenausschuss (Asta) erreicht: „Wir verstehen die Beschwerden der Studierenden“, erklären die Vorsitzenden Lisa-Marie Fricke und Johnny Schwausch. Die Umstellung der Studienordnung sei stets ein laufender Prozess, und in diesem Fall sei die Endphase der Umstellung erreicht. Aktuell laufe ein Dialog auf dem Campus: „In unseren Augen sollte sich eine kurzfristige Lösung finden lassen, die einigen Studierenden eine unnötig große Verlängerung erspart“, so die Vertreter.

Wie kann die CAU den betroffenen Studenten helfen?

Es gibt Hoffnung für die Betroffenen – denn auch die Uni räumt Fehler ein: „Es ist uns bewusst, dass es im Zuge der Neuregelung zum Teil zu Kommunikationsdefiziten gekommen sein könnte“, so Pawlowski, „möglicherweise haben nicht alle betroffenen Studierenden von den Änderungen und deren Konsequenzen Kenntnis genommen.“

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Die Studienabteilung prüfe daher derzeit gemeinsam mit den betroffenen Fächern, „inwieweit die Universität Hilfestellungen leisten kann, damit der Übergang vom alten in das neue Studiensystem möglichst reibungslos gelingt“. Wie diese aussehen können, will die CAU aber auf Nachfrage nicht schildern. „Mir würde ja schon eine simple Fristverlängerung helfen“, regt Martin an.

Lesen Sie den offenen Brief hier.

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