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Kiel Unmut über den Holstenplatz in Kiel
Kiel Unmut über den Holstenplatz in Kiel
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08:00 22.06.2019
Von Michael Kluth
Der Holstenplatz in Kiel: Die Weihnachtsmarkt-Beschicker wünschen sich fest installierte Wasseranschlüsse. Quelle: Frank Peter
Kiel

„Derzeit befindet sich die Bauverwaltung in der Vorbereitung der Auslobung des freiraumplanerischen Realisierungswettbewerbs“, heißt es darin. „Wann der Wettbewerb durchgeführt wird, kann derzeit noch nicht terminiert werden, da noch offene Fragen bearbeitet werden.“

Städtebaulicher Wettbewerb war für 2018 versprochen

Das hatte Anfang 2018 noch ganz anders geklungen. Da hatte Stadtbaurätin Doris Grondke die Überplanung der Plätze vom Holstenplatz über Asmus-Bremer-Platz und Berliner Platz bis zum Alten Markt angekündigt und einen städtebaulichen Wettbewerb noch 2018 in Aussicht gestellt.

„Wenn wir Glück haben, gibt es im Sommer 2019 Ergebnisse“, hatte das Stadtplanungsamt im März 2018 im Ortsbeirat Mitte angekündigt. Das wird nichts: Jetzt gibt es noch nicht mal den Wettbewerb.

Wasseranschlüsse für den Weihnachtsmarkt

Im Wirtschaftsausschuss ging es ausschließlich um den Holstenplatz. Dort sollen bei einer Umgestaltung auch gleich Leerrohre und Wasseranschlüsse verlegt werden.

Das geht auf einen Vorstoß der Weihnachtsmarkt-Beschicker zurück. Sie wollen ihr Geschirr selber spülen und nicht die zentrale Spülstation nutzen. Die Schausteller bieten dafür sogar eine Beteiligung an den Erschließungskosten an.

Positiver Nebeneffekt: Barrierefreiheit. Wenn Wasserleitungen im Boden verlegt sind, müssen Rollstuhlfahrer und Menschen mit Geh- oder Kinderwagen nicht Schlauchleitungen überwinden.

Stadtverwaltung verweigert Kostenschätzung

Der Ortsbeirat Mitte war dem Begehren der Weihnachtsmarkt-Beschicker gefolgt und hatte von der Stadtverwaltung eine Kostenaufstellung angefordert, die im Wirtschaftsausschuss vorgelegt werden sollte.

Jetzt die Antwort vom Amt: „Das Stadtplanungsamt hat mitgeteilt, dass davon ausgegangen werde, dass der Platz weiterhin und intensiv als multifunktionale Veranstaltungsfläche genutzt werden soll und dafür eine Infrastruktur einzuplanen sei, die auch Erfordernisse der Barrierefreiheit berücksichtige. ... Es sei aber derzeit noch zu früh, dafür eine Kostenschätzung vorzunehmen.“

Zudem sei die Stadt noch bis Weihnachten 2021 vertraglich an den Betreiber der zentralen Spülstation gebunden.

Schausteller sollen Wasser- und Stromverbrauch darlegen

Die Schausteller sollten nun zunächst ihren Strom- und Wasserverbrauch darlegen, wenn sie selbst an ihren Ständen Geschirr spülen. „Für das Gewerbe geeignete Spülmaschinen haben einen höheren Stromverbrauch als haushaltsübliche Geräte, weil die Spülgänge schneller abgeschlossen werden müssen.“

Sobald diese Daten vorlägen, „sollte zusammen mit der Abteilung Klimaschutz des Umweltschutzamtes geprüft werden, welche Auswirkungen unter Umweltgesichtspunkten zu erwarten sind. Dieses Ergebnis sollte bei der Entscheidungsfindung über das Selbstspülen Berücksichtigung finden.“

Linker greift die Bauverwaltung scharf an

Dem stellvertretenden Ausschussvorsitzenden Thomas Herrmann (Linke) genügte die amtliche Auskunft überhaupt nicht. „Wir wollten eine Kostenaufstellung, damit wir entscheiden können. Jetzt sagt die Verwaltung: Entscheidet mal, dann sagen wir Euch die Kosten. So geht das nicht.“

Herrmann forderte die Stadtverwaltung auf, ihre Arbeit zu machen. „Es ist wie im echten Leben: Die kriegen Gehalt, also sollen sie auch arbeiten!“

Verwaltung soll Kostenschätzung jetzt nachreichen

Die Verwaltung soll die Kostenaufstellung nunmehr nachreichen. Der Ausschuss erhöht damit mittelbar auch den Druck auf die Bauverwaltung, insgesamt mit der Umgestaltung der Plätze entlang der Holstenstraße endlich voranzukommen.

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