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Kiel Initiative kämpft für das Bunkerbild
Kiel Initiative kämpft für das Bunkerbild
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08:00 01.09.2018
Von Annette Göder
Foto: Zur Initiative, die sich für den Erhalt des Fassadengemäldes am Iltisbunker einsetzt, gehören Hans-Heinrich Rohwer, Richard Petersen, Dietmar H. Trumann und Walter Ehlert (von links).
Zur Initiative, die sich für den Erhalt des Fassadengemäldes am Iltisbunker einsetzt, gehören Hans-Heinrich Rohwer, Richard Petersen, Dietmar H. Trumann und Walter Ehlert (von links). Quelle: Annette Göder
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Kiel

Wer auf der Preetzer Straße in der Nähe der Alten Räucherei entlangfährt oder -geht, dessen Blick bleibt unweigerlich an dem großen, wuchtigen Wandgemälde des Iltisbunkers hängen. Doch nach 30 Jahren verliert das Bild immer mehr an Substanz. Geplant ist nun, ein Werk des Künstlers Piotr Nathan vor die Oberflächen des Bunkers zu setzen, sodass das Bild „Revolution und Krieg“ verdeckt ist, aber noch bestehen bleibt. Mit dieser Entscheidung der Stadt ist die Initiative zum Erhalt des Fassadengemäldes ganz und gar nicht zufrieden. Sie hat 1114 Unterschriften gesammelt.

Malerei stammt von Shahin Charmi

Die Malerei, die nun bröckelt, stammt von Shahin Charmi, der 1953 im Iran geboren wurde und an der Muthesius Kunsthochschule Kiel studiert hat. Sein Werk nimmt Bezug auf den Kieler Matrosen- und Arbeiteraufstand vor hundert Jahren und zeigt Arbeiter, Maschinen, Rosa Luxemburg, einen Frauenkörper, der auf die Französische Revolution anspielt, Verletzte, verfolgte Juden und Gewehrläufe. Zu der Initiative, die dies Bild erhalten möchte, gehören 14 Mitstreiter. „Das epochale, monumentale Gemälde ist ein Mahnmal für den Frieden und identitätsstiftend für den Stadtteil“, sagte Jörg Gay.

Initiative fordert die Stadt auf, erneut mit dem Künstler zu verhandeln

Die Initiative fordert, dass sich die Stadt erneut mit dem Künstler zusammensetzt. Vor mehreren Jahren waren Gespräche in die Sackgasse geraten. Wenn eine Einigung erfolgt sei, solle das Bild abgetragen, der Bunker neu verputzt und die Malerei entsprechend wieder aufgetragen werden. Zum Hintergrund: Eine Restaurierung scheint nicht sinnvoll zu sein. „Der Künstler würde diesen Auftrag gern übernehmen und mit Migranten umsetzen“, informierte Hans-Heinrich Rohwer.

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