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Kiel Erobern wilde Tiere unsere Stadt?
Kiel Erobern wilde Tiere unsere Stadt?
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12:00 21.11.2018
Von Kristiane Backheuer
Ein eingespieltes Team: Kiels Stadtförster Stefan Bronnmann ist oft mit seinem Weimaraner „Carlo“ unterwegs. Hier schauen sie am Weltwirtschaftsinstitut nach dem Rechten. Quelle: Frank Peter
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Kiel

Mitten im Düsternbrooker Gehölz hat die Kieler Forstverwaltung ihren Sitz. Immer wieder trifft Förster Stefan Bronnmann Hundehalter mit ihren Vierbeinern. Kaum ein Hund ist angeleint. „Das wäre ein Kampf gegen Windmühlen“, erklärt Bronnmann, warum er die Besitzer nicht ermahnt. Auch das neue Gerichtsurteil zu freilaufenden Hunden ist keine Sensation für den Stadtförster. „So ist immer schon die Gesetzeslage gewesen“, sagt er. „Hunde sind im Wald anzuleinen.“

Keine Angst vor Wildschweinen und Füchsen

Und wie schützt man sich vor einem Wildschwein? „Das sind eher scheue Tiere“, erzählt er. „Was im Krimi gezeigt wurde, glaub‘ ich nicht. Selbst für Berliner Verhältnisse ist das weit hergeholt.“ Auf dem Ostufer würde es ein paar Wildscheine geben. „Viele Landwirte leiden sehr unter den Tieren, die auf Maisfeldern oder nach der Aussaat große Schäden anrichten. Aber Wildschweine haben ein unglaubliches Sozialverhalten. Die Bachen kümmern sich liebevoll um ihre Frischlinge.“

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Angst vor Füchsen müsse man genauso wenig haben. „Sollten Sie einen sehen, freuen Sie sich an dem Anblick. Er wird nämlich ganz schnell weg sein“, sagt Stefan Bronnmann schmunzelnd. Und Tollwut sei eh seit 2008 in Deutschland ausgerottet. Flächendeckend lebe auch der Steinmarder bei uns, den so mancher verflucht, wenn er sich auf dem Dachboden eingenistet hat. „Da helfen leider keine Hausmittel wie Hundehaare oder laute Musik, um den wieder zu vertreiben.“ Er rät zu einem guten Dachdecker, der das Haus mardersicher macht.

Beim Thema Wolf wird der Förster nachdenklich

Beim Thema Wolf wiegt Stefan Bronnmann dann die Worte ganz genau ab. „Wir müssen versuchen, damit klarzukommen“, sagt er nachdenklich. Es gebe immer Tierarten, die neu dazukommen. Wie der Marderhund oder der Waschbär. Nun eben auch der Wolf. „Der Wolf lebt in Polen, Bulgarien, Rumänien, Italien, Frankreich, Spanien und der Schweiz. Die Menschen dort haben gelernt, irgendwie damit umzugehen. Das müssen wir wohl auch über kurz oder lang. Das ist aber sicherlich ein Umgewöhnen. Und wenn ich Schafhalter wäre, wäre ich bestimmt auch sehr erbost.“

Die größte Herausforderung in seinem Job seien gar nicht die Tiere, sondern eher die Menschen. Geocacher und Pilzsammler, die sich zu weit ins Dickicht wagen und so die Tiere stören. Mountainbiker und Reiter, die die Wege verlassen. Waldarbeiter, die in Ruhe arbeiten wollen, und Erholungssuchende, die keinen Lärm mögen. „Da haben wir oft Nutzungskonflikte“, sagt der Stadtförster.

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