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Kiel Das Dach kommt im Frühjahr drauf
Kiel Das Dach kommt im Frühjahr drauf
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07:00 18.08.2014
Von Christoph Jürgensen
Die Decke der Tiefgarage ist bereits zu Dreivierteln fertig. Die ersten Wohnungswände im Außenbereich werden gerade gestellt. Quelle: cjue: Christoph Jürgensen
Ravensberg

Von der Straße aus ist nicht viel zu sehen von der Baustelle hinter dem Zaun. Der Ring der künftigen Tiefgarage hat sich in den letzten Monaten langsam um den Sockel des Turmes herumgezogen und wird sich bald an der Einfahrt von der Niebuhrstraße schließen. Die Decke des unterirdischen Parkdecks ist inzwischen zu Dreiviertel fertig, oben drauf werden zurzeit die ersten Wände für die Wallwohnungen gestellt.

 Währenddessen haben auf der Südseite des Turmes zwei Bagger mit den Aushubarbeiten für die Verbindung zwischen Tiefgarage und Turminnerem begonnen. Für diesen Gang, der bald unter dem Fundament des kaiserzeitlichen Backsteinmonuments hindurch führen soll, mussten zuvor entsprechende Abfangungen im Mauerwerk geschaffen werden. Auch in dem ehemaligen Wasserspeicher selbst sind Bauleute in Gange und fügen aus Betonteilen, die der Kran einzeln hineinhievt, das spätere Untergeschoss zusammen. Nebenbei sind hier und da immer wieder Erdarbeiten zu erledigen.

 Über den kommenden Winter wird der Turm offen bleiben. Darüber müsse aber niemand beunruhigt sein, erklärt Projektleiter Michael Kelm: „Das ist von uns so geplant.“ Voraussichtlich erst im Frühjahr wird dann das Dach wiederhergestellt. Seine historische Pickelhaube wird der Wasserturm eventuell im März zurückbekommen.

 Anfang April war die Haube per Kran abgenommen worden. Danach konnten die Bauarbeiter das restliche Hauptdach zurückbauen und danach Stück für Stück den oberen Wassertank entfernen. Unter anderem hierbei seien unvorhergesehene Planungen erforderlich gewesen, berichtet Kelm. Die alten Ziegelwände hätten mit einem Betonring und zusätzlichen Abstützungen gesichert werden müssen. Schon zu Anfang des Jahres hatten witterungsbedingte Einflüsse die Arbeiten verzögert: Während einer längeren Regenphase erwiesen sich die Erdarbeiten als besonders schwierig. „Der Mergelboden wird bei Regen wie Schmierseife“, so Kelm.

 Von den insgesamt 35 Wohnungen, die auf dem Ravensberg entstehen, sind bislang 28 verkauft, drei Erdgeschoss- und vier Penthouse-Wohnungen sind noch zu haben. Einige der Käufer sind über die Verzögerungen beunruhigt. „Wenn man sein Geld hineingesteckt hat, macht einem das schon Angst“, sagt die künftige Bewohnerin einer Wallwohnung. Sie müsse schließlich irgendwann ihre Kredite abrufen und bei einer Verspätung Bereitstellungszinsen zahlen. Das bedeute Zusatzkosten.

 „Das ist im Einzelfall zu prüfen“, sagt Projektleiter Kelm und stellt in Aussicht: „Da wird sich sicherlich eine Lösung finden lassen.“ Man habe die Käufer bereits zu Anfang des Jahres – also anderthalb Jahre vor dem vereinbarten Übergabetermin - über die Verzögerungen informiert. Bis dahin war eine Fertigstellung bis Juni 2015 vorgesehen, jetzt hat man den September angepeilt. Und es sei gut möglich, dass einzelne Wohnungen im Bereich des Walls auch schon vorher bezugsfertig seien, so Kelm.