Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kiel Wohnen ohne eigenes Auto vor der Tür
Kiel Wohnen ohne eigenes Auto vor der Tür
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:07 06.11.2019
Von Steffen Müller
René Waßmer (VCD), Janet Sönnichsen (Kiel-Region), Nina Möller, Dietmar Jonscher (beide Gewoba), Andreas von der Heydt (Leiter Umweltschutzamt) und Jan Lange (VCD) arbeiten gemeinsam an dem Projekt "Wohnen leitet Mobilität". Quelle: Frank Peter
Kiel

"Unser Ziel ist es, die Infrastruktur so zu ändern, dass es Alternativen zum Auto gibt", erklärt VCD-Projektleiter René Waßmer. Schließlich starten und beginnen rund 80 Prozent der Wege an der eigenen Haustür. Wenn klimafreundliche Verkehrsmittel am Wohnort vorhanden sind, birgt das ein großes CO2-Einsparpotenzial, glaubt der VCD, der sich für eine soziale und umweltverträgliche Mobilität einsetzt. 

Zusammenarbeit mit mehreren Partnern

Um Alternativen bieten zu können, hat sich der Verkehrsclub verschiedene Partner ins Boot geholt. In Kiel sind das unter anderem die Baugenossenschaft Gewoba und das Konglomerat Kiel-Region, in dem die Landeshauptstadt sowie die Kreise Plön und Rendsburg-Eckernförde bei Mobilitätsfragen zusammenarbeiten.

VCD erhält viel Zustimmung

Und die Resonanz fiel erstaunlich positiv aus. "Überraschenderweise standen uns alle Türen offen", berichtet Waßmer. "Es freut uns, dass wir ins Schwarze getroffen haben." Für Kiel-Region-Geschäftsführerin Janet Sönnichsen stand außer Frage, dass der interkommunale Verbund mit dem VCD kooperieren will. "Wir wissen, dass wir umdenken müssen und einen Verkehrswandel brauchen. Mobilität hört nicht an der Stadtgrenze auf."

Aus Haltestellen werden Mobilitätsstationen

In dem "Wohnen leitet Mobilität"-Projekt hat die Kiel-Region mit dem VCD ein Konzept für Mobilitätsstationen an Bushaltestellen entworfen. Die Idee dahinter: An den Haltestellen sollen individuell angepasste Umsteigemöglichkeiten angeboten werden. Das können entweder Leihsysteme für Autos oder Fahrräder sein, aber auch Mitfahrbänke, auf der Busgäste nach der Fahrt Platz nehmen und darauf hoffen, dass sie ein Autofahrer mitnimmt. Solche Mitfahrbänke gibt es bereits in Elmschenhagen, Kroog und Wellsee. Möglich sind an den Mobilitätsstationen auch überdachte Abstellflächen für Fahrräder.

Verzicht auf Stellplätze

Auch die Gewoba ist von dem VCD-Projekt, das durch das Bundesumweltministerium gefördert wird, überzeugt. An der Ecke Hopfenstraße/Lerchenstraße entwickelt die Baugenossenschaft im Zentrum Kiels einen Komplex mit 98 Wohnungen und einer Gewerbeeinheit – und nur 47 Parkplätzen. "Wir haben uns dazu entschieden, dass nicht jeder Mieter einen Stellplatz benötigt", erzählt Projektleiterin Nina Möller. "Wir wollen den Mietern signalisieren, dass sie kein Auto brauchen, wenn sie hier hinziehen."

Parkplätze für Car-Sharing und Lastenräder

Die 47 Stellplätze stehen nicht nur den Bewohnern zur Verfügung. Geplant sind fünf Abstellflächen für Car-Sharing-Angebote, außerdem soll es Ladesäulen für E-Fahrzeuge geben. Als Anreiz, auf ein Auto zu verzichten, ist ein Leihkonzept für Fahrräder geplant, auch Lastenräder sollen zu bekommen sein. Als Service für die Nutzer von öffentlichen Verkehrsmitteln wird im Foyer des Gebäudekomplexes ein Bildschirm aufgehängt, der die Abfahrtszeiten der Busse anzeigt.

"Projekt entspricht dem Zeitgeist"

Diese Verknüpfung zwischen Wohnungsbau, Mobilität und Klimaschutz müsse weiter gefördert werden, meint Andreas von der Heydt, der Leiter des Kieler Umweltschutzamtes. Das VCD-Projekt entspreche nicht nur dem Zeitgeist, sondern sei "eine brennende Notwendigkeit".

Mobilität in Wohngebieten ein Schlüsselfaktor

Das sieht der VCD genauso. Der Verkehrsclub bezeichnet Mobilitätsangebote in Wohngebieten als Schlüsselfaktor, um die lokale Verkehrswende zu schaffen und kommunale Klimaziele einzuhalten. Dafür müsste rund um Wohnquartiere nicht nur der Nahverkehr verbessert, sondern auch Rad- und Fußwege ausgebaut werden. 

Weitere Nachrichten aus Kiel lesen Sie hier.

Gewittererlebnis, Kloster und Familienleben: Viertklässler der Toni-Jensen-Grundschule und der Adolf-Reichwein-Schule wandelten am Dienstag in den Räumen der Paul-Gerhardt-Gemeinde auf den Spuren des bedeutenden Reformators Martin Luther. Die Teilnehmer waren begeistert.

Annette Göder 05.11.2019

Mathias Apelt erkochte bereits Kiels ersten Michelin-Stern und wurde nun vom Gault Millau zum „Aufsteiger des Jahres in Schleswig-Holstein“ gekürt. Der Küchenchef des Restaurants Ahlmanns in Kiel nimmt die Auszeichnung freudig-gelassen auf und sieht sie als Bestätigung für sein Team.

Oliver Stenzel 05.11.2019

Die „Norwegian Encore“ ist das dritte Kreuzfahrtschiff, das die Meyer Werft in Papenburg in diesem Jahr abliefert. Damit dieses bunte Schiff auch in Europa bekannter wird, arbeitet ein Kieler in der Spitze der drittgrößten Kreuzfahrtreederei der Welt.

Frank Behling 05.11.2019