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Kiel Im Aufzug stinkt’s zum Himmel
Kiel Im Aufzug stinkt’s zum Himmel
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08:00 01.12.2017
Von Marco Nehmer
Bestialischer Gestank, rücksichtslos zugemüllt: der Aufzug an der Gaardener Brücke. Die tägliche Reinigung schafft nur kurz Abhilfe. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Der beißende Gestank trifft Güngör Harun mitten ins Gesicht. Tränen schießen in die Augen, die Stirn färbt sich rot. "Das ist kein Spaß", sagt Harun mit gepresster Stimme. Er ist Mitarbeiter beim Reinigungsdienst Spiegelblank und hat seit Februar 2016 den möglicherweise unangenehmsten Job der Stadt: Er reinigt den Aufzug der Gaardener Brücke. 

"Urin, Bier, Tüten, Kleiderbügel – man findet hier alles", sagt Harun und holt tief Luft. Dann geht es in die kontaminierte Zone. Eine No-Go-Area. Es ist Montagmorgen, 9 Uhr. Die Überreste des Wochenendes liegen Harun zu Füßen, der bestialische Dunst schnürt die Luft ab. Andreas Lohse von der Stadtverwaltung Kiel, Abteilung Immobilienwirtschaft, ist bedient: "Das ist der schlimmste Schandfleck, den wir haben."

"Das dauert teilweise zwei bis drei Stunden, dann sieht es wieder so aus. Die Leute entleeren sich hier. Das ist wie eine öffentliche Toilette", beschreibt er das Unbeschreibliche, das sich hier Tag für Tag ereignet. Die Reinigungsfirma rückt von Montag bis Freitag allmorgendlich an, beseitigt Schmierereien an den Türen und in der Kabine, entsorgt Unrat und Dreck. Doch es ist ein Kampf gegen Windmühlen.

Der Stadt bleibt nichts, als auszubessern und reinigen zu lassen. Dabei war der Aufzug so nie geplant. Der Anspruch, das war eine praktische Verbindung zwischen Innenstadt und Gaarden. Am Grundstück hinterm Germaniahafen, seit Jahren in Privatbesitz, endet die Brücke aber plötzlich. Es kann nicht weitergebaut werden. Seit über 16 Jahren.

Kurzfristige Lösungen für Barrierefreiheit oder gegen Vandalismus sind nicht in Sicht. Eine Überwachungskamera etwa ist aus Kosten- und Datenschutzgründen keine Option. So bleibt nichts als der Appell an die Verursacher, an die Mitmenschen zu denken, die auf diesen Aufzug angewiesen sind. Und das sind viele: Vier Millionen Fahrten wurden seit 2001 verzeichnet. Es werden wohl noch etliche dazukommen.

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