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Kiel Junge Leute für die Stadtbahn
Kiel Junge Leute für die Stadtbahn
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08:19 09.12.2018
Von Michael Kluth
Foto: Sie vertreten "Tram für Kiel" (v. li.): Jan Niemeyer (30), Clara Döge (26), Matthias Edeler (29).
Sie vertreten "Tram für Kiel" (v. li.): Jan Niemeyer (30), Clara Döge (26), Matthias Edeler (29). Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Eine eigene Erinnerung an die quietschende, rumpelige Kieler Straßenbahn bis 1981 haben sie naturgemäß nicht. Nicht Nostalgie treibt sie um, sondern die pure Begeisterung für lautlose und barrierefreie Niederflur-Bahnen mit Rasen zwischen den Schienenschwellen, der Schall und Schadstoffe schluckt.

Die Tram hat das Stadtbild in Grenoble positiv verändert

Ihr Vorbild: Frankreich. Deswegen heißt der Verein auch Tram und nicht Stadtbahn. Clara Döge hat in Grenoble studiert und dort ihr Herz für die Straßenbahn entdeckt. Sie werde „super angenommen“ und habe das ganze Stadtbild positiv verändert, von der Luftreinheit ganz zu schweigen: „Grenoble hatte mit die schlechtesten Luftwerte in Frankreich und ist jetzt eine der saubersten Städte.“ Die Innenstadt sei komplett umstrukturiert: verkehrsberuhigt, grün, mit breiten Fuß- und Fahrradwegen. Niemeyer und Edeler berichten von den positiven Beispielen Brest, Marseille, Bordeaux und Nantes, wo 1985 die erste Straßenbahn wieder eingesetzt wurde: „Das hat Wellen geschlagen.“

Der Verein wächst kontinuierlich

Ihrem Verein „Tram für Kiel“ gehören jetzt 63 Menschen, drei Verbände (Verkehrsclub, BUND und Freunde der Straßenbahn) sowie zwei Unternehmen an. Und er wächst. Niemeyers Argumente sprudeln. Eine Stadtbahn sei „die einzige wirtschaftliche Lösung für den Personennahverkehr“, sagt er. „Mit Bussen wird’s teurer.“ Eine Straßenbahn transportiere zwei- bis dreimal mehr Menschen als ein Gelenkbus und biete viermal so viele Rollstuhlplätze. „Busse werden über zwölf Jahre abgeschrieben, Straßenbahnen über 30“, weiß er.

Busse bei der Fahrtzeit kaum konkurrenzfähig

Mehr Busse seien eh keine Lösung, ergänzt Studentin Döge. „Zur Uni kann die KVG gar nicht noch mehr Busse einsetzen, weil der Platz zum Fahren, Halten und Wenden ausgeschöpft ist.“ Die vorhandenen Busse seien so voll, dass sie selbst oft gar nicht mehr mitkomme. Zudem seien Busse und Fähren im Vergleich zur modernen Straßenbahn bei der Fahrzeit kaum konkurrenzfähig.

Die Initiative „Tram für Kiel“ trifft sich an jedem zweiten Dienstag im Monat um 18.30 Uhr im „Gutenberg“ an der Gutenbergstraße 66 in Kiel. Kontakt über www.tram-fuer-kiel.de

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