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Kiel Sekundenschlaf: Taxifahrer verunglückt
Kiel Sekundenschlaf: Taxifahrer verunglückt
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06:45 09.05.2017
Von Thomas Geyer
Gegen Zahlung von 600 Euro an den Weißen Ring wurde das Verfahren eingestellt. Quelle: Olaf Malzahn
Kiel

Die Staatsanwaltschaft hatte dem 52-jährigen Familienvater vorgeworfen, während seiner Nachtschicht gegen 2.30 Uhr trotz Übermüdung am Steuer gesessen zu haben. Auf dem Weg von der Hummelwiese nach Gaarden sei der Angeklagte in Sekundenschlaf gefallen und bei mindestens 76 Stundenkilometern von der Fahrbahn abgekommen. 

„Ich war fit“, wehrte sich der Angeklagte gegen den Vorwurf. „Auf keinen Fall“ habe er sich müde gefühlt. Nach eigenen Angaben fährt er seit Jahren ausschließlich nachts Taxi – fünfmal die Woche. Er habe um Änderung des Dienstplans gebeten, sagt er. Aber sein Chef habe tagsüber keine Verwendung für ihn. 

Dass Nachtarbeit auf Dauer gesundheitsschädlich ist, hat das Bundesverfassungsgericht schon 1992 festgestellt. Die Frage der Richterin nach Krankheiten verneint der Angeklagte zunächst. Erst auf Nachhaken räumt er zögernd ein, an Diabetes und Bluthochdruck zu leiden – mögliche Folgen jahrelanger Nachtschichten.

Der große, kräftige Mann nimmt täglich Medikamente. Vom Unfall will er nichts mitbekommen haben. Seine letzte Erinnerung betreffe den Ampelstart an der Hummelwiese, Sekunden vor dem Crash. Dann habe es gekracht, sei er schreiend vor Schmerzen zu sich gekommen. Mit gebrochenem Fuß klemmte der Fahrer im Unfallwagen fest.

Der Angeklagte will keinesfalls bewusst zu schnell gefahren sein: „Ich hatte Feierabend und keine Eile.“ Auch ohne medizinisches Gutachten sind sich die Prozessbeteiligten einig: Die Schuld des gesundheitlich angeschlagenen, zur Tatzeit möglicherweise unterzuckerten Taxifahrers sei schwer zu bemessen, die weitere Aufklärung seines Zustands unverhältnismäßig aufwändig.

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