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Kiel Die Holtenauer ringt um ihre Mobilität
Kiel Die Holtenauer ringt um ihre Mobilität
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16:08 14.11.2019
Von Oliver Stenzel
An der Ampel zur Holtenauer wird Pedalisten auf der Schauenburgerstraße der Vortritt gelassen. Aus Sicht der Geschäftsleute sind die dadurch mitverursachten Wartezeiten für Autofahrer zu lang. Quelle: Oliver Stenzel
Kiel

Brunswik. Sie ist der derzeit vielleicht attraktivste Einkaufsboulevard der Stadt, eine durch viele inhabergeführte Geschäfte geprägte Shoppingmeile, zu der sich aber auch Riesen wie Rewe und Rossmann bekennen. So beschreibt Marten Freund dem Ortsbeirat Ravensberg/Brunswik/Düsternbrook die Reize der Holtenauer Straße.

Zukunft der Einkaufsmeile

Der Inhaber des Schlemmer-Markts Freund und Vorsitzende des Vereins „Die Holtenauer“ ist mit seinen Vorstandskollegen Silke Aumann und Stefan Schneider zur Sitzung des Beirats gekommen, um mit dessen Mitgliedern über Gegenart und Zukunft der Straße zu sprechen, die das Stadtteilgebiet maßgeblich prägt. Tags zuvor habe der Verein zu einem internen Workshop geladen, um sich für Kiels neues Mobilitätskonzept zu wappnen. Noch nicht jedes Mitglied etwa habe von der möglicherweise auf die Holtenauer zurückkehrenden Stadtbahn gehört habe, berichtet Freund: „Umso wichtiger ist es, dass wir sie rechtzeitig abholen.“

Umsatz mit Autofahrern

Auch wenn man die Ergebnisse des Workshops erst zu einem späteren Zeitpunkt präsentieren will, prägt das Thema Mobilität die weitere Diskussion. Die Kernfrage dabei: Wie lassen sich Fußgänger, Rad- und Autofahrer so mischen, dass es zu einem für sie harmonischen und für die Geschäftsleute ökonomischen Miteinander kommt? „Nach wie vor mache ich sechzig Prozent meines Umsatzes mit Autofahrern und nicht mit Fußgängern“, unterstreicht Freund.

Lieber zum Citti-Park?

Da sein Markt über einen der größten Parkplätze im Viertel verfügt, dürfte das doch kein Problem sein, oder? Weit gefehlt, führt der Einzelhändler aus: Von Fahrradstraßen nahezu umzingelt, sei der Parkplatz aus der Sicht von manchem Autofahrer gar nicht mehr so leicht zu erreichen. Und wenn sich dieser bei der Anfahrt über die Schauburgerstraße dann auch noch im Kiez-Stau wiederfinde, weil die Radfahrer an der dortigen Ampel in der ersten Reihe warten, fahre er beim nächsten Mal womöglich lieber zum Citti-Park, weil er dort auch noch umsonst parken könne.

Parkplätze für Lastenfahrräder

Die Privilegien für Radfahrer in der Schauenburgerstraße habe der Ortsbeirat selbst mit auf den Weg gebracht, bekennt sein Vorsitzender Benjamin Walczak (SPD). Auch Matthias Triebel (Grüne) weist darauf hin, dass die Schauenburgerstraße als Fahrradstraße nun einmal vor allem den Radfahrern gehöre. Nichtsdestotrotz überlegt man sodann gemeinsam, ob vielleicht eine veränderte Ampelschaltung für die Autofahrer Erleichterung schaffen könnte. Auf beiden Seiten demonstriert man so Verständnis, Konsens herrscht darüber, dass die neue Mobilität nicht aufzuhalten ist. Wenn Marten Freund etwa fordert, dass die Holtenauer in Zukunft auch Parkplätze für Lastenfahrräder brauche, äußert daran niemand einen Zweifel.

Zweiter Stellplatz für Stattauto

Die Frage, welcher Mobilitätsform heute der Vorrang gebührt, stellt sich allerdings noch einmal beim nächsten Tagungsordnungspunkt. Boris Klatt vom Carsharing-Anbieter Stattauto ist zum Ortsbeirat gekommen, um die Notwendigkeit eines zweiten Stellplatzes in der Station „Krausstraße“ darzulegen. Dennis Schneider (CDU) gibt zu bedenken, dass der Parkdruck dort ohnehin schon so groß sei, dass der Wegfall eines weiteren Stellplatzes zugunsten von Stattauto die Anwohner belasten würde. „Eigentlich sollte Carsharing ja den Parkdruck lindern“, entgegnet Klatt und ergänzt: „Das Problem ist, dass es einfach zu viele Autos gibt.“ Die Mehrheit der Ortsbeirats-Mitglieder sieht dies ähnlich. Mit sechs Ja- und einer Nein-Stimme wird dem Antrag bei zwei Enthaltungen freie Fahrt gewährt.

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