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Kiel "Verrückter" Hotelturm nur der Anfang?
Kiel "Verrückter" Hotelturm nur der Anfang?
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08:11 11.10.2019
Von Martin Geist
Seitenansicht mit Blick auf die Werftbahnstraße. Auch eine Stadtbahn hätte Platz, um an dem multifunktionalen Komplex vorbeizufahren. Quelle: MVRDV
Kiel

Ein Jahr später folgt nach dem Plan der Investoren die Errichtung des „verrückten Hotels“. Der Ortsbeirat Gaarden hat am Mittwochabend über den vorhabenbezogenen Bebauungsplan für die an die Gablenzbrücke grenzende Fläche nördlich des Kreativzentrums W8 beraten. Und das mit Begleitung hochrangiger Experten: Rede und Antwort standen neben der für den Bebauungsplan zuständigen Architektin Gesa Schwabe vom Hamburger Büro Evers & Küssner aus Hamburg auch Architekt Philipp Kramer von MVRDV sowie Lutz Lester, Geschäftsführer der hinter dem Projekt stehenden Kap Horn GmbH, und nicht zuletzt Investor Markus Aluta.

Frühzeitige Bürgerbeteiligung

Übereinstimmend betonten die Gäste, dass es im jetzigen Stadium noch nicht um die konkrete Gestaltung der Gebäude geht, sondern um die planungsrechtlichen Grundlagen dafür, dass überhaupt gebaut werden darf. Den formellen Auftakt dafür stellte die frühzeitige Bürgerbeteiligung im Ortsbeirat dar. Gesa Schwabe zeigte anhand von Plänen und mit einem Modell, wo der 67 Meter hohe Hotelturm und das knapp 50 Meter hohe Bürohaus entstehen sollen und erläuterte, dass sich an der Erschließung des Terrains wenig ändern werde. Wohnungen werden im erste Bauabschnitt nicht geschaffen, es geht allein um Flächen fürs Hotel sowie Gewerbe- und Büroflächen. Die Dächer sollen größtenteils begrünt werden, Parkplätze sind ausschließlich in Tiefgaragen vorgesehen.

Projekt wird teuer als üblich

Zwar steht das Verfahren laut Schwabe noch „ganz am Anfang“, nach Angaben von Architekt Kramer wird sich aber der Charakter der bisher gezeigten Entwürfe nicht grundlegend ändern. In der Architektur wolle man die Vielfalt des Stadtteils abbilden, und das nach Standards weit über das übliche Maß hinaus. Es sei völlig klar, dass dieses Projekt „deutlich mehr kostet als 08/15“, betonte Lutz Lester von der Kap Horn GmbH. Und auch wenn in nächster Zeit wahrscheinlich „an der einen oder anderen Stelle diskutiert wird, ob das so sein muss“, werde man die exklusive Gestaltung nicht bis zur Unkenntlichkeit abspecken. Glücklich äußerte sich Lester darüber, den gebürtigen Österreicher Markus Aluta als Investor gewonnen zu haben: „Der hat im positiven Sinn genauso wie wir eine kleine Schraube locker. Er schaut nicht auf maximale Rendite, sondern hat den Anspruch, etwas Besonderes für Kiel zu schaffen.“

Erdarbeiten für 2020 geplant

Für Aluta, nach eigenen Worten bekennender Fan des in der W8 beheimateten Comic-Helden Werner, ist das Risiko dieses Projekts kalkulierbar. „Ich habe als Baumensch keine Angst vor diesem Entwurf, weil ich weiß, wie man damit umgehen muss“, betonte er. Ebenso wie Lutz Lester hat auch der Investor noch mehr vor in Kiel. Lester prophezeit: „Nach diesem Projekt ist die Stadt sicher bereit für andere mutige Sachen.“ Im Ortsbeirat Gaarden wurde die planerische Kühnheit erst einmal belohnt. Er befürwortete den Entwurf für den Bebauungsplan mit breiter Mehrheit. Lediglich CDU-Vertreter Fedor Mrozek stimmte dagegen, weil ihm das Hochhaus allzu hoch scheint. In den Rang einer Satzung erhoben und damit rechtskräftig werden könnte der Bebauungsplan nach Schätzung von Gesa Schwabe im Mai oder Juni 2020. Anschließend soll zügig mit den Erdarbeiten begonnen werden, sodass im Idealfall schon im Frühjahr 2021 die Grundsteinlegung für den Hotelturm gefeiert werden könnte.

Tanzende Würfel sollen folgen

Zu Ende ist die Geschichte an der Werftbahnstraße damit noch nicht. Im zweiten Abschnitt sollen zur Werftstraße hin mehrere „tanzende Würfel“ entstehen, quaderförmige und schräg zueinandergestellte Gebäude zum Arbeiten und Wohnen. Die dritte und letzte Phase widmet sich dann der alten W8. Die will Investor Aluta nach eigenen Worten „auf alle Fälle in Teilen erhalten“. Vorgesehen ist ein leichter, aus Holz gefertigter Überbau, der ebenfalls Wohn- und Büroräume bietet. Dank eines modularen Systems sollen diejenigen, die diese Räume nutzen, selbst Größe und Zuschnitt bestimmen können.

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