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Kiel Viel Wind um die geplante Anlage
Kiel Viel Wind um die geplante Anlage
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07:55 27.11.2009
Meimersdorf/Moorsee

Die Ortsbeiratssitzung für Meimersdorf/Moorsee war fast schon beendet, als eine Geschäftliche Mitteilung von Bürgermeister Peter Todeskino die Besucher aufhorchen ließ: Bei der Suche nach geeigneten Flächen für Windkraftanlagen seien zwei Gebiete auf städtischem Grund und Boden ausgemacht worden, nämlich vorrangig südlich von Meimersdorf und nachrangig am Nord-Ostsee-Kanal westlich von Suchsdorf-Schwartenbek. Diese Flächen werde die Verwaltung „im Zuge der Erstellung des Landesentwicklungsplans Schleswig-Holstein und der Teilfortschreibung der Regionalpläne“ als Eignungsgebiete für die Windenergienutzung im Stadtgebiet beim Land melden. Eine detaillierte Prüfung unter breiter Beteiligung der Bürgerschaft in den betroffenen Ortsbeiräten werde folgen, auch die Ratsversammlung werde beteiligt.

Anlieger wussten zu berichten, dass Vertreter von Investoren bereits im Stadtteil unterwegs seien, um sich entsprechende Flächen zu sichern. Dabei seien offenbar „richtig große Anlagen mit einer Nabenhöhe von 100 Metern und mehr“ geplant, erläuterte Vorsitzender Klaus Horn, „das Thema wird uns im nächsten Jahr noch stark beschäftigen“. Das unbebaute Areal liegt südlich vom alten Meimersdorfer Ortskern an der Stadtgrenze, ist etwa 50 Hektar groß und hat „eine hohe Lagegunst“, wie es in der Geschäftlichen Mitteilung heißt, denn „Flintbek und der Kreis Rendsburg-Eckernförde beabsichtigen, die Nachbarfläche im Kreisgebiet ebenfalls als Eignungsgebiet zu entwickeln.“ Hier biete sich eine exzellente Möglichkeit der Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen auf dem Gebiet des Klimaschutzes. Zu prüfen seien Landschaftsbild und Artenschutz in Abstimmung mit den Nachbarn, wobei eine „Änderung der Landschaftsschutzgebietsausweisung“ notwendig werden könnte, heißt es weiter. Die Verwaltung sehe „wegen der interkommunalen Ambitionen im Kieler Süden gute Chancen einer Berücksichtigung im Regionalplan“, so Todeskino.

Die Vorstellung, dass das Naherholungsgebiet des grünen Südens in Zukunft von ratternden Rotoren, nervigem Schattenwurf und einer „verspargelten“ Landschaft geprägt sein könnte, macht vielen Bewohnern jedoch Bauschmerzen. Windparks zur Energiegewinnung werden insgesamt zwar gut geheißen, sollten nach Ansicht der Betroffenen aber einen wesentlich größeren Abstand zur Wohnbebauung haben und hätten im Naherholungsgebiet nichts zu suchen. Eine Stadt mit dem Anspruch, Klimaschutzstadt zu sein, müsse alle Wege nutzen, den CO2-Ausstoß bei der Energieerzeugung durch den Einsatz von Windenergie zu vermindern, betonte Todeskino. Dazu gehöre die Ausweisung entsprechender Eignungsflächen. „Die nun anlaufenden Prüfungen sind ergebnisoffen“, versicherte er.

In Schleswig-Holstein konnten 2008 über 35 Prozent des Stromverbrauchs aus Windenenergie gedeckt werden. Ende des vergangenen Jahres waren landesweit 2568 High-Tech-Windmühlen am Netz, die halfen, den Norden mit Strom zu versorgen. In den Regionalplänen Schleswig-Holsteins wurden bisher rund 0,8 Prozent der Landesfläche - 120 Quadratkilometer - Eignungsgebiete für die Windenergienutzung ausgewiesen. In den neuen Regionalplänen sollen dafür ein Prozent der Landesfläche zugelassen werden.

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