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Kiel Kreuzfahrer füllen die Kassen
Kiel Kreuzfahrer füllen die Kassen
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17:51 23.08.2015
Von Günter Schellhase
Schiffsverkehr in Kiel: Die Stena Line (v.l.), Aidaluna, Mein Schiff 4 und Aidacara in Kiel. im Vordergrund: Ein Fährschiff der SFK. Am Ostuferhafen lag noch die MSC Orchestra. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Wenn die Kreuzfahrtschiffe den Hafen anlaufen, freuen sich auch die Kieler Geschäftsleute. Hoteliers, Gastronomen und Einzelhändler in der Innenstadt berichten über steigende Umsätze. Und die Großhändler und Schiffsausrüster verdienen gutes Geld, wenn ihre Lkw-Ladungen in den Bäuchen der Schiffe verschwinden. Am Sonnabend machten mit „Mein Schiff 4“, der „Aidaluna“, der „Aidacara“ und der „MSC Orchestra“ gleich vier Traumschiffe in der Stadt fest. Es war der letzte Vierfachanlauf der dicken Pötte in diesem Jahr.

Etwa 17000 Passagiere sind in den Terminals des Seehafens innerhalb weniger Stunden abgefertigt worden – die Hälfte geht von Bord, die andere checkt ein. „Wir stellen nur die Infrastruktur, die Reedereien schreiben die Gepäckabfertigung aus“, erklärt Seehafensprecher Ulf Jahnke. So sorgt beispielsweise ein Unternehmen aus Rostock dafür, dass die Aida-Passagiere ihre Koffer auf den Kabinen wieder finden. Hingegen bringen die Männer vom Seehafen Kiel das Gepäck an Bord von „Mein Schiff 4“. Zügig und konzentriert arbeiten sie in den weißen Zelten direkt vor den Kreuzfahrtschiffen. Da jeder Reisende meist mehr als einen Koffer mitnimmt, müssen allein am Sonnabend etwa 9000 Gepäckstücke ausgeladen und 9000 vorsortiert, durchleuchtet und wieder auf einen Rollwagen gelegt werden, der dann an Bord verfrachtet wird. „Dort kümmerst sich die Crew darum, dass alles in der richtigen Kabine oder Suite landet“, sagt Jahnke. Mehr als 100 Menschen sind damit beschäftigt – eine logistische Leistung.

Hier sehen Sie Bilder vom Vierfachanlauf von Kreuzfahrern in Kiel, 22.08.2015

Derweil stehen die Passagiere in Schlangen vor den Schaltern im Ostseekai. Hier werden die Reisepapiere geprüft. Was auf den ersten Blick chaotisch aussieht, ist aber wohl durchorganisiert. „Die Wartezeit beträgt nur etwa 20 Minuten, dann können die Kreuzfahrer über die Gangway“, so der Sprecher. Von der Ankunft der bis zu 20 Lkw bekommt hier keiner etwas mit. Mit Gabelstaplern heben die Servicekräfte Paletten voller Bier, Klorollen, Tomaten, Handtüchern, Kartoffeln und mehr aus den Wagen und hieven sie durch die Ladeluke. Edler Weine, feinste Spirituosen oder frische Blumen für die Tischdekoration bringen die Händler mit kleineren Transportern zum Schiff.

Ein Stück weiter dröhnen die Pumpen der Entsorgungsfahrzeuge, wenn das Schmutzwasser abgesaugt wird. Es ist vorgereinigt, denn mittlerweile haben alle neuen Schiffe eine Kläranlage in Bord. Und dann müssen noch Rohre jeglicher Durchmesser verladen und in die Schiffswerkstatt gebracht werden. „Falls etwas an Bord kaputt geht, kann es gleich repariert werden“, erklärt Jahnke. Alle diese Zulieferer verdienen mit, wenn Menschen sich ihre Traum von einer Kreuzfahrt erfüllen. Auch die Fahrer vom Pkw-Service gehen nicht leer aus. „Immer mehr Passagiere kommen mit dem Auto, das wir für sie bis zum Ende der Reise unterstellen und dann wieder vorfahren“, sagt Cheforganisatorin Maren Eckelmann vom Transportunternehmen Kühne&Nagel.

Die Passagiere lassen auch in der Stadt die Kassen klingeln: „Gerade die Gastronomen verdienen bei diesem Wetter mit Eis, Getränken und Essen“, sagt Monika Dürrer, Geschäftsführerin vom Einzelhandelsverband Nord. Uwe König vom Förderkreis Kieler Altstadt ist ebenfalls zufrieden: „Die blaue Linie funktioniert, wir merken, dass mehr in unseren Geschäften gekauft wird.“ Uwe Wanger, Chef von Kiel Marketing, lobt den Kreuzfahrttourismus in höchsten Tönen: „Gerade die Hotels sind an solchen Tagen gut ausgebucht.“

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