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Kiel Vision einer Gartenschau zu Wasser und zu Lande
Kiel Vision einer Gartenschau zu Wasser und zu Lande
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08:33 28.12.2011
Der als "Unterland" bezeichnete Teil des Holtenauer Flughafens könnte nach dem Abzug des Marinefliegergeschwaders ab 2012 auch für zivile Zwecke genutzt werden. Der Bau eines Handelshafens steht dabei genauso zur Wahl wie ein neues Wohnviertel. Foto FB Quelle: fb: Frank Behling
Kiel

Kiel. Mit weitläufigen Barockgärten an der Küste oder prunkvollen Wasserschlössern kann die Förderegion nicht punkten. Trotzdem oder gerade deshalb arbeitet das Kieler Stadtplanungsamt an der Bewerbung für die Ausrichtung einer Landes-Wassergartenschau 2016. Die Krux: Dafür bedarf es zwölf Hektar an Kernfläche. Derlei aber ist in Kiel rar und politisch brisant zudem. Kühne Planer beziehen zwar ein Teilareal des Marinefliegergeschwaders (MFG) 5 ein. Ob das aber mehrheitsfähig für eine Landesgartenschau (LGS) ist – keiner weiß es.

Das Ganze erinnert ein bisschen an das Motto der früheren DDR-Peaceniks: „Schwerter zu Pflugscharen“. Was den Grünen nicht weiter schwerfallen dürfte, könnte für den Kooperationspartner SPD ein unüberwindbares Hindernis sein: Denn auch wenn die Landesgartenschau erst 2016 startet, müsste man sich schon 2012 dazu bekennen.

Und so ist man selbst in der Verwaltung noch zurückhaltend mit Plänen. Trotzdem: Ein Vorkonzept „Landes-Wassergartenschau Kieler Förde“ kursiert schon. Zwei Standorte an der Förde sollen den Schwerpunkt zu Wasser und zu Lande bilden. So könne man die „Einzigartigkeit der Förde als Lebensmittelpunkt und die Qualitäten des Wirtschaftsstandorts herausstellen“, heißt es im Vorkonzept. Im Frühjahr könnte die Bewerbung formuliert und im Herbst 2012 beim Umweltministerium eingereicht werden.

Bis dahin aber müssten die Kooperationspartner aus dem Umland mit im Boot sein. Zwar haben die Idee für eine Landesgartenschau mit Schwerpunkten in Holtenau/Friedrichsort und in Mönkeberg zwölf Fördegemeinden im interkommunalen Rahmenplan entwickelt, doch ein offizielles Ja gibt es noch nicht. Nach Gründung einer LGS GmbH könnten 2013 die Wettbewerbe gestartet und ab 2014 gebaut werden. Doch dieser Zeitplan gilt als sehr ehrgeizig, so dass man schon auf 2018 blickt.

Themen sollen neben dem „Erlebnis Kieler Förde“ mit der Vernetzung der Freiräume die Präsentation technisch-maritimer Lebensräume „am, auf und unter Wasser“ sowie „WindPark – Elemente zur erneuerbaren Energieernte“ sein. Mit dem zur Landesstrategie „Windenergieexportland“ passenden Leitthema sieht sich die Konzeptgruppe auf sicherer Seite.

Klar, dass in Zeiten post-militärischer Blüte der Konversion Platz eingeräumt werden soll: im Westen eben das MFG-5-Areal und die Festung Friedrichsort, im Osten der Ölberg und die Ölpier in Mönkeberg. „Die Vernetzung erfolgt per Schiff und bezieht weite Teile der Förde mit ein“, heißt es. Temporär könnten „schwimmende Themengärten und -inseln, Unterwassergärten und Land-Art“ Besucher locken.“ Inhaltlich will man „beispielhafte Antworten für eine klimagerechte Siedlungs-, Wirtschafts- und Freiraumentwicklung sowie für das Leben im 21. Jahrhundert geben“. Da das Jahrhundert noch jung ist, bedeutet das einen zukunftsgewandten Anspruch. Offenbar will die Stadt – auch im Interesse der Wirtschaftsförderer, die hier das Kieler Potenzial an Ansiedlungsflächen sehen – mehr als einen akkuraten Tagetes-Aufmarsch und lauschige Rosenrondeele: Die Schau soll „Standorte für eine gewerbliche Nachnutzung mit dem Schwerpunkt „Erneuerbare Energien“ vorbereiten oder, wenn vorhanden, präsentieren.

Ein gemeinsames Vorgehen der Kommunen und eine Ausstellung auf zwei Flächen streue das finanzielle Risiko, sichere die Akzeptanz und diene der Verankerung in übergeordneten Tourismusprogramme. Die Kosten einer Landesgartenschau dürften zwar im zweistelligen Millionenbereich liegen. Doch die Gemeinden wissen, dass „im LGS-Kontext der Landeszuschuss in der Regel den siebenfachen Betrag an weiteren öffentlichen und privaten Investitionen auslöst“. Nicht mitgerechnet sind da Imagegewinn und Marketingeffekt. Dazu allerdings bedarf es noch einer Kleinigkeit, vermerken die Bewerbungsleitlinien des Landes trocken: „Für eine erfolgreiche Umsetzung ist es von herausragender Bedeutung, die Bevölkerung und die örtliche Wirtschaft einschließlich der Gartenbaubetriebe für die Idee der Landesgartenschau zu begeistern.“

bog

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