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Kiel Frischer Wind, frische Kontakte
Kiel Frischer Wind, frische Kontakte
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00:45 30.06.2014
Von Martina Drexler
Die Teilnehmer, darunter Wirtschaftsstaatssekretär Ralph Müller-Beck (Mitte, mit SPD-Ratsherr und Stadtwerke-Aufsichtsratsmitglied Wolfgang Schulz) genossen das gute Wetter und beobachteten die Regatten vor Schilksee. Quelle: Volker Rebehn
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Kiel

341 Repräsentanten von Stadt, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft drängelten sich an Bord der „Hamburg“, als das Schiff vom Bahnhofskai mit Kurs auf die Regattafelder ablegte. Eine Beteiligung, die deutlich höher als in den Vorjahren lag, was Kämpfer als „Zeichen der Wertschätzung“ deutete. „Reden hilft“, appellierte der mit Kommunikationsstörungen erfahrene Familienrichter, ihn anzurufen, „wenn es brennt“ oder auch, wenn es darum geht, für Unternehmen und Hochschulen zu werben.

 Reden hilft aber auch, um Irritationen auszuräumen. Gemeinsam mit dem neuen Universitätspräsidenten Prof. Lutz Kipp versicherte Kämpfer, beim Streit um die Reform der Lehrerausbildung an einem Strang zu ziehen. Beide stemmten sich gegen laut gewordene Vorwürfe, die Stadt verzichte durch ihre Nicht-Teilnahme an der mündlichen Anhörung im Bildungsausschuss auf Rückendeckung für die CAU. „Wir wissen die Landeshauptstadt in dieser Frage an unserer Seite“, stellte Kipp klar. Und Kämpfer wiederholte: „Die Landeshauptstadt steht vor, neben und hinter ihrer Universität und betont die hohe Bedeutung der CAU für unsere Region.“

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Tatsache sei aber auch, dass die fachliche Diskussion über die Gestaltung der Lehrerausbildung nicht der Schwerpunkt des Schulträgers sei. Kämpfer verwies auf die eingereichte „aussagekräftige schriftliche Stellungnahme“ der Stadt. Zweifel am städtischen Bekenntnis zur Universität hatten die Ratsfraktionen von CDU, FDP und Piraten ins Feld geführt. Doch vielleicht konnte Sozialdemokrat Kämpfer ja als gesprächsbereiter Gastgeber manches Kommunikationsproblem schon gestern während der Ausfahrt auf der „Hamburg“ bei strahlendem Sonnenschein lösen. Denn die Kritiker, die Fraktionsvorsitzenden Stefan Kruber (CDU), Hubertus Hencke (FDP) und Marcel Schmidt (Piraten), standen auch auf der Gästeliste.

 Dass Gespräche auf Augenhöhe so manche Auseinandersetzung entschärfen können, davon sind auch Schwentinentals Stadtvertreter Volker Sindt (SPD) und der neue Bürgermeister Michael Stremlau, früher Geschäftsführer des Kieler Jobcenters, überzeugt. Man müsse in Regionen denken, sonst verlören alle, hoffen sie nach dem Streit zwischen Schwentinental und Kiel über den Ausbau des Ostseeparks auf einen besseren Austausch im Wirtschaftsraum Kiel.

 Als das Schiff am Gemeinschaftskraftwerk vorbeifuhr, begannen etliche Gespräche von Ratspolitikern mit Vertretern der Stadt wie Sabine Schirdewahn, Werkleiterin des Eigenbetriebs Beteiligungen, sich um eine aktuelle Beziehungsstörung zu drehen: Der geplante Rückzug des Mannheimer Energieversorgers und Mehrheitseigners an den Stadtwerken MVV aus Kiel sorgt nach wie vor für Kopfschütteln. Doch fernab solch ernster Themen genossen die Gäste wie Marten Freund (Schlemmermarkt Freund) und Gerhard Lütje (Citti Handelsgesellschaft) die entspannte Gesprächsatmosphäre an Deck.

„Es geht wieder aufwärts“, ist Freund nach der Brandstiftung und der Wiedereröffnung seines Marktes zuversichtlich. Optimismus verbreitete auch Kämpfer und erhielt fröhlichen Beifall, als er allen Unternehmen und Organisationen versprach, sie bis Ende nächsten Jahres zu besuchen. Etliche wie Matthias Hein (Casino Kiel) tauschten mit dem Verwaltungschef Visitenkarten aus. Mit der Folge, dass Kämpfer am Ende der Tour, als die „Hamburg“ wieder anlegte, bereits alle Kärtchen ausgegangen waren. Aber es gibt ja auch andere Kommunikationskanäle. Er bat um Mails oder Anrufe.