Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kiel „Wir wollen keinen Mieter vertreiben“
Kiel „Wir wollen keinen Mieter vertreiben“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:05 06.07.2019
Von Martin Geist
Das helle Haus im Hintergrund ist schon weitgehend modernisiert, nun soll der kleine Gebädekomplex rechts daneben folgen. Quelle: Martin Geist
Kiel

Danach wird es für die Mieter teurer, soziale Härten will die Vonovia aber vermeiden. Konkret betrifft die nächste Etappe des auf fünf Jahre ausgelegten Renovierungs- und Sanierungsprogramms die Häuser Raaschstraße 4-8, Elisabethstraße 18, 24 und 26 sowie Norddeutsche Straße 11 und 28. Überwiegend stammen die Gebäude aus den 1960er-Jahren. Nun sollen sie sehr umfassend modernisiert werden, kündigt der Kieler Vonovia-Regionalleiter Nils Bartels an. Vorgesehen sind eine bessere Wärmedämmung, nachgerüstete Aufzüge und Balkone, moderne Bäder oder Duschen und ansprechende Fußböden. In der Raaschstraße soll auf die beiden vorhandenen außerdem noch ein drittes Stockwerk gesetzt werden, sodass 16 zusätzliche Wohnungen entstehen. Die werden laut Bartels aller Voraussicht nach öffentlich gefördert, sodass die Quadratmetermiete bei knapp sechs Euro liegen würde.

Fünf Millionen Euro werden auf die Mieter umgelegt

„Auch sonst legen wir Wert darauf, dass es zu keinen unzumutbaren Belastungen kommt“, versichert Bartels. Von den 9,5 Millionen Euro, die im nächsten Bauabschnitt investiert werden, entfällt nach seinen Angaben jeweils die Hälfte auf Instandsetzung und Modernisierung. Auf die Mieter umgelegt werden damit etwa fünf Millionen Euro. Und auch das nur so, dass sich die Miete um nicht mehr als zwei Euro pro Quadratmeter erhöht. Ein Euro soll unmittelbar nach Abschluss der Arbeiten obendrauf kommen, der nächste Euro innerhalb weiterer vier Jahre in 25-Cent-Schritten.

Für die Raaschstraße 2 gilt dieses Modell allerdings noch nicht, sodass die dortigen Mieter gleich den vollen Zuschlag bezahlen müssen. Der Preis pro Quadratmeter wird in diesem Haus nach Angaben der Vonovia ungefähr 7,50 Euro betragen. Bei Neuvermietung wären es sogar 8,50 bis neun Euro, allerdings für Wohnungen „in neubaugleichem Zustand“, wie Bartels betont.

Zur Not werden günstigere Wohnungen angeboten

Und was, wenn jemand schon bei 7,50 Euro finanziell ins Schlingern gerät? „Wir wollen niemanden vertreiben“, versichert der Vonovia-Chef. Angestrebt werden Einzelfalllösungen, die von finanziellem Entgegenkommen bis zum Angebot einer günstigeren Wohnung im näheren Umfeld reichen. „Bei 3000 Wohnungen in Gaarden haben wir ausreichend Möglichkeiten“, erläutert Bartels und kündigt zugleich anderweitige Abfederungen für die Bauphase an. Für Studenten, die an einer Semesterarbeit schreiben und überhaupt für alle, denen es tagsüber zu laut wird, sollen Ausweichräume im Sandkrug-Hochhaus angeboten werden. Dort will die Vonovia außerdem ein Quartiersmanagement einrichten, damit Mieter alle Fragen im Zusammenhang mit der Modernisierung vor Ort besprechen können. Dauerhaft soll das Büro dann für die nächsten fünf Jahre seinen Sitz in der Norddeutschen Straße haben, wo sich bis vor wenigen Tagen noch eine Moschee befand.

Auch der Außenbereich soll aufgewertet werden

Deutlich aufwerten will das Wohnungsunternehmen auch den Außenbereich am Sandkrug. Architekten brüten derzeit darüber, wo und wie sich schöne Plätze mit Aufenthaltsqualität schaffen lassen. Und nicht zuletzt soll das Quartier mit urbaner Mobilität punkten. Vorgesehen sind in enger Kooperation mit der benachbarten Technischen Fakultät der Uni Kiel Angebote für Carsharing, Elektroroller und Lastenräder.

Noch nicht klar ist die Zukunft des Sandkrug-Hochhauses. Investiert werden soll auch in dieses Objekt, allerdings erst im letzten Bauabschnitt. In dem 16-geschossigen Haus mit seinen 120 Wohnungen bietet die Kieler Arbeiterwohlfahrt betreutes Wohnen für Senioren an, möglicherweise soll das Nutzungskonzept aber künftig etwas breiter gestrickt werden. Nachgedacht wird beispielsweise über ein öffentliches Café im obersten Geschoss. Schließlich bietet sich von dort aus ein spektakulärer Blick auf die Stadt und die Förde.

Mehr über Kiel lesen Sie hier

In der Diskussion um eine Sperrung der Zufahrt von der Stormarnstraße auf den Theodor-Heuss-Ring in Kiel fällt immer wieder das Stichwort "Luftfilter". Während die CDU auf eine schnelle Einführung drängt, will die Stadt Prüfverfahren abwarten. Mit einer Entscheidung ist im Herbst zu rechnen.

Steffen Müller 06.07.2019

Eine durchaus spektakuläre Lücke klafft jetzt auf dem Betriebshof der Kieler Verkehrsgesellschaft (KVG) in der Werftstraße. Nachdem am 16. Mai der Abriss der alten Hauptwerkstatt begonnen hat, ist von dem Gebäude inzwischen so gut wie nichts mehr übrig.

Martin Geist 05.07.2019
Kiel Holstentörn in Kiel - Jetzt kommen neue Rolltreppen

Die Rolltreppen zum Holstentörn in Kiel sollen bis zum Start des Weihnachtsgeschäfts im Advent wieder laufen. Die Stadt Kiel hat den Auftrag zum Bau neuer Fahrtreppen vergeben. Das verkündete die Kieler Baudezernentin Doris Grondke.

Michael Kluth 05.07.2019