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Kiel Anonyme spendierten Kiel ein paar Schaukeln
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20:17 06.09.2016
Von Susanne Blechschmidt
Schaukeln mitten in der Stadt: Dieses von anonymen Spendern geschenkte Vergnügen genossen Darian Issa und weitere Kinder am Dienstag nicht nur hier auf dem Asmus-Bremer-Platz, sondern noch an einigen weiteren Orten in Kiel. Quelle: Susanne Blechschmidt
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Kiel

Als die hölzerne Schaukel wieder schlapp im Schatten des Baumes vor Asmus’ Augen baumelt, legt Jadgar Sharif (41) den Arm um die Schultern seines Sohnes. „Das war schön, nicht wahr?“, freut sich der gebürtige Iraker über die kleine Freude am Wegesrand. „Ja, super!“, sagt Darian, und schon geht es weiter mit dem Schulutensilien-Einkauf, für den seine Eltern mit ihm in die Stadt gefahren sind.

 „Einfach nur KLASSE“, kommentierte Claudia Eltzner die Aktion gestern spontan via Facebook ebenso positiv wie rund 300 weitere Leser eines Online-Berichts unserer Zeitung zur neuen Schaukelei in Kiel. „Meine Tochter war ganz aus dem Häuschen“, schrieb Steffi Olbrich, nachdem sie zwei Schaukeln im Hiroshimapark entdeckt hatte. Die Begeisterung der Leser fand in Worten wie „coole Aktion“, „was für uns“ oder „das hätte uns einfallen müssen!“ Ausdruck. Nur vereinzelt mischten sich auch ein paar sorgenvolle Zeilen unter die Beiträge. So postete Ulrike Jäger-Sagermann: „Bitte nicht abmachen – wir schaffen das!“, und Katrin Baasch „Hoffentlich bleiben die auch, und keiner macht sie kaputt“. Sicherlich keine ganz unberechtigte Sorge, denn so ganz selbstverständlich ist die Aktion am Asmus-Bremer-Platz, im Schreven- oder im Hiroshimapark nicht, wo anonyme Aktivisten die Schaukeln an Bäumen befestigten. Einfach so!

 #einfachso hieß auch eine ganz ähnliche Guerilla-Aktion vor rund einer Woche in Berlin, bei der die Künstlergruppe „Einfach so“ 30 Schaukeln in Berlin-Mitte und Kreuzberg aufgehängt hatte – an Brücken und S-Bahn-Trassen. Die Hälfte ist inzwischen wieder weg, obwohl das Motto lautete: Sie hängen, um zu bleiben! Umso mehr wird die ganze Schaukelei wie wild in den sozialen Netzwerken geteilt. Die verspielte Aktion kam in der Bundeshauptstadt so gut an, weil Erwachsene plötzlich am Weinbergpark oder am Dreiländereck noch einmal das fliegende Gefühl ihrer Kindheit genossen. Wohl ganz im Sinne der Erfinder, die sich als Ausdruck neuer Nutzungsformen des urbanen Lebens von geringem Mitteleinsatz eine größtmögliche Wirkung versprechen.„Unterstütze einfach so die Nutzung des öffentlichen Raums“, heißt es auf der Homepage der Künstlergruppe, die „mit dem öffentlichen Raum Berlins experimentiert“.

 Die Schaukelbauer hätten sich ansonsten „an die strengen Vorschriften der Berliner Spielplatzgesetzgebung, des Baumschutzes und des Straßen- und Wegerechts herangearbeitet“, hieß es dort. Scharfe Kanten seien abgerundet, Seile mit Spezialknoten gesichert, Materialstärken eingehalten. Das Vorgehen ist in Kiel ähnlich. Seile wurden mit Schutzbändern unterlegt, die Schaukelbretter sind solide. Die Stadt gab noch keine Stellungnahme ab. Bis dahin können Flo Flambiata&Co noch vermelden: „Ich bin dann mal schaukeln!“ Aber auf eigene Verantwortung, oder?

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