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Kiel Viel Zustimmung für Stadtmuseums-Idee
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19:03 09.03.2020
Von Michael Kluth
Direkt am Schifffahrtsmuseum, so die Idee, könnte ein Erweiterungsbau für Stadtgeschichte entstehen. Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Beide hatten eine Erweiterung des Schifffahrtsmuseums am Wall oder das Kieler Schloss vorgeschlagen - als mögliche Standorte für ein Ausstellungszentrum von überregionaler Ausstrahlung direkt am Wasser.

SPD-Sprecher in Kiel favorisiert Ausbau des Schifffahrtsmuseums in Kiel

Einen „eklatanten Platzmangel“ für stadtgeschichtliche Exponate konstatiert der kulturpolitische Sprecher der SPD-Ratsfraktion, Moritz Koitka. Das Stadt- und Schifffahrtsmuseum könne mit mehr Platz einen noch wichtigeren Beitrag zur Identitätsfindung in Kiel leisten. Museumspädagogisch sei auch mit dem Umzug des Stadtarchivs ohnehin gerade „eine ganze Menge in Bewegung“ in Kiel: „Wir stellen uns didaktisch neu auf.“ Am Schluss einer solchen Entwicklung könne ein stadtgeschichtliches Ausstellungszentrum stehen. Koitka: „Das ist langfristig das Ziel der SPD-Fraktion.“ Der Ratsherr favorisierte als Standort einen Ausbau des Schifffahrtsmuseums in der Fischhalle. Aber auch das Schloss könne „im Rahmen seiner Möglichkeiten eine Option sein“.

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Auch Erika Diehr vermisst ein „Haus der Geschichtein Kiel. „Ich kann mir vorstellen, dass das viele Menschen begeistern würde“, sagt die kulturpolitische Sprecherin der CDU-Ratsfraktion. Ein Standort im Schloss oder am Schifffahrtsmuseum wäre unter Einbeziehung der vorhandenen Museen „eine charmante Lösung“, meint Diehr und formuliert einen großen Vergleich: Ihr schwebt schon so etwas wie die Museumsinsel in Berlin vor, jedenfalls ein zentraler touristischer Anziehungspunkt. Diehr hebt die Nähe zu den Kreuzfahrtschiffen hervor.

Fraktionschefin der Grünen: Finanzierung ist noch unklar

„Grundsätzlich brauchen wir ein Zentrum für Stadtgeschichte in Kiel“, findet auch Jessica Kordouni. Die Fraktionschefin der Grünen pflichtet den Initiatoren Tillmann und Fischer auch beim Standortvorschlag am Wasser bei. Kordouni räumt ein: „Über die Finanzierung haben wir uns noch keine Gedanken gemacht“, aber: „Wir werden das diskutieren.“

Die Finanzierung treibt auch Stefan Rudau um. Der Fraktionschef der Linken fragt vorbeugend, ob so ein Ausstellungszentrum wirklich ein kommunales Projekt sein müsse, wenn es doch überregionale Ausstrahlung haben solle. Für ihn kommt der Vorstoß „ein bisschen überraschend“, sieht er doch wichtigere Aufgaben in Kiel. Er empfiehlt der Stadt, „sich auf ihre Kernaufgaben zu konzentrieren“, und nennt als Erstes den Wohnungsbau.

SSW wünscht sich Schwerpunkt auf dänischen Einfluss in Kiel

Marcel Schmidt ergänzt die Diskussion um einen weiteren Aspekt. Der Fraktionschef der Dänenpartei SSW begrüßte den Vorstoß mit den Worten: „Die Geschichte der Stadt gibt wirklich viel mehr her, als wir zurzeit zeigen können“, und hob den deutsch-dänischen Anteil an der Stadtgeschichte hervor. Gerade deshalb sei das Schloss ein geeigneter Standort, denn „das Schloss hat ja eine dänische Geschichte“.

Fischer hat den Vorstoß unter anderem damit begründet, dass eine Stadt ihre Identität in der Geschichte finde. Dass das Interesse in der Landeshauptstadt besonders hoch sei, zeige sich auch an der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte, deren Vorsitzender er ist. Sie hat 1450 Mitglieder – mehr als das Pendant in Hamburg. Tillmann und Fischer, die ihren Vorstoß als Beitrag zur Kiel-2042-Debatte verstehen, betonen ausdrücklich, dass es in der Debatte auch um den richtigen Umgang mit „Chancen und Risiken der Digitalisierung“ gehen müsse. Das verändere auch die Museumsarbeit. Kiel sei zudem aus Historiker-Perspektive ein besonderer Standort. An der Förde könne man exemplarisch die westdeutsche Geschichte des 19. Jahrhunderts erzählen, betont Doris Tillmann. „Jeder Tourist erkennt hier den Zusammenhang zwischen Industrialisierung und Rüstungsindustrie.“ 

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