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Kiel Vom Märchen zum Altern
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15:23 19.03.2015
Von Thomas Lange
Wilhelm (links) und Jacob Grimm: Das Denkmal in Hanau markiert den Ausgangspunkt der Deutschen Märchenstraße. Jacob Grimms Verdienste als Alters- und Sprachforscher sind weitgehend unbekannt. Quelle: dpa
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Kiel

„Alter ist auf Demokratie angewiesen, und es ist gut beraten, selbst demokratischer zu werden.“ Das klingt wie ein Satz aus einem aktuellen Altersratgeber – ist aber ein Gedanke, den Jacob Grimm bereits 1860 entwickelt hat. Was kaum bekannt ist: Der berühmte Märchen- und Sprachforscher (Brüder Grimm) ist zugleich einer der bedeutendsten Begründer der Altersforschung in Deutschland gewesen.

Der Professor und Journalist Harm-Peer Zimmermann vom Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft der Universität Zürich referiert am Freitag in Kiel über den Vorschlag von Jacob Grimm, „demokratisch zu Altern“. Der Vortrag auf Initiative des Schleswig-Holsteinischen Heimatbunds (SHHB) stellt Grimms Thesen über das Alter vor, Zimmermann vergleicht sie aber auch mit Aspekten der heutigen Altersdebatte. Der referent hat einen engen Bezug zu Schleswig-Holstein, ist in Husum aufgewachsen.

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In seiner „Rede über das Alter“ hat Jacob Grimm eine demokratische Gesinnung zum Charakteristikum des Alters erklärt. Damit ist einerseits ein bestimmter Lebensstil gemeint: Man soll mit sich selbst demokratisch umgehen, um zwar gerade im Zeichen von Verletzlichkeit, Hinfälligkeit und Endlichkeit im Alter. Zum anderen richtet sich Grimm an die Öffentlichkeit: Es geht um einen demokratischen Umgang mit dem Alter und um Handlungsspielräume für das Alter in Kultur und Gesellschaft.

20. März, 19 Uhr: Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek, Wall 47, Kiel. Eintritt frei. Infos bei SHHB-Bildungsreferent Welf-Gerrit Otto, Tel. 0431/98384-17.