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Kiel Vorwürfe nach Polizeieinsatz
Kiel Vorwürfe nach Polizeieinsatz
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10:00 25.02.2019
Von Niklas Wieczorek
Hinter dem Zaun eine andere Welt: Die Wagengruppe Schlagloch ist derzeit auf dem Areal des künftigen Kool-Kiel-Komplexes zu Hause. Meist ist es hier ruhig, doch einige Zwischenfälle um die Banner sorgten für Aufsehen. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Das Feuer vor dem linken Szenetreff Li(e)ber Anders in der Nacht zum 19. Dezember war Szenevertretern zufolge ein rechtsextremer Anschlag. Darauf deute auch hin, dass als Brandmaterial Transparente vom Wagenplatz verwendet worden sein. Dieser Spur folgten auch die Ermittler zum Wagenplatz, derzeit an der Gabelung von Gablenz- und Werftstraße.

„Wir waren da, haben aber keine Wagen durchsucht“, sagt Hadeler. Vielmehr hätten die Ermittler das Gelände betreten, um Spuren zu jenen Stoffen zu sichern, die möglicherweise vor dem Szenetreff gebrannt hatten. „Auch ein Brandspürhund hatte diesen Weg nachvollzogen“, erläutert Hadeler, weshalb die Ermittler diese Spur verfolgten. Er betonte aber, dass es „keine Ermittlungen gegen Mitglieder der Wagengruppe“ gebe.

Polizei ging Spur eines Hundes nach

Die fühlen sich jedoch nach eigenen Berichten angeprangert: Der Einsatz sei „ziemlich unvermittelt“ gekommen, der Zaun um den Wagenplatz aufgebrochen worden – und Einwände, die Wagengruppe verweile hier, geduldet vom Geländebesitzer, und habe deshalb Hausrecht, blieben ohne Folge. Demnach hätten die Ermittler auf die Spur des Hundes verwiesen, die „abzuhaken“ sei und zur Person führen sollte, von der die Transparente bemalt worden seien.

Konflikte gab es der Wagengruppe zufolge, weil die Mitglieder aufgefordert worden seien, ihre eigenen Hunde wegzusperren. Schließlich aber habe ein Polizist versucht, einen der Wagen zu betreten, als er dem Spürhund folgte. „Er klopfte an der Wagentür und öffnete dann einfach. Wir konnten ihn durch lautstarkes Einschreiten glücklicherweise davon abhalten, den Wagen ohne Durchsuchungsbeschluss zu betreten“, heißt es.

Staatsanwaltschaft weist Vorwürfe zurück

Hadeler stimmt insofern zu, dass „wir für das Betreten der Wagen auch keine Rechtsgrundlage gehabt haben“. Doch er weist die Vorwürfe zurück: „Wir hatten weder den Anlass noch die Intention, in einen der Wagen zu gehen.“ Ihm seien auch „keine größeren Auseinandersetzungen“ bekannt. Sollte das anders wahrgenommen worden sein, „mag das eine andere Sichtweise sein“.

Die Sichtweise der Aktivisten geht so: „Wir werten diesen Versuch der Bullen, unseren Wohnraum zu betreten, als freche Missachtung unserer Rechte und unserer Privatsphäre“, schreibt die Wagengruppe. Sie äußert Unverständnis, wie die Aktion die Ermittlungen vorantreiben solle, und fasst zusammen: „Für uns wirkt das ganze Vorgehen überzogen, wenn nicht gar konstruiert, um den Repressionsdruck auf uns als widerständiges linkes Wagenplatz-Projekt zu erhöhen und Informationen über uns zu sammeln.“ Hadeler dagegen gibt an, die Gespräche vor Ort seien „in einem ruhigen und sachlichen Ton“ geführt worden. „Wir ermitteln grundsätzlich in alle Richtungen.“ Der Einsatz vor Ort diente „auch der Kontaktaufnahme und dem Versuch, Informationen zu den Transparenten zu erlangen“. Denn deren Diebstahl sei nicht angezeigt worden.

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