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Kiel Kiel hat jetzt ein Forum für Baukultur
Kiel Kiel hat jetzt ein Forum für Baukultur
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18:14 05.09.2019
Von Michael Kluth
Geschwister im Geiste: die Architekten Jan Knikker (MVRDV Rotterdam) und Doris Grondke (Stadtbaurätin) im Forum Baukultur Kiel in der Waisenhofhalle. Quelle: Frank Peter
Kiel

Doris Grondke war ganz in ihrem Element. In der liebevoll renovierten Turnhalle an der Waisenhofstraße 3 hinter dem Kieler Rathaus quoll der Stadtbaurätin bei der Begrüßung spürbar das Herz über.

"Für mich ist heute ein ganz besonderer Tag", sagte die leidenschaftliche Architektin. Sie sei "stolz und froh", dass Kiel endlich einen Ort habe, "um über die Stadtentwicklung ins Gespräch zu kommen".

Rekordentwicklung in Kiel

In ihrer Euphorie griff Grondke zu einem schwer überprüfbaren Superlativ: "Es gibt in ganz Deutschland keine Stadt, die so in Entwicklung ist wie Kiel!"

Zum Beweis zählte die Stadträtin eine nicht enden wollende Liste von akuten Projekten in ihrem Dezernat für Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt auf: Kiellinie, Holstenstraße, ZOB, Ostseekai, Aufstiegsbauwerk am Holstentörn ("diese schrecklichen Rolltreppen"), das verrückte Hochhaus KoolKiel in Gaarden, Universität, Fachhochschule, Uni-Klinikum, KN-Gelände mit Fleet 7, Hotel am Exer, 23-Punkte-Plan zum Klimanotstand, Velo-Routen, Stadtteilentwicklungsprogramm "Gaarden hoch zehn", Holsten-Fleet, Innenstadt-Entwicklung, Wohnungsbau, MFG5-Gelände, Schul- und Sporthallensanierung, Gründung der Kieler Wohnungsbaugesellschaft, Stadtbahn-Entwicklung, Unterbringung von Wohnungslosen und Flüchtlingen.

Verein für Baukultur Kiel trifft sich

Das erste Arbeitstreffen des Vereins für Baukultur wird am 14. September von 11 bis 16.30 Uhr noch in der Lille-Brauerei stattfinden, weil zum Zeitpunkt der Einladung nicht sicher war, ob die Waisenhofhalle bis dahin fertig hergerichtet ist. Sie ist.

Die Halle ist am 18. September um 16 Uhr Treffpunkt eines öffentlichen Stadtspaziergangs mit der Stadtbaurätin und Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, der zum neuen ZOB-Parkhaus, zum Neuen Rathaus und zum Gemäuer der Landwirtschaftskammer führen soll. Grondke kündigte an, der Architekt des ZOB-Parkhauses werde dabei sein.

Die erste große Ausstellung

Die erste große Ausstellung im Forum Baukultur wird am 30. September eröffnet: 100 Jahre Bauhaus. Die Ausstellung läuft bis zum 16. Oktober.

Prominenter Architekt zu Gast in Kiel

Zur Eröffnung des Baukulturforums hatte Grondke einen hochkarätigen Gastredner gewonnen: Jan Knikker, Partner im weltweit renommierten Rotterdamer Architekturbüro MVRDV, das das verrückte Hochhaus KoolKiel in Kiel-Gaarden entworfen hat.

Knikker erläuterte die Philosophie seiner Architektur. Kernsatz: "Wir müssen uns in Gebäude verlieben können, damit wir sie erhalten wollen."

Verdichtung mache jede Stadt besser, wenn man es richtig mache, sagte Knikker. Es genüge nicht, einfach in die Höhe zu bauen. Ein Hochhaus brauche markante Außenbereiche: Erker, Balkone, Licht- und Schattenwurf, Sichtachsen zu den Nachbarn, Grün- und Gartenflächen. Das mache sie lebenswert.

Das Prinzip von KoolKiel

So sei das "verrückte Hochhaus" für Gaarden entstanden. Eine Regalschichtung, ergänzt um "tanzende Würfel". Knikker: "Je mehr man sie schiebt, desto verrückter wird's!" Verrückt nicht im Sinne von irre, sondern im Wortsinne mit ver-rückten, also verschobenen Regalelementen.

Knikker verspricht sich von "KoolKiel" nicht weniger als ein Wahrzeichen für die Stadt. Typische Kieler Symbole sollen ihren Teil dazu beitragen: Anker, Kompass, Schiffssteuer und Segel aus feinem Beton sollen die Fassade zieren.

Der Entwurf für KoolKiel hat international Aufsehen erregt. Knikker zeigte lobende Veröffentlichungen in der Fachpresse in den USA und in Japan.

Besuchermagnet Markthalle

Der Architekt präsentierte weitere spektakuläre Projekte seines Büros in aller Welt - und eines vor seiner Haustür. Die Markthalle in Rotterdam hat dort in kürzester Zeit einen Besucherboom ausgelöst. Auf 60 mal 120 Metern Grundfläche umfasst ein Wohngebäude aus Glas und Beton in Form eines Rundbogens die frei liegende Marktfläche. Spektakulär.

Doris Grondke verabredete sofort eine Besichtigungstour des Vereins für Baukultur in Rotterdam. Da war die Stadtbaurätin ganz in ihrem Element.

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