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Kiel Besuch auf dem „traurigsten Spielplatz“ in Kiel
Kiel Besuch auf dem „traurigsten Spielplatz“ in Kiel
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07:19 26.01.2017
Von Anne Steinmetz
Jana Lüth würde gerne mit ihrem Sohn auf dem Spielplatz spielen. Doch schon lange ist hier nichts mehr saniert worden, alte Spielgeräte wurden einfach entfernt und nicht ersetzt, jetzt herrscht trostlose Leere. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

„Das ist wirklich der traurigste Spielplatz Kiels“, sagt Jana Lüth. Die 39-Jährige steht mit ihrem Sohn im Kinderwagen auf der großen Sandfläche und schaut sich um. „Viele wissen ja nicht mal, dass hier ein Spielplatz ist, er wird einfach übersehen.“ Lüth wohnt in der Rathausstraße und würde gerne mit ihren beiden Kindern hier zum Spielen vorbeikommen, doch der Zustand der Anlage schreckt sie ab. „Das war noch nie ein wirklich schöner Spielplatz“, sagt sie. Er sei schon immer schattig und veraltet gewesen. „Aber vor ein paar Jahren waren hier wenigstens noch mehr Spielgeräte und alles war gepflegter.“

 Sie war mit ihrer ältesten Tochter häufiger auf dem Spielplatz, als die noch klein war. Als sie im vergangenen Jahr erneut Mutter wurde, wollte sie wieder auf den Spielplatz hinter dem Rathaus gehen und war entsetzt über dessen Zustand: „Ich hab mich gefragt: Was ist denn hier passiert?“ Die Spielgeräte, die eigentlich hätten erneuert werden müssen, seien einfach abgebaut worden. So dass jetzt nur noch eine Schaukel und ein veralteter Schwebebalken da stehen.

 Die 39-Jährige griff deshalb zum Telefon und rief bei der Stadt an, um sich zu erkundigen, warum der Spielplatz nicht saniert wird. Bei der Stadt sagte man ihr, dass absichtlich nichts passiere, weil der Oberbürgermeister dort eine Kinderbibliothek plane. „Aber Genaueres wusste man da auch nicht.“ Auch eine Anfrage beim Ortsbeirat Mitte brachte keine Erkenntnis, die Mitglieder warten noch immer auf eine Antwort aus der Verwaltung. Auf KN-Anfrage hieß es von der Stadt, dass der Spielplatz Waisenhofstraße „als eine mögliche Fläche für Wohnungsbau“ geprüft werde. Aus diesem Grund werde der Spielplatz derzeit nicht „überplant und aufgewertet“. Ein konkretes Bauvorhaben gebe es aktuell jedoch nicht.

 Jana Lüth irritiert vor allem, dass niemand – auch der Ortsbeirat nicht – über die genauen Pläne der Verwaltung informiert wird. „Wenn da irgendein Bauvorhaben geplant wird, ist das ja in Ordnung. Aber dann kann man das auch sagen.“ Außerdem müsse dann auch eine Ersatzfläche geschaffen werden. „Man muss mit einem kleinen Kind auch mal rausgehen können, damit es spielen kann. Und wenn man in der Stadt lebt, ist man eben auf Spielplätze angewiesen.“ Der Spielplatz Waisenhofstraße sei der einzige in ihrer Umgebung. „Sonst gibt es noch den Hiroshimapark. Aber da stehen keine Spielgeräte.“ Im Sommer sei es dort toll wegen des Springbrunnens. Aber im Winter gebe es für Kinder dort keine Spielmöglichkeiten. Der Schrevenpark und auch der Spielplatz an der Mittelstraße seien manchmal einfach schon zu weit. „Das geht nicht ,mal eben’, um kurz an die frische Luft zu kommen.“

 Damit sich an der Situation etwas ändert, hat Lüth auch schon über die Gründung einer Elterninitiative nach gedacht. „Es kann ja nicht sein, dass die Interessen der Kinder in der Stadt hier nicht berücksichtigt werden.“ Jetzt will sie erst mal abwarten. In der kommenden Sitzung des Ortsbeirats Mitte soll die Spielplatzfrage erneut auf der Tagesordnung stehen. Ein Mitarbeiter der Verwaltung will dann über die zukünftigen Pläne informieren.

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