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Kiel Neue Kita mit 100 Plätzen für Gaarden
Kiel Neue Kita mit 100 Plätzen für Gaarden
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10:00 28.09.2019
Von Martin Geist
Zahlreiche Gäste beklatschten die Grundsteinlegung für die Waldorf-Kita in Gaarden. Quelle: Martin Geist
Kiel

Mal ging es um die Müllfahrzeuge, dann wieder um einen Fußweg. Und als zuletzt alles an drei Parkplätzen hing, zückte Ulf Kämpfer nach eigenen Worten seinen allenfalls dreimal im Jahr zum Einsatz kommenden „OB-will-Stempel“. Ganz offensichtlich mit der gewünschten Wirkung, denn gestern wurde an der Ernestinenstraße Grundsteinlegung für die neue Waldorf-Kindertagesstätte in Gaarden gefeiert. „Für der Seele Innigkeit, für des Geistes Helligkeit.“ Diese erhabenen Worte des Waldorf-Übervaters Rudolf Steiner sind jetzt neben mancherlei interessanten Worten der gestrigen KN-Ausgabe und einer Waldorf-Resolution gegen Diskriminierung ins Fundament der Kita eingemauert. Insofern sollte also weder baulich noch inhaltlich etwas schiefgehen mit dem Projekt, das scheinbar so gar nicht nach Gaarden passt.

Interkulturelle Kitas waren lange Zeit kein Thema

Tatsächlich, so berichtete gestern Anja Manleitner von der Waldorf-Initiative Gaarden, waren interkulturelle Kitas für diesen Träger lange Zeit kein Thema: „Ganz einfach, weil es keine Migranten gab, die ihre Kinder brachten.“ Dass es auch anders gehen kann, davon erfuhr die Kielerin vor etwa zehn Jahren am Beispiel eines Waldorf-Kindergartens in einem ähnlich wie Gaarden strukturierten Stadtteil von Mannheim. Und schnell stand fest: „Das wollen wir auch in Kiel haben.“ So wird es denn wohl kommen. Wenn alles gut geht, wird das Haus neben dem Aldi-Markt am Ostring schon im April 2020 fertig sein und Platz für 96 kleine Leute bieten. Und nicht nur das. Die Kieler Cordes Beteiligungsgesellschaft, die das Gebäude an die Stadt vermietet, schafft zusätzlich acht sozial geförderte Wohnungen mit einer Fläche von 60 bis 80 Quadratmeter. „Die nehmen wir natürlich gern mit, denn Wohnraum brauchen wir auch“, betonte OB Kämpfer.

Lücke von 800 Betreuungsplätzen

Zugleich räumte er ein, dass die Bereitstellung von Kita-Plätzen nach wie vor eine Herausforderung bleibt. Zwar seien in den vergangenen Jahren deren 1000 geschaffen worden, doch immer noch klaffe eine Lücke von 800. Merklich kleiner wird diese Lücke bald dank der Waldorf-Initiative. Zudem sollen in Gaarden, wo der Bedarf besonders groß ist, weitere Einrichtungen an der Hörn geschaffen werden. Außerdem soll das von der Raiffeisenbank praktisch nicht mehr genutzte Gebäude in der Elisabethstraße unter Regie der Türkischen Gemeinde ebenfalls ein Kindergarten werden. Marion Muerköster, die Chefin des Amts für Kinder- und Jugendeinrichtungen, beziffert die Kosten der im Werden begriffenen Waldorf-Kita auf 3,3 Millionen Euro. Das Land steuert dazu 1,9 Millionen Euro bei. Großzügig entgegenkommen wolle die Stadt dem kleinen Waldorf-Verein mit seinen gerade einmal 13 Mitgliedern in der Anlaufphase, versprach die Amtsleiterin.

Lob für Ronja Naujokat

Bescheiden aufs Moderieren beschränkte sich bei der Grundsteinlegung, die musikalisch von den Orchestern der beiden sechsten Klassen der Kieler Waldorfschule begleitet wurde, Ronja Naujokat. Gerade deshalb wurde gestern mehrfach hervorgehoben, dass die Kita ohne deren nimmermüden Einsatz wahrscheinlich nie an den Start gekommen wäre. Loslegen will die Kita kommendes Jahr zunächst als waldorfnahes Haus, eine offizielle Anerkennung als waldorfpädagogische Einrichtung soll später folgen. Waldorf-Grundsätze wie der gleichermaßen hohe Wert von Bildung für den Kopf und für die Kreativität sollen zwar beibehalten werden, stark betont werden in Gaarden aber zusätzlich die Vielfalt der Kulturen, die sprachliche Bildung sowie die Partizipation von Eltern und Kindern. Das und die Tatsache, dass sich in Gaarden ein weiterer Kita-Träger niederlässt, rufen beim Ortsbeiratsvorsitzenden Bruno Levtzow (SPD) ausdrückliche Zustimmung hervor. Wohl kein anderer Stadtteil sei von einer so großen Trägervielfalt geprägt wie Gaarden, betonte er.

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