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Kiel Der 100-Jährige, der den Sport entdeckt
Kiel Der 100-Jährige, der den Sport entdeckt
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14:14 02.11.2019
Von Annette Göder
Sie lieben beide Schach: Manfred Ohrt und sein Vater Walter Wiczorkowski, der seinen 100. Geburtstag feiert. Quelle: Annette Göder
Kiel

Der Jubilar ist in Barkelsby bei Eckernförde groß geworden. „Wenn der Prinz mit seinem Auto die Straße entlanggefahren kam, rannten wir Kinder mit dem Wagen um die Wette“, erzählt Wiczorkowski. Seine Familie lebte in einfachen Verhältnissen. Der Vater war Landarbeiter und die Mutter arbeitete in einer Fischräucherei. „Bei uns gab es oft Fisch“, erzählt das Geburtstagskind. „Irgendwann konnte ich ihn nicht mehr sehen.“ Doch das hat sich im Laufe der Jahre gewandelt.

Kladden in die Hosen

Im Dorf gab es viele Kinder. „Wenn wir bei den Bauern etwas ausgefressen hatten, sind diese zu den Lehrern gegangen“, erzählt der Senior. „Die Lehrer sollten uns dann bestrafen.“ Die Kinder, die davon Wind bekamen, sorgten vor: „Am Morgen steckten sie sich hinten Kladden, also dicke Übungshefte, in die Hose, damit es nicht so wehtat.“ Da der Lehrer ihn gemocht habe, sei er meist verschont geblieben, so Wiczorkowski. Der Pädagoge gab dem Jungen die Möglichkeit, in seinem Garten für fünfzig Pfennig Unkraut zu jäten. „Darüber habe ich mich sehr gefreut, denn mein Vater war arbeitslos geworden und es mussten mehrere Mäuler gestopft werden.“ Walter hatte noch drei Brüder, von denen einer im Alter von zwei Jahren starb. 

Lehre als Hufschmied

Um die Familie zu unterstützen, musste der Schüler, dem es besonders das Rechnen angetan hatte, bald die Schule verlassen, um eine Lehre als Hufschmied zu beginnen. Im Krieg wurde der junge Mann eingezogen. „Es wurden Hufschmiede für die Pferde gebraucht.“ Wiczorkowski berichtet weiter: „Zuerst war ich an der Ostfront, später im Westen, wo ich schließlich in amerikanische Gefangenschaft geriet. Doch ich hatte immer Glück und blieb von großen Verletzungen verschont.“

Annemarie war ein Volltreffer

Nach seiner Freilassung kam er bei seinen Eltern in Barkelsby unter. Zu dieser Zeit lernte er seine spätere Frau kennen: „Bei einer Tanzveranstaltung stand sie etwas abseits. Ich tippte ihr auf die Schulter und fragte sie, ob sie auch tanzen wollte.“ Während der Runden auf dem Parkett habe er nach ihrem Namen gefragt. Walter Wiczorkowski erinnert sich genau: „Rat mal, wie ich heiß, meinte sie. Ich sagte: Anne vielleicht oder Marie. Volltreffer: Sie hieß Annemarie.“

Arbeit bei den Howaldtswerken

Um Arbeit zu finden, ging er eines Tages ans Tor der Howaldtswerke. „Ich durfte beim Obermeister vorschweißen und bekam eine Anstellung.“ Bis zur Rente blieb er dem Unternehmen als Schweißer treu. Mit seiner Frau und den drei Kindern Manfred, Anke und Uwe wohnte er in einer Dreizimmerwohnung in Dietrichsdorf, die er immer noch bewohnt. Tochter Anke unterstützt den Senior inzwischen. Einmal in der Woche kommt Sohn Uwe, um mit ihm Schach zu spielen – die große Leidenschaft des geistig fitten Jubilars.

Jetzt geht es aufs Trimmrad

Nachdem er und seine Frau 69 Jahre verheiratet waren, starb diese im letzten Jahr. Über seine Lebensweise berichtet Walter Wiczorkowski: „Ich habe nie geraucht, mäßig Alkohol getrunken und keinen Sport getrieben.“ Erst jetzt tue er bewusst etwas für die Kondition: Er geht spazieren und nutzt regelmäßig das Trimmrad auf dem Balkon. Der fünffache Großvater und zweifache Urgroßvater möchte an seinem Geburtstag mit der ganzen Familie und Freunden essen gehen. Außerdem ist noch eine zweite Feier geplant: bei der Awo, deren Angebote er gern wahrnimmt.

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