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Kiel Alltag zwischen Wäschestücken
Kiel Alltag zwischen Wäschestücken
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07:00 16.12.2014
Von Thomas Lange
Freddy Leck in seinem Berliner Waschsalon: Hier erzählt das Leben die besten Geschichten. Quelle: Anja Lehmann
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Kiel.

Der Duft von Weichspüler und von frisch gebügelter Bettwäsche erfüllt ihn mit tiefer Zufriedenheit. Fast zärtliche Gefühle hegt er für seine plätschernden und trommelnden Waschmaschinen: Freddy Leck liebt seinen Waschsalon. In seinem Buch „Nicht jeder Fleck muss weg“, das er zusammen mit dem Autor, Musiker und Comedian Ulrich Beckers (Texter und Ideengeber u.a. für Murat Topal und Eckart von Hirschhausen) geschrieben hat, erzählt er aus seinem Leben als Kult-Waschsalon-Besitzer in Berlin-Moabit.

Natürlich trägt die besondere Kundschaft zum schrägen Charme seines Ladens erheblich bei. Da sind die treuen Stammkundinnen Anna und Agatha, beide über 80, die im Perlon-Haushaltskittel anrücken. Die letzten Vertreterinnen des „Old-School-Laundry-Styles“ werden unter den Mitarbeitern liebevoll die „Cookie-Sisters“ genannt. Die mondäne Gisela lässt sich lieber eine Latte Macchiato servieren und vertraut ihre Wäsche  den sachkundigen Händen des Chefs an. Auch Freddys Tante Milli schaut gerne vorbei und gibt, in der Textilpflegebranche vom Fach, ungefragt gute Ratschläge. Mark the Dark trägt seinen Spitznamen nicht umsonst: Als Post Punk, Dark Punk oder Gothic stopft er ausschließlich rabenschwarze Wäsche in die Trommel, und es taucht die Frage auf: Gibt es eigentlich schwarzes Waschmittel für derartige Fälle?

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Liebevoll erzählt Freddy Leck von seinem Alltag im Waschsalon, blickt zurück auf sein rastloses und extremes Leben, erzählt von Abstürzen, Irrwegen und einer Liebe, die in fast um den Verstand gebracht hat.

Freddy Leck, der eigentlich Dirk Martens heißt, absolvierte eine Schauspielausbildung in Berlin und in Düsseldorf. Danach erhielt er Theaterengagements in Düsseldorf, Zürich, München, Hamburg und Bonn. Bekanntheit erlangte Martens  durch seine zahlreichen Fernsehrollen. Ab Anfang der 1990er-Jahre übernahm Martens mehrfach Serien- und Gastrollen in Produktionen wie Alarm für Cobra 11, Tatort, SK Kölsch, Der Alte, SOKO 5113 oder Polizeiruf 110. Im deutschen Fernsehen übernahme er häufig die Rolle des widersprüchlichen Bösewichts oder des psychopathischen Täters. In den letzten Jahren war Martens zunehmend auch in komödiantischen Rollen zu sehen. 2013 drehte er für das russische Fernsehen den Vierteiler "Scharfschützen" unter der Regie von Arman Gevorgyan.

 16. Dezember 2014, 20 Uhr:Kulturforum, Andreas-Gayk-Str. 31, 24103 Kiel. Eintritt 14 Euro/Ak 17 Euro. Karten bei Streiber (Holstenstr. 88-90, Kiel, Tel. 0431/91416) und Stadtgalerie (Tel. 0431/901-3400).