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Kiel Der erste Strandkorb voll unter Strom
Kiel Der erste Strandkorb voll unter Strom
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17:00 13.06.2019
Von Jürgen Küppers
Erste Vorstellung von "Clap Solar": Jens Jacobsen (re.) und sein Designer-Kollege Nicolaus Uphaus haben den ersten Strandkorb mit autarker Solarstromversorgung entwickelt. Mechthild Alves (Mitte) von der Stiftung Mensch koordiniert die Produktion des High-Tech-Möbels in den Stiftungs-Werkstätten in Meldorf. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Zumindest der erste Blick offenbart noch nicht, dass es sich bei diesem Strandmöbel um eine Weltneuheit handeln soll. Beim zweiten Blick stutzt der Betrachter dann allerdings schon: Schließlich haben normale Strandkörbe keine Steckdosen an den Seiten unter dem Sitz. Und erst recht keine Solarpaneele auf dem Dach oder der Rückseite. Der „Solar Clap“ hingegen schon.

Damit ist er nach Angaben seiner Kieler Erfinder der weltweit erste Strandkorb, der sich autark mit Energie versorgt und damit als Open-Air-Computer-Arbeitsplatz für zwei Nutzer dienen kann – und das sogar noch bei strömendem Regen.

Ab Herbst soll der "Clap Solar" in Serie produziert werden

Auf die Idee zur Konstruktion dieses Unikums brachte die beiden Kieler Designer Jens Jacobsen und Nicolaus Uphaus ein Auftrag der „Digitalwirtschaft Schleswig-Holstein“ (Diwish), ein Zusammenschluss von rund 240 Unternehmen im Norden. Der Auftrag lautete: Wir brauchen eine Art aussagekräftiges Symbol, das unsere (ortsungebundene) Arbeit und Region möglichst sinnstiftend miteinander verbindet. Dabei heraus kam der „Clap Solar“.

Je genauer man den nun erstmals vorgestellten Prototyp betrachtet, der im Herbst dieses Jahres in Serie gehen soll, desto mehr raffinierte Details offenbart er. Der aus Kunststoff geflochtene Oberkorb lässt sich zum Beispiel stufenlos so weit nach unten klappen, dass die Kabine fast komplett geschlossen ist. „Damit kann man sich gegen neugierige Blicke ebenso abschirmen wie gegen Regen und Wind“, erklärt Jens Jacobsen. Denn unter dem Kunststoff-Korbgeflecht ist noch eine wasser- und winddichte Folie eingezogen.

In der Basisversion kostet der Solarstrandkorb 6900 Euro

Außerdem verfügt der „Clap Solar“ über Innenbeleuchtung, eine „Power Pack“-Batterie sowie eine mit Zahlencode gesicherte Schließanlage. Theoretisch könnten die beiden Designer mit eigenem Kieler Büro („Innopilot“) ihre Erfindung sogar noch weiter mit WLAN, Kühlschrank oder sogar einem Fernseher aufrüsten. Doch mit solchen Extras würde der jetzt kalkulierte Preis von rund 6900 Euro natürlich noch weiter in die Höhe getrieben, geben die beiden Designer und Ex-Studierenden an der Kieler Muthesius Kunsthochschule zu bedenken.

Bis zur Serienproduktion in den Werkstätten der Stiftung Mensch in Meldorf müssten zwar noch ein paar Details perfektioniert werden. Trotzdem wird der „Clap Solar“ demnächst bereits seinen Bekanntheitsgrad steigern. Beim „Waterkant-Festival“ auf dem ehemaligen MFG-5-Gelände soll er für die dort vertretenen Start-up-Unternehmen ebenso ein Blickfang sein wie bei der Kieler Woche am Stand der Kieler Wirtschaftsförderung oder bei der Digitalen Kieler Woche im Herbst dieses Jahres.

Das Design ließen sich Erfinder patentrechtlich schützen

Starkes Interesse habe bereits Kiel-Marketing zum Beispiel für das Camp 24/7 angemeldet. „Aber auch für Hotels, Firmen, Freiberufler oder sogar für Kommunen könnten die flexiblen Arbeitsplätze mit ihrem typisch maritimen norddeutschen Flair interessant sein“, hofft Jens Jacobsen, der mit seinem Büro-Kollegen bereits Vorsorge zur Sicherung ihres geistigen Eigentums traf: Sie ließen sich das Design des „Clap Solar“ patentieren und hoffen nun auf dessen Durchbruch bei diversen Innovations- und Designwettbewerben.

Clap Solar

Starke Batterie unterm Sitz

Die technischen Details zum „Clap Solar“: Eine sogenannte Power-Box (5,5 Kilogramm schwer) speichert die von den Solarmodulen erzeugte Energie. Diese Lithium-Ionen-Batterie befindet sich zwischen den Fußablagen in einem separaten und verschließbaren Fach, sie hat eine Nennleistung von 300 Watt sowie eine Akkukapazität von 462 Wattstunden.

Außerdem verfügt der Solar-Strandkorb noch über zwei USB-Anschlüsse (5 Volt, 2,4 Ampere) sowie zwei Schuko-Steckdosen (220 - 240 Volt, 50 Hertz). Ab Herbst 2019 soll der „Clap Solar“ in Serie produziert werden. Vorbestellungen sind möglich unter www.innopilot.com

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