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Kiel Das sind Kiels einflussreichste Forscher
Kiel Das sind Kiels einflussreichste Forscher
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14:46 11.12.2019
Von Niko Rönnfeldt
Ihre Publikationen werden außergewöhnlich oft in anderen Arbeiten zitiert (von links): Prof. Marco Liserre, Prof. Ralf Baron, Prof. Stefan Schreiber und Prof. Axel Hauschild. Quelle: Claudia Eulitz/Uni Kiel, UKSH, Sven Janssen, Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Es ist eine ihrer wichtigsten Währungen: Zitiert zu werden, bedeutet für Wissenschaftler, dass sie grundlegenden Einfluss in ihrem jeweiligen Forschungsfeld haben und entsprechende Anerkennung genießen.

Prof. Ralf Baron aus Kiel steht nach 2018 zum zweiten Mal auf der Liste. Für ihn ist es eine Gemeinschaftsleistung: „Das gilt einerseits für unser Team hier in Kiel. Ich habe ein tolles, engagiertes Forschungsteam, den Erfolg haben wir zusammen erarbeitet. Und dann habe ich auch immer darauf gesetzt, in Netzwerken zu arbeiten“, sagt der Kieler Experte für Nervenschmerzen.

Artikel aus 21000 Fachzeitschriften gelistet

Grundlage der Auswertung ist die Datenbank „Web of Science Core Collection“. Sie listet wissenschaftliche Artikel aus rund 21000 Fachzeitschriften auf. Für die diesjährige Liste der „Highly Cited Researchers“ wurde der Zeitraum 2008 bis 2018 analysiert. Das Ranking ist ein wichtiger Indikator für den Einfluss wissenschaftlicher Publikationen, die zu den meistzitierten ihres Fachs gehören. Die Liste für 2019 umfasst 23 Nobelpreisträger, darunter drei aus den USA, die in diesem Jahr bekanntgegeben wurden: Gregg L. Semenza von der Johns Hopkins University (Physiologie/Medizin), John B. Goodenough von der University of Texas at Austin (Chemie) und Esther Duflo vom Massachusetts Institute of Technology (Ökonomik).

Netzwerk: In Deutschland gegründet, auf Europa übertragen

Anfang der 2000er-Jahre gründete Baron den „Deutschen Forschungsverbund Neuropathischer Schmerz“, der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde. „Innerhalb dieses deutschlandweiten Netzwerks haben wir große Datenbanken aufgebaut und Patienten anhand ihrer Beschwerden genau charakterisiert.“

Das Netzwerk übertrug er auf ganz Europa. Alle Forschungsgruppen in Europa, die auf dem Gebiet Nervenschmerzen tätig sind, arbeiten zusammen. Das Ergebnis: „Wir können jetzt Untergruppen von Patientinnen und Patienten mit Nervenschmerzen finden, die man wahrscheinlich spezifisch behandeln kann. Das geht in Richtung personalisierte Medizin im Schmerzbereich.“

Tests ermöglichen personalisierte Therapien

Entwickelt wurden spezielle Techniken, sogenannte sensorische Tests, mit deren Hilfe unterschiedliche Entstehungsmechanismen der Schmerzen erkannt werden. Die Ergebnisse helfen, die passende Therapie für Menschen mit Schmerzen auszuwählen.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat die Techniken in ihre Leitlinien für klinische Studien aufgenommen: Bei der klinischen Prüfung von neuen Wirkstoffen zur Behandlung von Nervenschmerzen wird empfohlen, die Diagnose-Techniken anzuwenden. „Das ist ein Riesenerfolg“, sagt der Professor für Neurologie, der sich seit seiner Promotion am Physiologischen Institut der Uni Kiel für die Abläufe des Nervensystems interessiert.

Grundlagenforschung in den Ingenieurwissenschaften

Marco Liserre zählt seit Jahren zu den meistzitierten Wissenschaftlern in den Ingenieurwissenschaften. „Das ist natürlich eine Bestätigung für die eigene Forschung und macht Freude, aber das allein reicht nicht“, sagt der Professor für Leistungselektronik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). „Ich habe sehr früh begonnen, in dem Feld von regenerativen Energien zu forschen, und andere Forschungsgruppen haben meine Arbeit als Grundlagenarbeit genutzt.“

Bereits vor rund 20 Jahren interessierte sich der Elektroingenieur für Stromrichter mit Netzanschluss, die eine Verbindung von regenerativen Energiequellen mit dem Netz ermöglichen – Pionierarbeit auf diesem Gebiet. Diese Systeme sind notwendig, um Energie aus Photovoltaik- und Windkraftanlagen zu nutzen und effizient in elektrische Energie für den täglichen Bedarf umzuwandeln.

Mit der zunehmenden Bedeutung regenerativer Energien für die Energieversorgung stieg auch das Interesse an Liserres Forschungsgebiet. Die neuen Komponenten aus der Leistungselektronik könnten dazu beitragen, Strom bedarfsgerecht zu verteilen und so das Energienetz besser zu steuern sowie Überlastungen und Ausfällen entgegenzuwirken. Darüber hinaus forscht die Arbeitsgruppe Liserres auf dem Gebiet der elektrischen Antriebe für die industrielle Automatisierung und Mobilität.

Exzellenzcluster-Mitglieder erneut auf der Liste

Auch Mitglieder der Executive-Group des Exzellenzclusters „Präzisionsmedizin für chronische Entzündungserkrankungen“ (PMI) erscheinen 2019 zum wiederholten Mal auf der Liste. Darunter ist PMI-Sprecher Stefan Schreiber, Professor an der Kieler Uni und Direktor der Klinik für Innere Medizin I am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) in Kiel. Er ist in der sogenannten „Cross-Field“-Kategorie eingeordnet.

Dort werden interdisziplinäre Forscher mit Einfluss in mehreren Bereichen ausgezeichnet. Der Gastroenterologe forscht zu den genetischen Grundlagen von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Zusätzlich gehört PMI-Clustermitglied Prof. Axel Hauschild, Oberarzt und Leiter der Arbeitsgruppe „Dermatologische Onkologie“ an der Hautklinik des UKSH in Kiel, zu den meistzitierten Wissenschaftlern 2019. Er ist in der Kategorie Klinische Medizin gelistet.

Aus den USA kommen mit 2737 Autoren die meisten gelisteten Forscher. Die Harvard University liegt mit 203 Wissenschaftlern weltweit an der Spitze. In Deutschland ist die Zahl gefallen, mit 327 liegen die hier ansässigen Forscher aber weltweit dennoch auf Platz vier. Die meisten (73) kommen von der Max-Planck-Gesellschaft – ebenfalls Platz vier unter den Institutionen.

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