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Kiel Psychiater begutachtet Kripobeamtin
Kiel Psychiater begutachtet Kripobeamtin
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20:32 05.07.2018
Von Thomas Geyer
Die wegen Bestechlichkeit, Strafvereitelung und Verletzung des Dienstgeheimnisses angeklagte Kriminalbeamtin soll jetzt psychologisch untersucht werden. Quelle: Olaf Malzahn
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Kiel

Die Strafkammer folgte einem Antrag der Verteidigung. Gleichzeitig trennte sie das Verfahren gegen den mitangeklagten ehemaligen Red Devil ab.

Schwere Depression könnte sich strafmildernd auswirken

Wie berichtet litt die seit 2012 suspendierte Oberkommissarin zur Tatzeit angeblich unter einer schweren Depression, die sich im Urteil strafmildernd auswirken könnte. Mit Rücksicht auf den erhöhten Zeitaufwand für die Begutachtung durch einen Sachverständigen will die Strafkammer ab sofort gesondert gegen den wegen Bestechung mitangeklagten Ex-Rocker weiterverhandeln.

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Verfahren gegen Ex-Rocker abgetrennt

Doch auch im Fall des 55-jährigen Kielers, der als führendes Mitglied der Hells-Angels-Unterstützer galt, entwickeln sich die Dinge komplizierter als erwartet: Weil die Polizeibeamtin dem Ex-Rocker zu Prozessbeginn vorwarf, sie 2012 mit unterschwelligen Drohungen auch gegen ihren Sohn (9) zur Herausgabe von Kfz-Halterdaten gegnerischer Rocker gedrängt zu haben, kommt für ihn auch eine Verurteilung wegen Nötigung infrage. Doch dieser Vorwurf gegen den Ex-Rocker, dessen Sohn damals mit dem Kind der alleinerziehenden Beamtin in einem Kieler Fußballverein trainierte, war bisher nicht Gegenstand der Anklage. Und ohne Einwilligung der Verteidigung kann Oberstaatsanwalt Alexander Ostrowski keine neuen Vorwürfe nachreichen. Rechtsanwalt Martin Schaar hat bereits mitgeteilt, er sehe keine Nötigung.

Urteil bis zur letzten Augustwoche

Nach Planung der Strafkammer könnte das Urteil gegen den Ex-Rocker bereits Mitte Juli verkündet werden. Deutlich mehr Verhandlungstage plant man für den Prozess gegen die Kripobeamtin ein. Der Vorsitzende Stephan Worpenberg hat bereits Kontakt zu einem Sachverständigen aufgenommen. Sechs Fortsetzungstermine wurden abgestimmt. Bis zur vorletzten Augustwoche müsse man zu einem Urteil kommen, hieß es.

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