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Kiel Clubs bangen um ihre Vereinsheime
Kiel Clubs bangen um ihre Vereinsheime
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07:00 19.06.2018
Von Karen Schwenke
Schatzmeister Ulrich Paproth steckt viel Herzblut in die SV Friedrichsort und das Vereinsheim. Quelle: Frank Peter
Kiel

Verzichtete die Stadt künftig auf Pachtzahlungen in Höhe von acht Prozent des Umsatzes der Gastronomie, würde das die Situation etwas entspannen. Darin waren sich die Ratsfraktionen zumindest noch vor der Kommunalwahl einig. Der Sportausschuss soll im September entscheiden.

Ulrich Paproth (70) kann seinen Stolz nicht verbergen. Viel Herzblut steckt der Schatzmeister in die SV Friedrichsort und auch in das Vereinsheim. 1964 wurde es eröffnet. Paproth war dabei. Vielleicht liegt es an den vielen Erinnerungen, dass er so für das in die Jahre gekommene Heim schwärmt: 500 Quadratmeter Gastwirtschaft auf zwei Stockwerken mit Clubräumen, Bartresen, Saal, Küche. Dazu Büroräume, Kegelbahn und Verkaufsstand am Fußballfeld. Der Lack ist überall ein wenig ab, und auch die dezentrale Lage sei nicht so optimal, wie Paproth selbst zugibt. Der alte Pächter habe schlecht gewirtschaftet, der Verein trennte sich mit einer Räumungsklage und blieb auf einem Berg Schulden sitzen, den Paproth nicht beziffern will. Klar ist aber: Wenn ein Wirt die Umsatzpacht in Höhe von acht Prozent nicht an die Stadt zahlt, dann haftet der Verein dafür.

Schwierige Suche nach Pächtern

„Es ist verdammt schwierig, Pächter zu finden“, berichtet Paproth, „jeder Verein rennt hinter den Pächtern her.“ In Mettenhof und Holtenau mussten die Vereine ihren professionellen Gastronomiebetrieb bereits aufgeben. Sie besetzen ihre Heime nur noch zeitweise mit Ehrenamtlern oder vermieten die Räume für Feste. Hingegen sind die SV Friedrichsort und die NDTSV Holsatia wieder fündig geworden.

Nicht alle Heime laufen schlecht

Dass „längst nicht alle Vereinsheime schlecht laufen“, berichtet Sportamtsleiter Ralf Hegedüs. „Ich kenne die Zahlen nicht, aber manche sind gut besucht. Es hängt ja auch von der Umgebung und der Gestaltung ab. Die Wirte müssen sich anstrengen, etwas anzubieten, was auch angenommen wird.“ Hegedüs würde sich nach eigenen Worten dennoch über eine finanzielle Entlastung der Vereine freuen, insbesondere, wenn es gelänge, durch das Umlenken der Pachtbeträge in den Sportbetrieb, das Ehrenamt und den Sport zu stärken.

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