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Kiel Dirk Lindenau gestorben
Kiel Dirk Lindenau gestorben
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12:01 14.12.2018
Von Frank Behling
Dirk Lindenau starb nach schwerer Krankheit. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

In dritter Generation übernahm er 1987 das Unternehmen zusammen mit dem Kaufmann Günter Steen aus einer Insolvenz. Das Duo führte die Werft danach an die Weltspitze im Marktsegment für mittelgroße Doppelhüllentanker. Die Neubauten der Werft bekamen insgesamt 16 internationale Auszeichnungen.
Die 1919 im damaligen Memel von Paul Lindenau gegründete Werft wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in Friedrichsort neu aufgebaut. Dort erfolgte der Übergang der Werft von Paul Lindenau an seinen Sohn Harald. Er trieb die Entwicklung der Werft voran. Dabei diente das aus Memel bei Kriegsende überführte Schwimmdock 1 zunächst als Grundstock.

Fokus auf Bau von Tankern

In den Schiffbau der väterlichen Werft war Dirk Lindenau nach dem Studium des Maschinenbaus im Saarland 1981 eingetreten. Damals waren RoRo-Schiffe, Containerfrachter und die neue Generation von Fördeschiffen in der Planung.

Unter Dirk Lindenau wurde die Werft stärker auf den Bau von Tankern ausgerichtet. Bis zum Ausbruch der Schiffsbaukrise 2008 lieferte die Lindenau Werft unter seiner Führung Tanker mit einer Ladefähigkeit von bis zu 45.000 Tonnen für deutsche Reedereien sowie für die staatliche Ölgesellschaft der Seychellen.

Entwicklung neuartiger Antriebskonzepte 

Dirk Lindenau knüpfte den Kontakt zur staatlichen Ölgesellschaft der Seychellen und holte den damaligen Präsident Guy Adam nach Kiel. Zusammen entwickelten sie die Plan zum Bau einer Tankerflotte für die Inselrepublik. Sechs Tanker wurden von 2002 bis 2008 für die Seychellen in Friedrichsort gebaut.
Darüber hinaus trieb Dirk Lindenau die Entwicklung neuartiger Antriebskonzepte für Kreuzfahrtschiffe und Spezialschiffe voran. Auf dem Helgen der Werft entstand auch das Rotor-Schiff „E-Ship 1“.

Insolvenz im Jahr 2009

Nach der Insolvenz der Werft startete Dirk Lindenau 2009 mit seinem Projektentwicklungsunternehmen „Lindenau Maritime Engineering & Projecting“ und mit einem Beratungsunternehmen. Zu seinen neuen Zielen gehörte wie schon beim Tankerbau auf der Werft der Umweltschutz.

Er entwickelte neue Verfahren zur Bergung von Plastikmüll aus dem Meer und zur Schaffung nachhaltiger Energieversorgungskonzepte für Inselstaaten.

Dirk Lindenau war Mitglied des Präsidiums des Verbandes für Schiffbau und Meerestechnik, Mitglied im technischen Beirat der Klassifikationsgesellschaft Germanischer Lloyd und Mitglied im Kuratorium der Christian Albrechts Universität zu Kiel. 

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