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Kiel Hoch "Ulla" kämpft gegen die Regenfront
Kiel Hoch "Ulla" kämpft gegen die Regenfront
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10:00 22.06.2019
Von Steffen Müller
Rosa Dotzer, Elise Stamp, Margareta Kosmol und Lise Dotzer (von links) können an den ersten Tagen der Kieler Eis essen und kühle Getränke genießen. Der Wetterbericht sagt viel Sonne und Wärme voraus. Quelle: Frank Peter
Kiel

Denn klar ist, dass sich der Wettergott nicht gegen die Veranstalter verschworen hat. „Häufig fällt die Kieler Woche in den Zeitraum zwischen einer frühsommerlichen Hochdruckphase im Mai und einer weiteren im Juli“, erklärt Diplom-Meteorologe Sebastian Wache von Wetterwelt in Kiel. „Genau dazwischen schob sich in den letzten Jahren immer mal wieder eine Tiefdruckphase.“ Dass es also im Juni in Kiel häufiger regnet, ist keine Seltenheit. Der Monatsmittel liegt bei 73,5 Liter pro Quadratmeter.

Selten zehn Tage am Stück ohne Regen

Und dieser Niederschlagsmengen fallen nicht nur während des zehntägigen Fests. Im vergangenen Jahr waren es 27 Liter, 2017 sogar nur 17. Besonders nass war es hingegen 2016 mit 41 Litern. „Bei den letzten Kieler Wochen haben wir keine extremen Regenwerte gesehen“, sagt Wache. Und: „Anhand der Wetteraufzeichnungen kann man eigentlich schon fast sagen, dass es keine Kieler Woche ohne Regen gibt.“ Das lege vor allem an der Dauer der Veranstaltung. „Gerade in unseren Breiten sind zehn Tage am Stück ohne Regen nicht so häufig zu finden.“

Doch könnte sich das in diesem Jahr ändern? Festlegen kann Wache sich nicht, denn weiter als vier bis fünf Tage im Voraus lassen sich Vorhersagen nicht zuverlässig treffen. Zumindest für diesen Zeitraum aber ist der Diplom-Meteorologe optimistisch, dass es regenfrei bleibt.

"Ulla" bringt Sonne aber keinen Wind

In den nächsten Tagen schiebt sich das Hoch „Ulla“ nach Norddeutschland und sorgt ab Sonnabend für viel Sonnenschein und nur wenige Wolken, heißt es in seinem Wetterbericht. Die Hochdrucklage bedeutet allerdings auch, dass es für die Segler zunächst nicht allzu viel Wind geben wird. Erst wenn „Ulla“ nach Skandinavien zieht, dreht der Wind auf Ost und die Segler haben bessere Bedingungen.

Bis Mittwoch soll sich das Hoch halten, was dann folgt, ist aus heutiger Sicht noch sehr unsicher. Sollte „Ulla“ länger wirken, bleibt es trocken und sonnig. Allerdings scheint sich über Frankreich ein neues Tief zu formieren, das dann nicht nur wieder heiße Luft nach Norddeutschland schaufelt, sondern auch feuchte aus dem Mittelmeerraum. Wache: „Das birgt wieder Zündstoff für neue Schauer und Gewitter mit Unwetterpotenzial.“ Solange Hoch „Ulla“ mit seinem Ostwind stehen bleibt, wirkt es wie eine Blockade gegen das Tief aus dem Süden. Wache schätzt aber, dass Kiel spätestens am zweiten Wochenende etwas davon abbekommen wird. „Somit wird es wohl auch diese Kieler Woche nicht komplett trocken zugehen.“

Wetter-Apps wenig präzise

Vorinstallierte Wetter-Apps gehören zur Standardausstattung eines jeden Smartphones. Die meisten Vorhersagen dieser Programme gehen über eine Woche hinaus. Allerdings warnt der Diplom-Meteorologe Sebastian Wache davor, den Apps zu sehr zu vertrauen.

Das Wetter über einen solch langen Zeitraum präzise vorherzusagen, sei kaum möglich, vor allem dann nicht, wenn Tief- und Unwetterlagen drohten. Smartphone-Nutzer, die auf ihrer Wetter-Karte für die Kieler Woche keinen Regen angezeigt bekommen, sollten sich daher nicht zu früh freuen, zumal sich im Mittelmeerraum ein Tief zusammenbraue.

Schwierigkeiten bei Unwettern

Gerade bei drohenden Unwettern sollte den Apps nicht blind vertraut werden, da die meisten immer nur einen Standort vorhersagen und keine Fläche. „Somit kann es sein, dass selbst bei Gewitterlagen die App sagt, es bleibt trocken und sonnig, weil die Modelle die Gewitterzellen fünf Kilometer weiter weg sehen“, erläutert Wache. Am Ende könne die Zelle den Ort dann doch treffen.

Daher seien Flächenvorhersagen laut Wache deutlich präziser. Doch der Diplom-Meteorologe von Wetterwelt mit Sitz in Kiel mahnt: „Aber auch dann sind nur Schwerpunkte auszumachen, wo es sehr wahrscheinlich trocken bleibt und wo die Gewitter sehr wahrscheinlich langziehen werden.“

Mehr zur Kieler Woche lesen Sie auf unserer Themenseite.

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