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Kiel Wiker fühlen sich schlecht informiert
Kiel Wiker fühlen sich schlecht informiert
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19:00 11.05.2019
Von Karina Dreyer
Der geplante Neubau der Wohnungsgenossenschaft Kiel auf einem freien Grundstück an der Holtenauer Straße umfasst 3900 Quadratmeter. Quelle: Neuwerk Architekten + Ingenieure GmbH
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Kiel

Bei der Vorstellung während der Sitzung des Ortsbeirates Wik flossen sogar Tränen. Voll besetzt war die Halle in der ehemaligen Technikermarineschule. Schon im Januar erhitzte der Neubau die Gemüter, es gab eine Sammlung von 277 Unterschriften, weil die Anwohner befürchteten, dass das Areal zu klein und schon zu dicht bebaut für einen solchen Neubaukomplex sei. Die Stadt, die diesen Bau durch den Verkauf eines ihrer Grundstücke ermöglichen will, sah den Einwurf als berechtigt an und ging mit der Woge noch einmal in sich. Daraufhin wurde „die Planung auf null gesetzt und eine optimalere Lösung gefunden“, kündigte Birgit Kulgemeyer, Leiterin des Amtes für Bauordnung, Vermessung und Geoinformation, zu Beginn der Sitzung an. Der nördliche Parkplatz bleibe dabei bestehen, ebenso 12 von 14 geschützten Platanen.

Bau umfasst nun 3900 Quadratmeter

Man habe jongliert, um die Mindestanforderungen umzusetzen: Der Bau wird nun um 620 Quadratmeter Nutzfläche kleiner und umfasst etwa 3900 Quadratmetern. Davon sind zwei Drittel Fläche für 41 Wohnungen angedacht, ein Drittel für Verwaltungsräume der Woge. Hinzu kommt noch eine Tiefgarage für 58 Plätze. „Die Baumasse wurde reduziert, die nördliche Geländekante nach Süden verlegt“, erklärte Architekt Jochen Dohrenbusch. Zudem werden aus einem Gebäudekomplex nun zwei, denn im hinteren Bereich soll ein Solitärgebäude entstehen. Auf der Tiefgarage grüne Freiräume mit Aufenthaltsqualität. Die Zufahrt soll dafür vergrößert werden. 

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Wohnungen sind im Schnitt 65 Quadratmeter groß

Von den 41 Wohnungen, die im Schnitt 65 Quadratmeter groß sein werden, sind acht für junge Menschen mit Behinderungen gedacht, die dort selbstbestimmt leben sollen. Träger ist die Paritätische Pflege Schleswig-Holstein, die mit dem Verein Stadtteilnetzwerk nördliche Innenstadt kooperiert. Der Verein hat wiederum ein Vorschlagsrecht für 25 Wohnungen, in die gerne Menschen einziehen sollen, die sich ehrenamtlich im Quartier engagieren oder Lust haben, sich einzubringen in Form von Einkaufshilfe, Spaziergängen, Besuchen oder Vorlesen, erklärte Bärbel Pook vom Verein. Es bestünde schon eine Liste mit Namen von 30 ernsthaft Interessierten. Zudem dürfe der Verein mit anderen Mietern den Woge-Treff für ehrenamtliche Aktivitäten kostenfrei nutzen.

Einige Anwohner lehnen Pläne ab

Hört sich alles gut an, sollte man meinen. Doch bei einigen Anwohnern stießen die Pläne weiterhin auf Ablehnung. „Warum so groß? Und warum wurde nicht mit den Nachbarn gesprochen“, fragte Anwohnerin Antje Möller-Neustock. Sie habe Bedenken wegen der Größe des Objekts, denn in diesem Bereich sei schon eine große Wohndichte vorhanden. Zudem habe sie Angst vor dem Lärm von den Dachterrassen und die Schatten, die solch ein Gebäude mit sich bringen würde. „Die Pläne sind ja schon abgespeckt und es wird jede Fläche ausgenutzt, weil es eine große Unterversorgung an Wohnungen gibt“, konterte Kulgemeyer.

Woge benötigt mehr Platz für Verwaltungsstelle

Diese Planung sei auch alles andere als rücksichtslos und der beste Weg, auf dieser Fläche Wohnraum zu schaffen. Vorstandsvorsitzender Sven Auen betonte, dass die Woge dringend Räume für die Verwaltungsstelle bräuchte, denn die Räumlichkeiten in der Gerhardstraße würden aus allen Nähten platzen. „Wir haben ja auch genaue Vorstellungen, wie sich das Gebäude entwickeln soll und haben uns mit unseren beiden Partnern auseinandergesetzt“, betonte er. Anwohnerin Hilde Osberger zeigte sich „geschockt“ darüber, dass die Anwohner nicht richtig „über das riesige Projekt auf einer sehr kleinen Fläche“ informiert wurden. Allein ein Drittel für die Verwaltungsstelle, „das muss man doch nicht in der Innenstadt verwirklichen“, kritisierte sie.

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